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Vorlesung
Prof. Dr. Birte Kleine-Benne:
Politisches im Künstlerischen



Mittwoch, 12 bis 14 Uhr
Beginn: 16.10.2019
Ludwig-Maximilians-Universität München, Geschw.-Scholl-Platz 1 (A), 2. OG, Hörsaal A 240



1957 führte Paul Ricœur mit seinem Essay "Das politische Paradox" die Unterscheidung zwischen der Politik und dem Politischen ein. In den Folgejahren sollte eine Vielzahl von KollegInnen wie Alain Badiou, Jacques Rancière, Chantal Mouffe und Sheila Benhabib ihre politik-theoretischen Konzepte in Begriffen der Differenz von la und le politique, von politics and the political erarbeiten. Oliver Marchart fasste diese Entwicklung 2010 in der systematisierenden Rede von einer "politischen Differenz" zusammen. Damit sind von der politischen Philosophie Wissensvoraussetzungen geschaffen, die uns ermöglichen, über das Politische im Künstlerischen, genau genommen also über das Künstlerische sprechen zu können.

Das Künstlerische soll in Analogie zum Politischen begriffen werden, das damit auch in Differenz zur 'Kunst' gestellt wird. Es umfasst prozessualisierende und prozesshafte, in Aktivität und Handlung setzende, intervenierende, konfliktorische, gemeinschaftsbildende, dissidente, repräsentationsunsichere, unabgeschlossene, instituierende wie gleichzeitig disruptiv und verwerfende und nicht fundamentalistisch gründende Dimensionen. Das Künstlerische soll damit auch als ein Krisenbegriff begriffen werden, der auf etwas Kritisches, Entscheidungshaftes und Ungelöstes verweist und Unterschiedliches erschließt.

Die Vorlesung wird künstlerische Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts vorstellen, die sich nach dieser Definition im Künstlerischen aufhalten, wie etwa die Kongo-Tribunale (International Institute of Political Murder/Milo Rau), das Rose Valland Institut (Maria Eichhorn), New World Summit (Jonas Staal), die Vermessungen von Menschenrechtsverletzungen durch Forensic Architecture, die Aktivitäten des Zentrums für politische Schönheit, ausserdem von Tania Bruguera, Alfredo Jaar, Group Material, den Guerrilla Girls und anderen - Arbeiten, die sich an künstlerische, kuratorische und auch theoretische Arbeiten unter anderem von Harald Szeemann, Adrian Piper, Jack Burnham, Lucy Lippard, Hans Haacke und Brian O'Doherty anschließen.

Die Vorlesung soll somit auch Formen des Politischen/Künstlerischen im Kuratorischen und im Kunsttheoretischen benennen, das heisst hierfür signifikante Ausstellungen und Kunsttheorien des 20. und 21. Jahrhunderts in den Blick nehmen. Dabei ist allen Formen gemeinsam, dass sie, ganz postfundamentalistisch, Begriffe wie Substanz, Wesen, Essenz etc. zur Letzbegründung, die uns tradiert wurden, infrage stellen. In unserem Fachbereich lauten diese Fundierungen Kunst, Künstler, Kunstwerk, Intention, Urheber, Bild, Original, Autonomie, Zweckfreiheit, Funktionslosigkeit ... Geraten mit diesen de- und re-kanonisierenden, nicht vereinheitlichenden, aber letztlich auch nicht unverbreiteten Ansätzen von Denk-, Theorie- und Handlunsgoptionen bisherige Wissensformationen, mit Derrida formuliert, "aus den Fugen"? Was zunächst wie ein Problem klingt, soll keine Lösung, eher eine Aussicht sein ...











Die richtigen Antworten der Klausur am 5.2.2020 lauten:

1. Beispiele für das Künsterische: u. a.
Artist Placement Group
Assemble: Granby Four Streets
Joseph Beuys: Deutsche Studentenpartei, Organisation der Nichtwähler, Free International University
Tania Bruguera: Tatlins Whisper, Immigrant Movement International
Maria Eichhorn: Rose Valland Institut
Forensic Architecture
Andrea Fraser: 2016 in Museums, Money, and Politics
GeheimRat: Der Wert der Menschenrechte/217241
Group Material: Timeline, AIDS Timeline, Democracy
Guerrilla Girls
Hans Haacke: MoMA-Poll, Shapolsky et. al. ..., Manet-PROJEKT '74
Hotel Gelem
Alfredo Jaar: Kissinger Projekt
Park Fiction
Milo Rau: Kongo Tribunal
Milo Rau/Schaubühne: General Assembly, Sturm auf den Reichstag
Rimini Protokoll: Welt-Klimakonferenz, Hauptversammlung
Jonas Staal: New World Summit
Jonas Staal/Florian Malzacher: Trainings for Future
Hito Steyerl: Duty Free Art
Mierle Laderman Ukeles: Washing/Tracks/Maintenance, Touch Sanitation
Zentrum für Politische Schönheit
2. dem Politischen
3. dazwischen/in between, Gestaltbarkeit
4. Assoziatives Prinzip
5. Klagen für die Allgemeinheit, anders- statt selbstbezogene Klagen
6. Berlin, Karibik
7. Group Material, Guerrilla Girls, Art Workers' Coalition, Act Up, PAIN, Gran Fury, Women's Action Coalition, W.A.G.E., Artist Organisations International, Die Vielen e.V., Studio Staal
8. zeitliche Erweiterungen, personelle Erweiterungen, Erweiterungen des Kunstbegriffs
9. Rose Valland Institut, Provenienz und Restitution
10. Einheit des Werkes, Zweckfreiheit, Reduzierung auf die Symbolfunktion
11. hinsichtlich der Themen, der zum Einsatz gebrachten Formen, der Aufenthaltsorte
12. auf das Verhältnis von Text und Kontext und System und Umwelt
13. Grundgesetz, Artikel 5, Abs. 3 und Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, Artikel 27

14. Künstlerische Forschung, Kunst als Forschung, Forschung mit Kunst
15. [sic] oder [sic!], Eleanor Antin, Lee Lozano, Adrian Piper, Mierle Laderman Ukeles, Martha Rosler
16. sie mobilisiert, sie ordnet um
17. Energieverbrauch von Heiz- und Klimaanlagen, Beleuchtung, Flugreisen, Abfallmanagement, Leihverkehr von Kunstwerken, Energieeffizienz von Museumsgebäuden, Neubau von Museumsgebäuden, Vermittlungsarbeit, Barrierefreiheit, Sammlungsherkunft, Nachhaltigkeit der Arbeitsprozesse, Fördermittelabhängigkeit ...
18. in einem Aktion-Reaktion-Verhältnis, in einem kausalen Verhältnis
19. nicht so, nicht dafür, nicht von denen da, 1978



Die richtigen Antworten der Klausur am 18.2.2020 lauten:

1. Beispiele für das Künsterische: u. a.
Artist Placement Group
Assemble: Granby Four Streets
Joseph Beuys: Deutsche Studentenpartei, Organisation der Nichtwähler, Free International University
Tania Bruguera: Tatlins Whisper, Immigrant Movement International
Maria Eichhorn: Rose Valland Institut
Forensic Architecture
Andrea Fraser: 2016 in Museums, Money, and Politics
GeheimRat: Der Wert der Menschenrechte/217241
Group Material: Timeline, AIDS Timeline, Democracy
Guerrilla Girls
Hans Haacke: MoMA-Poll, Shapolsky et. al. ..., Manet-PROJEKT '74
Hotel Gelem
Alfredo Jaar: Kissinger Projekt
Park Fiction
Milo Rau: Kongo Tribunal
Milo Rau/Schaubühne: General Assembly, Sturm auf den Reichstag
Rimini Protokoll: Welt-Klimakonferenz, Hauptversammlung
Jonas Staal: New World Summit
Jonas Staal/Florian Malzacher: Trainings for Future
Hito Steyerl: Duty Free Art
Mierle Laderman Ukeles: Washing/Tracks/Maintenance, Touch Sanitation
Zentrum für Politische Schönheit
2. dem Politischen
3. keine der vorgeschlagenen 3 Antworten ist richtig
4. Assoziatives Prinzip
5. Die europäische Ästhetik ist durch koloniale Ausbeutung und Sklaverei kontextualisiert, eine Reaktion auf ästhetischen Luxus und eine moralische Verteidigung als Reaktion auf die Kritik an kolonialer Ausbeutung.
6. Group Material, Guerrilla Girls, Art Workers' Coalition, Act Up, PAIN, Gran Fury, Women's Action Coalition, W.A.G.E., Artist Organisations International, Die Vielen e.V., Studio Staal
7. ...hinsichtlich des Kunstbegriffs, der zeitlichen Dimension und der geografischen Dimension
8. Tania Bruguera, es geht um die Implementierung von Kunst in die Gesellschaft, um mögliche Lösungen, um Konsequenzen und Resultate, um eine praktizierte Zukunft, um die Transformation von Affekten in Effekte, um eine tägliche Übung in Kreativität ...
9. Einheit des Werkes, Zweckfreiheit, Reduzierung auf die Symbolfunktion
10. Demokratie als unvollendeter Prozess
11. u. a. Joseph Beuys: Deutsche Studentenpartei, Organisation der Nichtwähler, Free International University, Tania Bruguera: Immigrant Movement International, Maria Eichhorn: Rose Valland Institut, Jonas Staal/Studion Staal: New World Summit, GeheimRat: Der Wert der Menschenrechte/217241, Group Material: Democracy
12. hinsichtlich der Konzeption von Kritik und von Institution und der Aufenthaltsorte
13. Eleanor Antin, Lee Lozano, Adrian Piper, Mierle Laderman Ukeles, Martha Rosler







16.10.2019

1. Organisatorisches und Methodisches
2. Was ist das Politische? Was ist das Künstlerische?
3. Künstlerische Beispiele



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Von der Komplexität eines Systems spricht man, wenn es
(1) eine große Anzahl von Elementen aufweist, die
(2) in einer großen Zahl von Beziehungen zueinander stehen können, die
(3) verschiedenartig sind und
(4) deren Zahl und Verschiedenartigkeit zeitlichen Schwankungen unterworfen sind.
Baecker, Dirk 1994: Postheroisches Management, Berlin, S. 113f.

"Es geht nicht darum, Fundamente als solche loszuwerden oder gar eine Position zu vertreten, die unter dem Namen Antifundamentalismus firmiert. Beide dieser Positionen gehören zusammen als verschiedene des Fundamentalismus und der skeptizistischen Problematik, die er umfasst. Vielmehr sollte gefragt werden, was von der theoretischen Bewegung, die Fundamente etabliert, autorisiert wurde und was genau sie ausschließt oder verwirft."
Butler, Judith 1992: Contingent Foundations: Feminism and the Question of Postmodernism, in: Judith Butler / J.W. Scott (Hrg.): Feminists Theorize the Political, New York/London, S. 3-12, hier: S. 7.



Vollrath, Ernst 2003: Was ist das Politische? Eine Theorie des Politischen und seiner Wahrnehmung, Würzburg.
Schmitt, Carl 1996, orig. 1963: Der Begriff des Politischen, Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien, Berlin.
Arendt, Hannah 2002, orig. 1958: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München/Zürich.
Dies. 2003, orig. 1993: Was ist Politik? Fragmente aus dem Nachlass, hg. von Ursula Ludz, München/Zürich.
Ricoeur, Paul (1974, orig. 1957): Das politische Paradox, in: ders., Geschichte und Wahrheit, München, S. 248-276.
Marchart, Oliver 2010: Die politische Differenz, Berlin.
Bargetz, Brigitte 2016: Ambivalenzen des Alltags, Neuorientierungen für eine Theorie des Politischen, Bielefeld >>

Politik (la politique, politics) / Das Politische (le politique, the political)

Jean-Luc Nancy, Claude Lefort, Alain Badiou, Jacques Rancière, Ernesto Laclau, Giorgio Agamben, Chantal Mouffe, Roberto Esposito, Sheila Benhabib, Judith Butler, Pierre Rosanvallon, Philippe Lacoue-Labarthe, Nancy Fraser

Politik (la politique, politics):
Kampf um kompetetive Vorteile (Ricoeur)
unauthentische, bürokratische Tätigkeit (Ricoeur)
kontinuierlich, ohne Unterbrechungen, endlos (Arendt)
Politik als Form technologischen Handelns und Denkens, die heute hauptsächlich in institutionalisiertem Sozialmanagement besteht (Nancy / Lacoue-Labarthe)
Politik gehört dem Bereich der Kalkulation an, in dem sich alle auftretenden Probleme durch administrative Massnahmen lösen lassen, während alles Fragenswertes, d.h. Fragwürdigkeit als solche, veschwindet (Marchart 2010, S. 97)
parteiliche Strategien und konkrete institutionelle Massnahmen, Spiel der Kräfte und Interessen, die in einem Konflikt um die Repräsentation und Regierungsweise sozialer Existenz stehen (Marchart)
Gesamtheit der Verfahrensweisen und Institutionen, durch die eine Ordnung geschaffen wird, die das Miteinander der Menschen im Kontext seiner ihm vom Politischen auferlegten Konflikthaftigkeit organisiert (Mouffe)
Politik bezeichnet die Ordnung der Wahrheit und des Ereignisses (Badiou)
Politik als Demonstrationsform der Gleichheit vrs. Polizei (Rancière)

Das Politische (le politique, the political):
Sorge und Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich unseres gemeinsamen und kollektiven Lebens, Sorge um das Gemeinwohl der Gemeinschaft, Kommunalität (Ricoeur)
episodisch und selten (Arendt)
das Politische kann auf keinen Fall auf Administrationsaufgaben reduziert werden (Nancy / Lacoue-Labarthe)
Das Politische wird gefÄhrdet durch das Gehäuse einer bürokratisierten, technologisierten und depolitisierten Gesellschaft (Marchart)
Arena, mise en scène, Ort, an dem die Bedeutung dessen, was es heisst, gemeinsam zu sein, auf dem Spiel steht (Marchart 2010, S. 98)

"Indem ich substantivisch von dem Politischen [du politique] spreche, qualifiziere ich damit sowohl eine Modalität der Existenz des gemeinsamen Lebens als auch eine Form kollektiven Handelns, die sich implizit von der Ausübung der Politik unterscheitet. Sich auf das Politische und nicht auf die Politik beziehen, d. h. von Macht und von Gesetz, von Staat und der Nation, von der Gleichheit und der Gerechtigkeit, von der Identität und der Differenz, von der citoyenneté und Zivilität, kurzum: heisst von allem sprechen, was ein Gemeinwesen jenseits unmittelbarer parteilicher Konkurrenz um die Ausübung von Macht, tagtäglichen Regierungshandelns und des gewöhnlichen Lebens der Institutionen konstituiert." (Rosanvallon 2003)

Traditionslinie Hannah Arendt: Politisches als Raum der Freiheit und öffentlichen Deliberation
Vergemeinschaftungsprozess: Menschen assoziieren sich in ihrer Pluralität innerhalb eines öffentlichen Raumes
Motiv: Sorge um das Gemeinsame = Assoziatives Prinzip (acting together)

Traditionslinie Carl Schmitt: Politisches als Raum der Macht, des Konflikts, des Antagonismus Konfrontationsprozess: Kollektivität wird durch einen externen Antagonismus gegenüber einem Feind oder einem konstitutiven Aussen hergestellt
Motiv: Abgrenzung gegen den Feind oder ein konstitutives Aussen = Dissoziatives Prinzip



Oliver Marchart, 4.-6-10.2018, HKW, Konferenz Conercerning Matters and Truths. Postmodernism's Shift and the Left-Right-Divide, "Zombie Deconstruction? On the Afterlife of Poststructuralism" >>



e-flux, 12.10.2019: Global call to action against Turkey's military aggression. Upcoming demonstrations in Europe, North America, Australia, and more >>

Training for the Future, performatives Trainingscamp 20.-22.9.2019 @ Ruhrtriennale >>
Webseite >>
Zukunft, in der es sich zu Leben lohnt, Susanne Luerweg, DLF 11.10.2019 >>

General Assembly, 2017, Berliner Schaubühne >>
Charta für das 21. Jahrhundert, 2018, Milo Rau & KollegInnen >>
Das Kissinger Projekt, Alfredo Jaar in Kooperation mit dem European Center for Constitutional and Human Rights >>
Park Fiction, seit 1994 >>
Hotel Gelem, Wachter/Jud, Tomas Wald, Alex, Rada, Gjemi, Turkijan und ihren Familien >>
Tania Bruguera >>
The Silent University >>
International Institute of Political Murder >>
Rose Valland Institute, 2017, Maria Eichhorn >>
The List, 9.11.2017, Banu Cennetoglu, listofdeath [at] unitedagainstracism.org
Forensic Architecture, seit 2011 >>
New World Summit, Jonas Staal, seit 2012 >>
Artist Organisations International, Jonas Staal >>
Der Wert der Menschenrechte - digital_series#no.217241, GeheimRat, seit 2004 >>



23.10.2019

1. Aktuelles und Zusammenfassung
2. Act, not represent: Künstlerische Beispiele
3. Art into Society, Society into Art, 1974



Twitter Betriebssystem Kunst >>

e-flux, 15.10.2019: Human Hotel >>
Human Hotel, Homesharing for humans who makes a difference in the world, Wooloo >>




Antonio Manuel, 1973, Ink on newsprint, 22 x 15 in. Courtesy of the artist
Antonio Manuel, 2011, Americas Society New York
Bildquelle >>



Tucumán Arde, Argentinien, 1968

"(1) the development of art could no longer consist of the creation of an avant-garde movement;
(2) art could no longer be shown in galleries or museums;
(3) art could no longer be restricted to addressing only an elite public;
(4) art had to challenge society and achive results similar to those of political ations, but in a more long-lasting manner and on a deeper cultural level."
Camnitzer, Luis 2007: Conceptualism in Latin American Art: Didactics of Liberation, Austin/Texas, S. 64.

10. und 11.8.1968: Encuentro Nacional de Arte de Vanguardia, Rosario
Mitte September 1968: Erste Feldforschungen in Tucumán
22. Oktober 1968: Interviews, Fotografien, Filme
3.11.1968: Ausstellungseröffnung, Rosario
4. Phase der Sammlung und Veröffentlichung des zusammengetragenen Materials scheitert


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Longoni, Ana 2004: Tucumán Arde: Ein Bericht, in: Arbeitsgruppe Tucumán Arde (Hg.), Tucumán Arde. Eine Erfahrung, Berlin, S. 14-98.
Ramírez, Mari Carmen 2000: Taktiken, um in Widrigkeiten zu gedeihen: Konzeptkunst in Lateinamerika, 1960-1980, in: Breitwieser, Sabine (Hg.): vivências / Lebenserfahrung / life experience, Ausst.-Kat., Köln. S. 61-104.



Tupamaros >>

Camnitzer, Luis 2007: Conceptualism in Latin American Art: Didactics of Liberation, Austin/Texas.


Bildquelle: Camnitzer 2007, S. 47.

"Their 'work', therefore, made clear how artificial the frontiers are that define and delimit the artistic commodity. The relation between art and politics was made to seem entirely natural and mutually supportive. The Tupamaro guerrilla movement was no more focused on art than any other movement of its kind envisioning a social revolution, but in their development they came as close as could be to erasing the line that separates politics from art."
Camnitzer 2007, S. 12.



autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe / Blissett, Luther / Brünzels, Sonja 2001: Handbuch der Kommunikationsguerilla, Hamburg und Berlin.
Hecken, Thomas 2006: Avantgarde und Terrorismus. Rhetorik der Intensität und Programme der Revolte von den Futuristen bis zur RAF, Bielefeld.



Global Conceptualism: Points of Origin, 1950s-1980s, 28.4. bis 29.8.1999, Queens Museum of Art
KuratorInnen: Luis Camnitzer, Jane Farver und Rachel Weiss

Bildquelle >>

--> Dekonstruktion von:
wirksamen Ideologien des Begriff der Conceptual Art: nordamerikanisch, westeuropäisch, ästhetisch
veränderte Terminologie
veränderte Datierung
veränderte Lokalisierung
veränderte Kunstkonzeption: Konzentration auf lokale politische, ökonomische und soziale Prozesse
veränderte Per- und Rezeption: u.a. Publikumsansprache über veränderte räumliche Konzepte und technische Kanäle




Tania Bruguera, Tatlins Whisper, 2009, Havanna >>
Tatlins Whisper, 2008, London >>



Immigrant Movement International, seit 2006 >>
IMI >>
MPP, seit 2006 >>
Watch Immigrants Tell Trump His Tower Was #BuiltByUs, 2016 >>
Artivismo.org >>
Art + activism = artivism, 2017 >>

Introduction on Useful Art
Tania Bruguera, 2011 >>
"Useful Art is not something new. It may have not be called that, it may not have had been mainstream in the art world, but it is a practice that somehow has become a natural path for artists dealing with political art and social issues.
All art is useful, yes, but the usefulness we are talking about is the immersion of art directly into society with all our resources.
...
Useful Art is a way of working with aesthetic experiences that focus on the implementation of art in society where art's function is no longer to be a space for 'signaling' problems, but the place from which to create the proposal and implementation of possible solutions. We should go back to the times when art was not something to look at in awe, but something to generate from. If it is political art, it deals with the consequences, if it deals with the consequences, I think it has to be useful art.
Coincidentally while doing my research on the term, that I originally used in Spanish 'Arte Útil' [which like in French (art utile) or Italian (arte utile) because they have a dimension that is lost in English-the fact that utile means also a tool]"

Reflexion on Useful Art
Tania Bruguera, 2012 >>
"The sense of Arte Útil is to imagine, create, develop and implement something that, produced in artistic practice, offers the people a clearly beneficial result. It is art because it is the elaboration of a proposal that does not yet exist in the real world and because it is made with the hope and belief that something may be done better, even when the conditions for it to happen may not be there yet. Art is the space in which you behave as if conditions existed for making things you want to happen, happen, and as if everyone agreed with what we suggest, although it may not be like that yet: art is living the future in the present. Art is also making people believe, although we know we may have not much more that the belief itself. Art is to start practicing the future.
...
Arte Útil is transforming affection into effectiveness.
...
Arte Útil functions directly with/in reality. Arte Útil has a different society in mind.
...
Arte Útil should be part of everyday life; it should be a daily exercise in creativity."



Art into Society, Society into Art, 30.10. - 24.11.1974, Institute for Contemporary Arts, London
vorab: Ausstellung Kunst im politischen Kampf, Aufforderung - Anspruch - Wirklichkeit, 30.3. - 15.5.1973, Kunstverein Hannover und
zweitägiges Kolloquium in der Produzentengalerie Dieter Hacker in Berlin am 26. und 27. April 1974

Hans Haacke, Visitor Profile, 1973
"There are no 'artists', however, who are immune to being affected and influenced by the socio-political value-system of the society in which they live and of which all cultural agencies are a part, no matter if they are ignorant of theses contraints or not."
"Artists [...] work within that frame, set the frame and are being framed."
in: 1973: Kunst im politischen Kampf. Aufforderung, Anspruch, Wirklichkeit. Ausstellungskatalog. Kunstverein Hannover.

Gustav Metzger, Years without Art, 1974
"To bring down the art system it is necessary to call for years without art, a period of three years - 1977 to 1980 - when artists will not produce work, sell work, permit work to go on exhibition, and refuse collaboration with any part of the publicity machinery of the art world. This total withdrawl of labour is the most extreme collective challenge that artists can make to the state."
in: 1974: Art into Society, Society into Art, Ausstellungskatalog, S. 79.



30.10.2019

1. Aktuelles und Zusammenfassung
2. Dekonstruktion, Global Conceptualism und Entunterwerfung
3. Postulate/Dogmen/Ideologien 1999 und 2019
4. Haacke: MoMA-Poll und Shapolsky



e-flux, 25.10.2019: Open Strike in the cultural sector in Lebanon, unterzeichnet von einer Vielzahl von Kunstinstitutionen wie das Beirut Art Center, die Arab Image Foundation, The Arab Fund For Arts and Culture >>

25.-27.10.2019, Post-Heimat Encounter #3, Münchner Kammerspiele >>

26.10.-17.11.2019, 4. Herbstsalon des Maxim-Gorki-Theater Berlin, De-heimatize it! >>
26.10.2019 De-heimatize Belonging Konferenz >>


4. Berliner Herbstsalon am Gorki Theater Berlin >> , 28.10.2019 >>
Guerrilla Girls >>

Jonathan Culler 1988: Dekonstruktion. Derrida und die poststrukturalistische Literaturtheorie, Reinbek bei Hamburg.
Peter Engelmann (Hrg.) 1990: Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart.
Judith Butler 1993, Kontingente Grundlagen: Der Feminismus und die Frage der 'Postmoderne', in: Seyla Benhabib / Judith Butler / Drucilla Cornell / Nancy Fraser (Hg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Frankfurt/Main 1993, S. 31-58.
"Denn die Frage ist: Welches rationalistische Projekt legt vorab fest, was als Vereinbarung zählt?" (1993, 36)
"[d]ie Aufgabe [...] eher darin zu fragen, was durch den theoretischen Schritt, Grundlagen festzulegen, autorisiert und was ausgeschlossen oder verworfen wird." (1993, 37)
Denn "[d]ekonstruieren meint nicht verneinen oder abtun, sondern in Frage stellen [...]." (1993, 48)

--> Oppositionen aufspüren, implizite hierarchische Verhältnisse benennen, weitere Termini danebensetzen, die erzählten, gefestigten und gesättigten Ordnungen durchlaufen, aufgelockern, mobilisieren und neuordnen.
Mit der Dekonstruktion wird nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, das Ausgegrenzte zu benennen und einzuschließen und die uns konstituierende Matrix der Macht umzuarbeiten.



2.11.2019, HKW Berlin, De-Centering Narratives. Internationale Solidaritäts- und Befreiungsbewegungen am Rande des kunsthistorischen Kanons >>
Forschungsprojekt Kanon-Fragen, 2016-2019 >>

Tania Bruguera, Introduction on Useful Art, 2011 >>
"Coincidentally while doing my research on the term, that I originally used in Spanish 'Arte Útil' [which like in French (art utile) or Italian (arte utile) because they have a dimension that is lost in English-the fact that utile means also a tool]"

Michel Foucault, Was ist Kritik?, 1978
"Wie ist es möglich, dass man nicht derartig, im Namen dieser Prinzipien da, zu solchen Zwecken und mit solchen Verfahren regiert wird - dass man nicht so und nicht dafür und nicht von denen da regiert wird?" (1992, 11f.)
"Die Kritik also wird sagen: um unsere Freiheit geht es weniger in dem, was wir mit mehr oder weniger Mut unternehmen als vielmehr in der Idee, die wir uns von unserer Erkenntnis und ihren Grenzen machen." (1992, 17)

Lingner, Michael 1999: Krise, Kritik und Transformation des Autonomiekonzepts moderner Kunst >>
Historischer Verlauf von Autonomie: Von Kant über die Romantiker hin zur Moderne (klassische Moderne, Avantgarde, Postmoderne)
"Je weiter der Autonomieverlust faktisch fortschreitet, desto rigider und raffinierter wird im Kunstsystem so operiert, als ob, losgelöst von den realen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die alte Autonomie der Kunst ungebrochen fortbestünde. So gehört es zu den unabdingbaren institutionellen Voraussetzungen, denen sich Kunst heute anpassen muss, dass sich Werke wie Schöpferinnen so präsentieren (lassen), dass sie weiter als autonom erscheinen. Wenn die entsprechenden Verleugnungs-, Verstellungs oder Verdrängungsleistungen nicht erbracht werden, ist mit der Gunst des Kunstbetriebes kaum noch zu rechnen."

3 Illusionen/Dogmen/Ideologien/idealistische Postulate, den Anschein von Werk- und Künstlerautonomie aufrechtzuerhalten:
1. Einheit des Werkes
2. Zweckfreiheit
3. Reduzierung auf die Symbolfunktion
"Gefragt sind ausschliesslich Kunststücke, die sich mit der unverbindlichen Symbolisierung von Autonomie begnügen und zu nichts anderem als einer gleichermassen folgenlos bleibenden bewundernden Betrachtung dieses Phänomens geschaffen sind."

Ergänzung 2019:
4. Interpretation
5. Freiheit
6. Vernatürlichung des Kunst-Begriffs

Charlotte Klonk, Ikone der Klimaschutzbewegung, taz, 4.10.2019 >>

30.10.2019, CAS, Wie frei ist die Kunst? >>

Hans Haacke
MoMA-Poll, 1970
Shapolsky et al. Manhattan Real Estate Holdings, A Real Time Social System, as of May 1, 1971


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6.11.2019

1. Rückbezüge und Aktuelles
2. Reenactments



26.10.-17.11.2019, 4. Herbstsalon des Maxim-Gorki-Theater Berlin, De-heimatize it! >>
Wissenschaftliche Konferenz @ HU-Berlin >>
Young Curators Academy >>
Kunstausstellung >>
Theater/Performances >>








Ender/Kolosko, Theater ohne Grenzen, Lebensdorn Heilanstalten Haus 2, Installation und Performance, 2019 >>


Danica Dakić, The Stage, Video 2019 >>
und Regina José Galindo, Tierra, Video, 2013 >>



Lea Draeger, 1000 Ökonomische Päpste, Zeichnungen, 2015-2019 >>


Mehtap Baydo, Cuma, Wandteppich, 2016 >>


Candice Breitz, TLDR, Videoinstallation, 2017 >>


Donna Miranda, Scores for National Democracy, Archiv, 2019 >>


Maria Paula Maldonado, I come from..., Installation, 2019 >>


Alanna Lockward, Archiv, 2019 >>


Tanja Ostojić, After Courbet, Fotografie, 2004 >>


Regina José Galindo, No aceptamos Sus Disculpas / Wir akzeptieren Eure Entschuldigungen nicht, Performance 2019 >>
















Lola Arias, Audition for a Demonstration, 3.11.2019, Haus der Statistik >>












Haus der Statistik, Allesandersplatz >> , Statista, Beecoin, Falling Wild, 2019

Walter Womacka, Unser Leben, Mosaik, 1964, Alexanderstr. 9, Berlin-Mitte >>

Falling Wild, Struktur >>
Falling Wild, Bilder >>

El Lissitzky, Prounen-Raum, 1923, rekonstruiert 1965 >>
rekonstruiert 1971 >>

Beecoin >>

Henri Lefèbvre 1968: Le droit à la ville.
David Harvey 2008: The Right to the City >>
Recht auf Stadt, Hamburg, seit 2009 >>














4.11.2019, Berlin Alexanderplatz: 30 Jahre Friedliche Revolution - Mauerfall



Judith Butler 1991: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt.
Dies. 1997: Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts, Frankfurt.
Inke Arns / Gabriele Horn (2007): History will repeat itself. Strategien des Reenactment in der zeitgenössischen (Medien) Kunst und Performance, Frankfurt/Main.
Jens Roselt / Ulf Otto (Hg.) 2012: Theater als Zeitmaschine. Zur performativen Praxis des Reenactments. Theater- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Bielefeld:
- Verrücken von vertrauten Interpretationsmustern
- Thematisierung der medialen Konstruiertheit von Geschichte
- sinnliches Verfahren als Praxis der Teilhabe und der Verkörperung
- spezifisch zeitgenössische Geste
- Geschichte als Erlebnisraum und Körper als Gedenkstätte
- Übertragung kommunaler Zusammenhänge in individualisierte Erlebnisse
- Ereignishaftigkeit der Medien eingebaut
- Übersetzung von Vorbildern in materielle Erfahrungsräume
- Aneignung von Erfahrungbildern erzeugt mediale Nachbildungen

ausserdem:
- neue Zeitentwürfe
- Thematisierung von Geschichte, Vergangenheit, Gegenwart
- Thematisierung von Erinnerung
- Thematisierung von Repräsentationsfragen




Deutschland 2, Rimini Protokoll, 2002 >>
Dokumentation >>

Hauptversammlung, Rimini Protokoll, 2009 >>
Dokumentation 3sat >>

Sturm auf den Reichstag, Milo Rau und Schaubühne Berlin, 7.11.2017











13.11.2019

1. Zusammenfassung und Vertiefung
2. Preenactments
3. Affekte / Affective Societies / Affect Studies



Sturm auf den Reichstag, 7.11.2017, Milo Rau und Schaubühne Berlin >> , 14:25-15:10

General Assembly, 3.-5.11.2017, Milo Rau und Schaubühne Berlin >>
Zusammenfassung 4:09-7:06 >>
Tagesordnung >>
Charta für das 21. Jahrhundert >>








Quelle des Bildmaterials >>



Moskauer Prozesse, 1.-3.3.2013, Milo Rau und Moskauer Sacharow-Zentrum >>





Kongo-Tribunal, 2015, Bukavu/DRK und Berlin/D >>
Webseite >>
Mapping-Report der Vereinten Nationen >>



Referenz auf
- Russell-Tribunal, 1966-67, London, Stockholm, Roskilde
- Irak-Tribunal, 2003-05, Berlin, London, Mumbai, Brüssel
- Palästina-Tribunal, 2014, Brüssel



Adam Czirak / Sophie Nikoleit / Friederike Oberkrome / Verena Straub / Robert Walter-Jochum / Michael Wetzels (Hg.) 2019: Performance zwischen den Zeiten. Reenactments und Preenactments in Kunst und Wissenschaft, Bielefeld >>

Marchart, Oliver 2019: Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and Public Sphere, Berlin:
Pre-enactment ist a "term for the artistic anticipation of a political event to come" (S. 177)
"The future society is brought into existence in the very moment in which it is pre-enacted." (S. 186)

Während das Konzept des Reenactments als eine Vergegenwärtigung von Vergangenem durch Wieder-Holung verstanden werden kann und damit aber auch immer eine prospektive Dimension enthalten ist (der Blick von heute auf das gestern auch für das morgen), geht es bei den Preenactments um die Erprobung und Herstellung hypothetischer Zeit- und Räumlichkeiten und möglicher Realitäten im Kontext des Retrospektiven (der Blick von heute in das morgen auch für das gestern).
Das Zukünftige wird im Kontext der Vergangenheit in der Gegenwart verhandelt.
Zukünftiges wie "die" Zukunft wird durch die Schleifen und Windungen der "time-loops" (Marchart) der Preenactments herausgetastet, herausgefiltert, angereichert, angelegt, konfiguriert, präfiguiert, extrapoliert. Das Zukünftige wird performativ, genauer formuliert pre-formativ verhandelt, es wird damit gestalt- und planbar, also eben nicht nur imaginier- und antizipierbar.



Interrobang >>
Hofmann & Lindholm >>
Public Movement >> , >>



Welt-Klimakonferenz, Rimini Protokoll, Hamburger Schauspielhaus, 2014/15 >>
Bewegtbilder auf Vimeo >>

Trainings for Future, Jonas Staal und Florian Malzacher, 2018
Ankündigung >>
Projektbeschreibung >>
Ruhrtriennale >>
Webseite >>

Trainings for the Not-Yet, Jeanne van Heeswijk, basis voor aktuele kunst Utrecht >>
Programm >>



Zentrum für Politische Schönheit
Das Holocaus-Mahnmal Bornhagen, seit Februar 2017 >>
Zeugenvernehmung Bornhagen, 24.11.2017 >>
Soko Chemnitz, 2018 >>
Flüchtlinge Fressen. Not und Spiele, 2016 >>



Marchart, Oliver 2019: Conflictual Aesthetics, Berlin:
"But as long as conditions such as collecitivity, organziation, and strategy are not mediated by antagonism, there is nothing truly political about such a practice." (180)
"And if there is no conflict occurring then you have to look for trouble. You have to see where the hidden lines of latent conflicts run, and you have to try to (re)activate them by pre-enacting their future reenactment. You'll have to construct a time loop." (181)

Oliver Marchart 2014: The Art of Preeanactments, SoDA Lecture >>



SFB 1171 Affective Societies: Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten >>
Teilprojekte >>
Themengruppe Reenactment >>
Konferenz P/Re/Enact! Performing in Between Times, 27.-28.10.2017 >> , >>

Clough, Patricia Ticineto/Halley, Jean (Hrsg.) (2007): The Affective Turn. Theorizing the Social. Durham/London.

The Alphabet of Feeling Bad, 2014, HD, 14:22 min, Karin Michalski, Performance: Ann Cvetkovich >>
Setting >>
Teaching a Plant the Alphabet, 1972, 18:08, John Baldessari >>



20.11.2019

P/Re/Enactments
- Adrian Piper
- Beuys
- Group Material
im Kontext von "Demokratie demokratisieren"



Dread Scott, Slave Rebellion Reenactment, Louisiana 1811, 9./10.11.2019
Dread Scott >>
Slave Rebellion >>
1811_German_Coast_uprising >>
about >>



Anta Helena Recke, Mittelreich, 2018, Kammerspiele München >>
Anna-Sophia Mahler, Mittelreich, 2015, Kammerspiele München >>

Fachtagung: Ästhetiken der Intervention. Ein- und Übergriffe im Regime des Theaters, Kammerspiele München, 22./23. November 2019 >>



Martha Rosler, Semiotics of the Kitchen, 1975




Adrian Piper, The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3, 2013 >>
Instructions >>




Art into Society, Society into Art, 30.10. - 24.11.1974, Institute for Contemporary Arts, London


Bildquelle: Archive ICA >>


Bildquelle: Joachimides 1974, London.



Re-Lektüre: 19.1. bis 6.3.2016 im ICA Reading Room >>
about >>

Joseph Beuys, Richtkräfte einer neuen Gesellschaft, 1974-77 >>

Beuys u. a.
1967: Deutsche Studentenpartei (DSP) >>
ab 1970: Organisation der Nichtwähler, Freie Volksabstimmung
ab 1971: Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung
documenta 5, 1972: >> (20:21 bis 21:17)
ab 1972 (bis 1988), Free International University (FIU)
seit 1976: Arbeitsbündnis mit der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (Kandidatur Bundestag, NRW)
1980 geht die AUD in Die Grünen auf (Kandidatur Europaparlament, NRW)
Omnibus für direkte Demokratie in Deutschland >>


Ausstellung im Hamburger Bahnhof, Berlin, 3.10.2008 - 25.1.2009



Honigpumpe am Arbeitsplatz, 1977 >>

Johannes Stüttgen über FU, Studentenpartei u. a. >>



Group Material
Archive NYU >>

Timeline: A Chronicle of US Intervention in Central and South America, 1984, PS1, NY
Bildmaterial >>
MoMA >>
Doug Ashford about >>

AIDS Timeline, 1989 in Berkeley, 1990 in Hartford und 1991 auf der Whitney Bienial in NY
Ashfort / Ault / Group Material AIDS Timeline, Ostfildern, 2012 >>
Berkeley >>
Whitney >>

Democracy, September 1988 bis Januar 1989, Dia Art Foundation, NY
Bildmaterial >>



"Each installation was 'a veritable model of democracy' in which multiple viewpoints were represented in a variety of styles and methods." >>



27.11.2019

Demokratie demokratisieren (Martin Saar, 2019)



Monopol Top 100 2019 >>
ArtReview 2019 Power 100 >>

Hans Haacke, Manet-PROJEKT'74, 1974, zehn Schrifttafeln in schwarzer Rahmung unter Glas, einfarbige Fotoreproduktion von Manets Une botte d'asperges (Spargelbündel) im Museumsrahmen, Tafeln je 80 x 52 cm, Manet-Reproduktion 83 x 93 cm, Museum Ludwig, Köln, Installation Galerie Paul Maenz, Köln, 1974.
Startpage: Haacke Manet-PROJEKT'74 >>
Niklas Maak, Kunst kritisch? in: FAZ, 22.12.2006 >>
Aktuelle Haacke-Ausstellung, bis 26.1.2020, New Museum, NY >>



Erste Internationale Dada-Messe, Berlin, 30.6. - 15.8.1920 >>

Exposition International du Surréalisme, Paris, Galerie des Beaux Arts, 1938 >>

Ausstellung First Papers of Surréalisme, New York, Whitelaw Reid Manison, Madison Avenue, 1942 >>



Demokratie demokratisieren
- Group Material (1979 bis 1996)
- Guerrilla Girls (seit 1985) >> , Twitter >>
-- Do Women Have To Be Naked To Get Into the Met. Museum?, 1989 >>
-- 2019, NY >>
- Art Workers' Coalition (seit 1969) >>
"The Museum should be open on two evenings until midnight and admission should be free at all times.
Artists should be paid a rental fee for the exhibition of their works.
The Museum should recognize an artist's right to refuse showing a work owned by the Museum in any exhibition other than one of the Museum's permanent collection."
- Act Up (seit 1987) >>
- PAIN (Prescription Addiction Intervention Now) / Nan Goldin (seit 2018): Sackler, Purdue Pharma, Oxycontin >>

- Gran Fury (seit 1988) >>
- Women's Action Coalition (seit 1992) >>
- Working Artists and the Greater Economy = W.A.G.E. (seit 2008) >>



4.12.2019, 19h, FEMINIST INVASION >>
Wellen des Protests: Beispiele feministischer Aktionen in München von den 1980er Jahren bis heute
Gespräch mit Sophia Süßmilch und Stefanie Zoche
Akademie der Bildenden Künste München, Neubau



Short Century, Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen in Afrika 1945-1994, 2001/2002 München, Berlin, Chicago, NY >>

"Decolonization, and its attendant ideological and philosophical contestation of Western imperialism, does [...] remain one of the most significant events of the twentieth century [...]."
Okwui Enwezor (Hrsg.), 2001: The Short Century. Independence and Liberation Movements in Africa 1945-1994, München, S. 10.



Documenta 11, 2001-2002: Berlin, Wien, Neu-Delhi, St. Lucia, Lagos, Kassel
Künstlerischer Leiter: Okwui Enwezor
Ko-Kuratoren: Carlos Basualdo, Ute Meta Bauer, Susanne Ghez, Sarat Maharaj, Mark Nash, Octavio Zaya

Enwezor, Okwui: Die Black Box, in: Documenta 11_Plattform 5: Ausstellung, Katalog, Ostfildern-Ruit 2002, S. 42-55.

"Als diagnostisches Instrumentarium bemüht sich die Ausstellung aktiv, die Beziehungen, Verbindungen und Trennungen zwischen unterschiedlichen Realitäten in Szene zu setzen, zwischen Künstlern, Institutionen, Disziplinen, Genres, Generationen, Prozessen, Formen, Medien und Aktivitäten sowie zwischen Identität und Subjektivierung. Gegen die vermeintliche Reinheit und Autonomie des Kunstobjekts setzt die vielfach vernetzte Ausstellung einen neuen Begriff von Moderne, der auf den Ideen von Transkulturalität und Exterritorialität basiert. Damit ist das Ausstellungsprojekt der fünften Plattform weniger ein Gefäß für Gebrauchsobjekte als vielmehr die Zusammenfassung einer Pluralität von Stimmen, die materielle Reflexion über eine Reihe disparater und doch miteinander verknüpfter Aktionen und Prozesse."
Enwezor 2002, S. 55.

d11-Archiv >>
- Plattform1: Demokratie als unvollendeter Prozess, Berlin, 09.-30. Oktober 2001, Haus der Kulturen der Welt und Wien, 15. März-20. April 2001, Akademie der Bildenden Künste Wien
- Plattform 2: Experimente mit der Wahrheit: Rechtssysteme im Wandel und die Prozesse der Wahrheitsfindung und Versöhnung, Neu Delhi, 07.-21. Mai 2001, India Habitat Centre
- Plattform 3: Créolité und Kreolosierung, Hyatt Regency St. Lucia, St. Lucia, West Indies, 12.-16. Januar 2002 >>
- Plattform 4: Unter Belagerung: Vier afrikanische Städte, Freetown, Johannesburg, Kinshasa, Lagos, Goethe-Institute Inter Nationes Lagos 15.3.-21.3.2002
- Plattform 5: Ausstellung Documenta11, Kassel, 8. Juni bis 15. September 2012
Foto-Rundgang >>

"Mit ihrer Durchquerung von Kontinenten und Städten, Standorten und Disziplinen, Praktiken und Institutionen, Formaten und Öffentlichkeiten will die Documenta11 neue Räume für die kritische Reflexion über die zeitgenössische Situation von Kunst und Kultur eröffnen." Enwezor 2002, S. 52

"Wenn wir begreifen wollen, welchen Beitrag zeitgenössische Kunst und Künstler zur Gesaltung der Zukunft leisten können, dann versteht es sich von selbst [...], dass der Horizont der Documenta11 als intellektuelles Forum und als Ausstellungsprojekt neu definiert und erweitert werden musste." Enwezor 2002, S. 53

"Um zu begreifen, was die Avantgarde von heute ausmacht, darf man nicht auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst ansetzen, sondern muss bei Kultur und Politik beginnen, ebenso wie im öknomischen Bereich, der alle Beziehungen bestimmt, die unter die überwältigende Hegemonie des Kapitals geraten sind." Enwezor 2002, S. 45

"Das Projekt Demokratie als unvollendeter Prozess stellt eine hinterfragende Umkehrung der Theorien und institutionellen Politik dar, die das Feld der Demokratie als im Wesentlichen vollendet definiert haben. [...] Der Begriff 'unvollendet', der im Titel des Projektes auftaucht, spielt auf die vielfältigen Modifikationen an, denen die Ethik der Demokratie und ihre institutionellen Formen unterzogen sind - und noch immer unterzogen werden -, und die Demokratie zu einem eigentlich unrealisierbaren Projekt machen oder, anders ausgedrückt, zu einem Work in Progress." Enwezor 2002, S. 49



Martin Saar, Muss Demokratie demokratisiert werden?
17.5.2019, Frankfurt University of Applied Sciences >>
Audiofile Dlf Nova >>

Demokratie = Krisenbegriff
Demokratie nicht als die Herrschaft des Demos, des Volkes, des einen Volkes, nicht von dem einen oder der einen ausgehend
stattdessen: Vielheiten, Verhandlungsformen, Lebensformen, Umgangsformen von Vielen
"Demokratie ist eher der Name für irgendetwas, was viele miteinander tun, was sie zum Handeln befähigt, ohne dass eine Einheit, ein Volk dabei herausspringt."
Demokratie nicht als Vollzug von Vereinheitlichung, Uniformität, Herstellung von Handlungsfähigkeit einer Instanz denken, sondern als Umgang mit Vielfältigkeit und Handlungsfähigkeit von Vielen und Vielem und dies ohne Einheit.
Konzepte von Einheitstiftung und Vielfaltstoleranz Heterogenitäten und Vielheiten, Multitudo und Menge, die in unterschiedlichen Formen des Handelns, des Streitens auftreten, des sich Einmischens, des Intervenierens, Protestierens, sich Äussern und auf die Straße gehen, ohne eben dabei eine Einheit zu bilden.
Es handelt sich nicht um ein Volk, sondern um Splittergruppen und Protestbewegungen. Demnach handelt es sich auch nicht um Vereinheitlichungspraktiken, sondern um Vielheit von Äusserungen, Interventionen, Engagements, Bestreitungen und Verwerfungen.



Fellowship in Civic Engagement @ Pratt Institute, Department of Fine Arts, Bewerbungen bis 7.1.2020 >>



11.12.2019

Menschenrechte, Teil 1



Turner-Preis 2019, bis 12.1.2020, Turner Contemporary in Margate >>

Lawrence Abu Hamdan >>
"My interest in sound is that it can't be contained, you can't put it in a box. It will always leak."
The Association of Detainees and The Missing in Sednaya Prison, ADMSP >>
about Sednaya >>

Oscar Murillo >>
Blutige Kohle für deutschen Strom, Alexandra Endres, Zeit, 27.9.2002 >> , >>

Preisverleihung am 3.12.2019 >>



Die Vielen e.V. >>
Sachstand, Deutscher Bundestag, 2019 >>
Die Freiheit der Kunst steht auf dem Spiel, Kathrin Fromm, 26.11.2019, Zeit >>


Münchner Kammerspiele, Foyer, 2019
Bayerische Erklärung >>



Ananya Roy >>
"Die radikale Demokratie, von der ich träume und deren Entstehen ich gerade überall beobachte, wird angetrieben von rigorosen intellektuellen Visionen und globalen Theorien. Oft entstehen sie an vergessenen Orten. Anspruchsvolle Konzeptionen von Eigentum und Miete, von Schulden und Spekulation, von Anlagegütern und Sozialhilfe, von Einkommen und Profit wachsen heute innerhalb von gesellschaftlichen Bewegungen. Robuste Denkgerüste für Zugehörigkeit, Recht und Zuflucht stammen heute von Hip-Hop-Musikern, inhaftierten Künstlern und Grenzaktivistinnen. Radikale Demokratie benötigt daher nicht nur eine Resozialisierung der Infrastrukturen unserer Lebenswelten, sondern auch eine neue Wertschätzung von subalternem und unterdrücktem Wissen." 30.11.2019 >>

Thomas Mann, Radioansprachen Deutsche Hörer!, 1940 bis 1945 >>



Ayse X Staatstheater >>
Konstrukt >>
Heterotopien sind "wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können." Foucault, Michel: Andere Räume (1967), in: Barck, Karlheinz (Hg.): Aisthesis: Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik, Leipzig 1993, S. 39.



General Assembly, 2017, Berliner Schaubühne >>
Charta für das 21. Jahrhundert, 2018, Milo Rau & KollegInnen >>
Das Kissinger Projekt, Alfredo Jaar in Kooperation mit dem European Center for Constitutional and Human Rights >> , 2012
Hotel Gelem, Wachter/Jud, Tomas Wald, Alex, Rada, Gjemi, Turkijan und ihren Familien, seit 2010 >>
The Silent University, seit 2012 >>
Rose Valland Institute, Maria Eichhorn, 2017 >>
The List, Banu Cennetoglu, 9.11.2017, listofdeath [at] unitedagainstracism.org
Forensic Architecture, seit 2011 >>
New World Summit, Jonas Staal, seit 2012 >>
Artist Organisations International, Jonas Staal, 2015 >>
Der Wert der Menschenrechte - digital_series#no.217241, GeheimRat, seit 2004 >>



Amnesty International, seit 1961
Human Rights Watch, seit 1978
Konferenzen über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) mit der Schlussakte von Helsinki, 1975
Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien, 1993



Documenta 11, 2002

Felix in Exile: Geography of Memory, William Kentridge, 1994


Fish Story, Allen Sekula, 1990-1995
Startpage: Fish Story Sekula >>

"Mit ihrer Durchquerung von Kontinenten und Städten, Standorten und Disziplinen, Praktiken und Institutionen, Formaten und Öffentlichkeiten will die Documenta11 neue Räume für die kritische Reflexion über die zeitgenössische Situation von Kunst und Kultur eröffnen." Enwezor 2002, S. 52



- Art and Human Rights, eine Ausstellungsserie in Canberra zwischen 2003 und 2008, kuratiert von Caroline Turner
- Land of Human Rights, ein Langzeitprojekt seit 2007 im Verein für zeitgenössische Kunst rotor in Graz, kuratiert von Margarethe Makovec und Anton Lederer >>
- NEWTOPIA: The State of Human Rights, Mechelen und Brüssel 2012, kuratiert von Katerina Gregos im Rahmen von Visual Arts Flandern 2012 >>



Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verabschiedet von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10.12.1948 in Paris >>

Envisioning Human Rights. How to claim the Common (Good), 16.12.2019, Tagung des Kunsthistorisches Institut in Florenz, ab 9:45 Uhr >>

Brems/Van Gelder 2014, Engaged Visual Art as a Tool for Normative Renewal in International Human Rights: The Case of Ariella Azoulay's Potential History, 2012:
"Since the beginning of the new millennium, a 'legal turn' has taken place within the visual arts."
"In that sense, the universal spectator in international human rights law does more than looking."

Ariella Azoulay, 'The Family of Man': A Visual Universal Declarataion of Human Rights, in: Thomas Keenan / Tirdad Zolgahdr (Hg.), The Human Snapshot, Berlin 2013:
"[...] a landmark event in the history of photography and human rights."
"[...] archive containig the visual proxy of the United Nations' 1948 Universal Declaration of Human Rights."

The Family of Man, 1955, Museum of Modern Art NY >>
Roland Barthes, Mythen des Alltags, Frankfurt/Main 1964.

actio popularis:
In Popularklagen sehen sich die KlägerInnen nicht in ihren eigenen, in ihren Individualrechten verletzt, sondern klagen stellvertretend für Andere und/oder im Interesse einer Allgemeinheit und öffentlicher Angelegenheiten, sie sind damit anders- statt selbstbezogen, es werden Rechte für andere bzw. Dritte statt für sich in Anspruch genommen.



New World Summit, seit 2012, Studio Staal >>
Artist Organisations International (AOI), 2015 >>
New Unions, 2016

New World Summit Berlin 2012 >>
Leiden 2012
Kochi 2012/13
Brüssel 2014 >>
Rojava 2015 >>
Utrecht 2016 >>
Oslo 2016







Tatlin, Monument für die III. Internationale (1919/20, Architekturmodell), >>
Rodtschenko, Entwurf eines Kiosk (1919, Zeichnung) >>
Lissitzky, Schlagt die Weißen mit dem roten Keil (1920, Plakat) >>

ICAN, International Campaign for the Abolition of Nuclear Weapons >>



18.12.2019

Menschenrechte, Teil 2



The decade's biggest art controversies chronologically, ARTnews, 11.12.2019 >>
- Tania Bruguera is arrested (2014)
- Protests against Sackler funding at museums force change around the world (2018)
- Whitney Museum vice chair Warren B. Kanders resigns after activists call for his removal (2019)

The 10 Best Art Shows of 2019 From an art-world protest to a radically original self-portraitist, Vulture, 12.12.2019 >>
- 1. Protests by Decolonize This Place (Whitney Museum):
"And while the protest shows a path forward, an honest conversation about toxic philanthropy and systemic reconstruction has yet to begin. The art world is a structure awash with plutocrats, gross inequity, and obscene amounts of money, which benefits nearly everyone in the business, even many of those who count themselves as agents of change."

Robert Cenedella >> , >>
Can an Outsider Artist Win His $100 Million Lawsuit Against NYC's Five Major Museums? Zachary Small, 20.12.2018, hyperallergic >>
"The closed ecosystem is heavily influenced by well-connected collectors, galleries, art dealers, auction houses, and does not benefit artists or the art-loving public."
Artist's $100 Million Lawsuit Is "Completely Baseless," Says Lawyer for Five Top Museums, Daniel A. Gross, 22.3.2018, hyperallergic >>



Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem Archiv der sozialen Demokratie >>
Vier Stipendien im Rahmen des Promotionsprogramms Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft
Bewerbungsschluss: 05. April 2020



Universal Declaration of Human Rights / Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verabschiedet von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10.12.1948 in Paris >>
UN-Zivilpakt, 1966 >>
UN-Sozialpakt, 1966 >>
3 Generationen von MR: zivile und politische Rechte / wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte / kollektive Rechte

Europäische Menschenrechtskonvention von 1953
Amerikanische Menschenrechtskonvention von 1969
Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker von 1981
Arabische Charta der Menschenrechte von 1994
Asiatische Menschenrechtsdeklaration von 2012

Artikel 27
(1) Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.
(2) Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.
Quelle >>

Artikel 5 Abs. 3 des GG
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Quelle >>

Artikel 1 Abs. 2 des GG
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
Quelle >>

Artikel 2 des Vertrags der Europäischen Union
Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.
Quelle >>



Tag der Menschenrechte: Eindringliche Appelle aus aller Welt, 11.12.2019, dlf >>



New World Summit, seit 2012, Studio Staal >>

Judith Butler, Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, Berlin 2016.

Jonas Staal, Assemblism, in: e-flux journal #80, 2017, >>

Drucksache 19/15782 des Deutschen Bundestags, 10.12.2019: Zivilgesellschaftliches Engagement stärken, Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger schützen - Hierzulande und weltweit >>



Oliver Ressler, Everything's coming together while everything's falling apart, Filminstallation, seit 2015 >>
Everything's coming together while everything's falling apart: ENDE GELÄNDE, 2016 >>

Fotogeschichte, Heft 154, 2019: Protestfotografie >>
Susanne Regener, Dorna Safaian, Simon Teune (Hg.)



Verfassung des Freistaates Bayern, Artikel 98 in Verbindung mit dem Gesetz über den Bayerischen Verfassungsgerichtshof von 1990 >>
Art. 55: Popularklage
1 Die Verfassungswidrigkeit einer Rechtsvorschrift des bayerischen Landesrechts kann jedermann durch Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof geltend machen.
2 Er hat darzulegen, dass ein durch die Verfassung gewährleistetes Grundrecht verfassungswidrig eingeschränkt wird.
Quelle >>



Brian O'Doherty, In der weißen Zelle. Inside the White Cube, hg. v. Wolfgang Kemp, Berlin 1996.

CalArts, MA Aesthetics and Politics Program >>



The Value of Human Rights - digital_series#no217241, GeheimRat.com, seit 2004
Konzept >>
Börsenentwicklungen u. a. >>

"Die Theorie der Menschenrechte im Verhältnis zu ihrer Anwendung => Der Wert der Menschenrechte in einem bestimmten Staat." Certicate vom 28.9.2004

6 Kommunikationsebenen
1. Lesen
2. Lernen
3. Interviewen
4. Argumentieren
5. Auktionieren
6. Archivieren

Sheila Benhabib 2016: Kosmopolitismus ohne Illusionen. Menschenrechte in unruhigen Zeiten, Berlin.
"Nur wenn 'die Menschen' nicht ledilgich als dem Recht Unterworfene, sondern auch als Urheber des Rechts betrachtet und tatsächlich behandelt werden, lässt sich glaubwürdig sagen, dass die Kontextualisierung und Interpretation von Menschenrechten aus öffentlichen und freien Prozessen demokratischer Meinungs- und Willensbildung hervorgegangen ist."
"[...] öffentlichen Argumentation, Beratung und Kommunikation umfassen, durch die universalistische Rechtsansprüche [...] angefochten und kontextualisiert, angeführt und widerrufen, postuliert und positioniert werden." S. 43.



Saisonschluss (2/3), Mathias Greffrath, dlf, 15.12.2019 >>



8.1.2020

Institutional Critique, und hierzu: Kritik, Entunterwerfung, reflektierte Unfügsamkeit, Widerständigkeit



Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954 >>
Kulturgut >>
von mehr als 130 Staaten ratifiziert >>



New World Academy, Base for Contemporary Art Utrecht (BAK), 2013-2017 >>

Judith Butler, Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, Berlin 2016
"Versammlungen haben schon vor und unabhängig von den spezifischen Forderungen, die sie stellen,eine Bedeutung." "Diese Formen verkörperter und pluraler Performativität sind wichtige Bestandteile für jedes Verständnis des 'Volkes' [...]." (15)

2019 - Jahr der Proteste, Dominic Johnson, taz, 30.12.2019 >>

Unterichtung durch das Deutsche Institut für Menschenrechte
Bericht über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland im Zeitraum Juli 2018 bis Juni 2019 vom 10.12.2019 >>

Streitraum: Kosmopolitismus und Menschenrechte from Streitraum on Vimeo.





Institutional Critique: Genre und/oder Praxis?!?

Johannes Meinhardt, in: DuMonts Begriffslexion zur zeitgenössischen Kunst, hrg. von Hubertus Butin, 2002, S. 126-130:
"Institutionskritik als Haltung in der Kunst bezeichnet künstlerische Arbeiten und Verfahrensweisen, welche die gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Herstellung und des Gebrauchs von Kunst analytisch untersuchen." (126)

3 Generationen bzw. 2 Generationen und eine weitere Periode oder ein Postscriptum ("Institutional Critique and After"):
1960/70er, Ende 1980er/Anfang 1990er Jahre, nach 2005

1. Generation:
Interesse an der Institution Museum als dem dominierenden Definitions- und Machtfaktor in der kulturellen Ökonomie: der weiße, vorgeblich neutrale Ausstellungsraum und dessen Form und Funktion als materieller und immaterieller Rahmen einer Kunstsetzung, Raumprinzipien und inszenatorische Komponenten als Konstitutive

Daniel Buren
April 1968, Musée d'Art Moderne de la Ville Paris
Oktober 1968, Galleria Apollinaire Mailand
1975, Städtisches Museum Mönchengladbach
Daniel Buren 1970: The Function of the Museum (Oxford: Museum of Modern Art, 1973).
"Die Nicht-Sichtbarkeit oder das Nicht-Nennen, Nicht-Aufdecken der Träger (Keilrahmen, Plazierung, Sockel, Rahmen, Rückseite, Preis usw. eines Werkes) ist also nicht ohne Belang oder ohne Absicht, gar 'natürlich', wie man uns glauben machen will; vielmehr ist es eine absichts- und bedeutungsvolle Maskierung, eine Verschleierung, die von der bürgerlichen Ideologie bewusst und mit aller Kraft betrieben sowie mit allen Mitteln aufrechterhalten wird. Hier wird 'die Wirklichkeit der Welt zu einem Bild der Welt und die Geschichte zur Natur' transformiert."

Marcel Broothaers, Musée d'Art Moderne, Departement des Aigles, 1968–1972

avant la lettre
Les Levine, White Sight, Januar 1969, Fischbach Gallery, New York
Christo, Januar bis März 1969, Museum of Contemporary Art, Chicago
Robert Barry, März 1970, Eugenia Butler Gallery, Los Angeles
Michael Asher, 1974, Claire Copley Gallery, Los Angeles

Seth Siegelaub
1968 Katalog Douglas Huebler
1969 July, August, September, 11 Künstler an 11 Orten
Juli/August 1970 Journal Studio International
1971 Artist's Reserved Rights Transfer and Sale Agreement, Bob Projanski >>

Weiteres: Lippard, Lucy R. 1997: Six Years: The dematerialization of the art object from 1966 to 1972.

Brian O'Doherty, Inside the White Cube, 1976, 3-teilige Essayfolge in Artforum International: Inside the White Cube: Notes on the Gallery Space (März 1976), The Eye and the Spectator (April 1976) und Context as Content (November 1976)
O'Doherty, Brian 1986: Inside the White Cube. The Ideology of the Gallery Space, San Francisco.
O'Doherty, Brian 1996: In der weißen Zelle. Inside the White Cube, hg. von Kemp, Wolfgang, Berlin.

Yves Klein, Le Vide, April 1958, Galerie Iris Clert, Paris
Arman, Le Plain, Oktober 1960, Galerie Iris Clert, Paris

Kurt Schwitters: Merzbau in Hannover (1923 bis 1943)
Marcel Duchamp: Januar/Februar 1938, Exposition Internationale du Surréalisme: One thousand two hundred coal bags
Marcel Duchamp: Oktober/November 1942, First Papers of Surrealism in New York City, 451, Madison Av.: Sixteen Miles of String



2. Generation:
gesellschaftliche Stellung und Funktion von Kunst, Ausstellungsort und dessen Funktion im Ausstellungsbetrieb, kuratorische Praxis und Bezügen zur Rezeption von Kunst. Spezifische Institutionen, diskursive Praxen, Strukturen, Regeln, Mechanismen und Machtverhältnisse, unter denen Kunst produziert, präsentiert, rezipiert und gehandelt wird Untersuchung konstituierender Rahmenbedingungen Museen, Galerien, Auktionshäuser, Privatsammlungen, Großausstellungen und Messen, Kataloge, Kunstmagazine, die Kunstkritik, die Kunstgeschichte...

Whatever Happened to the Institutional Critique? 1993
Galerie American Fine Arts, New York, kuratiert von James Meyer, mit Gregg Bordowitz, Tom Burr, Mark Dion und der Chicago Urban Ecology Action Group, Andrea Fraser, Renée Green, Zoe Leonard und Christian Philipp Müller
ausserdem: Fareed Armaly, Maria Eichhorn, Peter Fend, Fred Wilson und Rirkrit Tiravanija

Andrea Fraser, Museum Highlights: A Gallery Talk, 1989

Nicola Price, 24.3.2018, zu Andrea Frasers Museums Highligts, 1989 --> 12:38 bis 16:52

Andrea Fraser, Projekt in zwei Phasen, 1994/1995, EA Generali Foundation, Wien
Maria Eichhorn, Arbeit / Freizeit, Generali Foundation, Wien 1997
Rirkrit Tiravanija, Food Pieces wie Untitled, 1992 (free) oder Untitled, 1995 (still)



Institutional Critique and After: Institutionskritik nicht als Genre, sondern als Methode und (kritische) Praxis

2005 bis 2008/9: transform des European Institute for Progressive Cultural Policies >>

Veranstaltungsreihe Phantasma und Politik, 2014, Hebbel am Ufer, Berlin >>
Symposium Was ist Kritik?, 2016, Berlin und Zürich >>

Andrea Fraser 2018: 2016 in Museums, Money, and Politics







"Befragt man Augenzeugen, deren Arbeiten unter diesem Label subsumiert wurden, dann vermögen sie sich beim besten Willen nicht zu erinnern, wann es eigentlich aufkam und wer es in Umlauf brachte."
Graw, Isabel 2005: Jenseits der Institutionskritik. Ein Vortrag im Los Angeles County Museum of Art, in: Texte zur Kunst, Sept. 2005, 15. Jhg., Het 59, S. 40-53 >>

Andra Fraser, In and Out of Place, in: Art in America, Juni 1985, S. 122-129.
"Lawler's work has a more immediate relationship, however, with the post-studio practices of the '70s, particularly the work of Michael Asher, Marcel Broodthaers, Daniel Buren and Hans Haacke. While very different, all these artists engage(d) in institutional critique, ranging from Asher's and Buren's situational constructions (or deconstructions) of architectural frameworks in galleries and museums, to Broodthaers's directorhip of a fictional museum, to Haacke's documentation of high art's corporate affiliations." (124)

Benjamin Buchloh, Conceptual Art 1962-1969: From the Aesthetics of Administration to the Critique of Institutions, in: October 55, 1990, 105-143.
Benjamin Buchloh, Allegorical Procedures: Appropriation and Montage in Contemporary Art, Artforum, September 1982.

Andrea Fraser 2005: From the Critique of Institutions to an Institution of Critique, Artforum, September, No. 1, S. 278-283.
Andrea Fraser 2005: Texte zur Kunst, September, 15. Jhg., Heft 59, S. 86-89:
"Institutionskritik als eine Methodologie kritisch-reflexiver Ortsspezifizität"

- Ortsspezifisch: Statt eines Interesse z.B. an stofflichen, formalen oder architektonischen Aspekten von Orten und Räumen: Interesse an den Orten als gesellschaftliche Orte, strukturierte Formationen aus gesellschaftlichen Verhältnissen
- Reflexiv: In die Verhältnisse sind unsere Beziehungen zu diesem Ort und die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Beziehung eingeschlossen
- Kritisch: Problematisierung des Ortes oder unseres Verhältnisses zu dem Ort, mit dem Ziel der Veränderung, statt der Bekräftigung oder Verstätigung). Absicht: Transformation der Manifestationen von Verhältnissen, insbes. das Hierarchische dieser Struktur, der Formen von Macht, Hierarchien und Gewalt

" [...] weil in die Inkraftsetzung von Verhältnissen zu intervenieren immer auch heisst, dass du selbst an ihrer Inkraftsetzung teilhast." (89)
"Wie alle gesellschaftlichen Felder ist das Feld der Kunst nicht nur in der Organisation wie Museen institutionalisiert und in Objekten vergegenständlicht. Vor allem ist es internalisiert, verkörpert und wird in dem vorgeführt, was Bourdieu Habitus nannte: die Kompetenzen, Dispositionen, Wahrnehmungs- und Praxisformen, Interessen und Ambitionen, die sowohl unsere Mitgliedschaft zu dem Feld definieren als auch unsere Fähigkeit, in ihm Effekte zu produzieren. Wir sind die Institution Kunst: Der Gegenstand unserer Kritiken, unserer Angriffe, ist immer auch in uns selbst." (89)



Michel Foucault 1978: Was ist Kritik?
"Dann ist die Kritik die Kunst der freiwillen Unknechtschaft, der reflektierten Unfügsamkeit." (15)
"In dem Spiel, das man die Politik der Wahrheit nennen könnte, hätte die Kritik die Funktion der Entunterwerfung." (15)
"Wie ist es möglich, dass man nicht derartig, im Namen dieser Prinzipien da, zu solchen Zwecken und mit solchen Verfahren regiert wird - dass man nicht so und nicht dafür und nicht von denen da regiert wird?" (11)
"Als erste Definition von Kritik schlage ich also die allgemeine Charakterisierung vor: die Kunst nicht dermaßen regiert zu werden." (12)
"Die Kritik also wird sagen: um unsere Freiheit geht es weniger in dem, was wir mit mehr oder weniger Mut unternehmen als vielmehr in der Idee, die wir uns von unserer Erkenntnis und ihren Grenzen machen." (17)
"Nicht regiert werden wollen heißt schließlich auch: nicht als wahr annehmen, was eine Autorität als wahr ansagt, oder jedenfalls nicht etwas als wahr annehmen, weil eine Autorität es als wahr vorschreibt." (14)

Jacques Rancière 2004: Ist Kunst widerständig?
"Zu widerstehen bedeutet, die Haltung desjenigen einzunehmen, der sich der Ordnung der Dinge entgegenstellt und dabei das Risiko, diese Ordnung durcheinander zu bringen, nicht anerkennt." (8)
Sie (die Kunst) ist "der Ort eines unüberwindbaren Widerspruchs." (25f.)
"Damit der Widerstand der Kunst nicht in seinem Gegenteil verschwindet, muss er die unaufgelöste Spannung zwischen zwei Widerständen bleiben." (35)



15.1.2020

Dekonstruktion, Institutionskritik, Dekolonialisierung



Haacke bekommt Kaiserring 2020, 10.1.2020, Monopol >>

"[...] zu misstrauen, sie abzulehnen, sie zu begrenzen und sie auf ihr Maß zurückzuführen, sie zu transformieren, ihnen zu entwischen oder sie immerhin zu verschieben zu suchen, als Posten zu ihrer Hinhaltung und doch auch als Linie der Entfaltung der Regierungskünste." Foucault 1992 (1978), S. 12

"Wir sind die Institution Kunst: Der Gegenstand unserer Kritiken, unserer Angriffe, ist immer auch in uns selbst." Fraser 2005, S. 89

Sönke Gau 2017: Institutionskritik als Methode. Hegemonie und Kritik im künstlerischen Feld, Wien.

Andrea Fraser 2005: From the Critique of Institutions to an Institution of Critique >>
Andrea Fraser, From Critique to Analyse, in: Phantasma und Politik, 2014, Hebbel am Ufer, Berlin >>



Artist Placement Group
Art in Practice, APG Manifeste >>
Context is Half the Work, 2016 >>
Garth Evans, George Levantis, Roger Coward, John Latham, Hugh Davies und Ian Brakwell
Chronologie >>
Nutzung des künstlerischen Sachverstandes bei der Erfüllung von Ressortaufgaben - Vorstellung der Ideen und Ziele der artist placement group, London, 1977-1981 >>
seit 1989 O+I >>
Barbara Steveni, I Am An Archive >> und a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ft2cNty61p4" target="_blank"> >>
Verträge, Korrespodenzen etc. der APG >>



APG: Context is Half the Work, 2015, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien









Ein APG-Vertrag von 1970, Quelle >>

DRAFT

To:-

Dear Sir,

I am writing to confirm the arrangements agreed between -- Ltd. ("the Company") and APG at our meeting on --.

1. The Company will grant a Fellowship to -- ("the Artist") to last for a period of one calendar year commencing --.

2. The Company will pay the Fellowship Award of £ -- in instalments as invoiced by the artist - the first instalment to be made at the commencement of the Fellowship.

3. The Company will pay to APG at the commencement of the Fellowship a commission of 15% on the Fellowship award.

4. The Company has nominated -- as a linkman who will look after the Artist's needs, making arrangements for

(a) the Artist's brief;
(b) insurance to cover the Artist's activities;
(c) technical advice and assistance;
(d) materials and facilities;
(e) any necessary travel; and
(f) any further matters thought desirable.

5. The Artist will work for the period of the Fellowship, and after, if necessary, preparing for the Hayward Gallery exhibition, within the terms of the brief agreed with APG - or any modification thereto arranged with the linkman after consultation with APG. It is understood that the artist is not committed to devising any work of art, product or idea.

6. It is agreed that all rights in any work of art, product or idea devised during the period of the Fellowship shall belong to the Artist, but that the Company shall have the right of first refusal should the artist wish to sell.

7. Furthermore the Artist has agreed that the Company during the period of the Fellowship alone, and for no further payment, shall be able to make full use of the Artist's name and any work of art, product or idea devised during the period of the Fellowship (provided due acknowledgement is made to the Artist). Thereafter, if the Company shall make any further use of such work of art, product or idea the Company shall pay a royalty to be agreed between the Artist and the Company.

8. The Company has agreed to pay the full cost (transport, installation, maintenance and insurance) of the exhibition at the Hayward Gallery in November and December 1971 of any work of art, product or idea devised by the Artist during the period of the Fellowship, which it is agreed would contribute to the objectives of that exhibition, (agreed by Company, Artist and APG).

9. Should either the Artist or the Company become dissatisfied with these arrangements it is agreed that APG should first be approached before any unilateral action is taken.

10. The Company agrees to supply to APG all reasonable information it requires concerning the Fellowship and the operation of these arrangements for the purposes of its research data, and also agrees that APG shall be entitled to obtain from the artist all similar information. APG will treat all such information as confidential. If APG wished to publish any reference to this Fellowship in any annual or any other report it will refer the text of such references to the Company for approval beforehand.

Please indicate your acceptance of these terms by signing the duplicate copy of this letter.

Yours faithfully,

I accept the above terms, and agree to be bound by the same.

(sgd) ........

dated ........



Assemble >>
about >>
Granby Four Streets, seit 2013 >>
Turnerpreis-Ausstellung, 2015 >>

Granby Four Streets from Assemble on Vimeo.





Hybridität, Mimikry, Third Space, in-between, Subalternität, Alternität, Queering, Passing, Maskerade, Camouflage, Subversion, affirmative Sabotage, Misreading, Transgression, Verlernen, Dissidenz, Flucht, Exodus, Selbstmedikation...

Viktoria Schmidt-Linsenhoff 2011: Postkolonialismus, in: Ulrich Pfisterer (Hg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart, S. 348-351.

"Wir müssen vielmehr fragen, welche Bedingungen für eine Mobilisierung auf der Grundlage der vorhandenen Diskurs- und Machtkonfiguration hervorgebracht werden." Judith Butler 1993: Kontingente Grundlagen: Der Feminismus und die Frage der 'Postmoderne', in: Behnahbib/Butler/Cornell/Fraser (Hrg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Frankfurt/Main, S. 45.

Lorch, Catrin 2018: Agenten einer neuen Zeit, in: Süddeutsche Zeitung, 6. Februar 2018, Nr. 30, S. 10.

Ruth Sonderegger (Wien): Zur Kolonialität der europäischen Ästhetik, 2016 >>
Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft >>
Die autonome Kunst im Singular und die Disziplin der philosophischen Ästhetik sind keine genialen Erfindungen, sondern Reaktionen auf einen kolonial gestützten Kapitalismus.
1. Reaktionen auf den ästhetischen Luxus, der sich durch die koloniale Ausbeutung akkumuliert hatte und in etwas moralisch nicht Verwerfliches umgewandelt werden musste
2. Reaktionen auf die Barbarei der Sklaverei, die nicht zuletzt mit Kunsttheorien verteidigt wurde, als sich Kritik an ihr auch in Europa verstärkte



Maria Eichhorn >> , Rose Valland Institut, seit 2017

Maria Eichhorn @ doc14, Neue Galerie Kassel >>
Building as unowned property, 2017 (Athen)
Rose Valland Institut, seit 2017 >>
Sammlung Alexander Fiorino, Kassel >>
Album Bundesarchiv Koblenz, B 323/311 >>
Unrechtmäßig aus jüdischem Eigentum erworbene Bücher >>
"Ich unterscheide zwischen Deutschen, die alt genug sind, um eine Rolle im Krieg gespielt zu haben, und der Nachkriegsgeneration." Interview mit David Toren (2016-2017) >>
Versteigerungsprotokolle 1935-1942, Berlin >>
Bibliothek und Leseraum >>

1. Enterventionale Bonn 14.1. bis 1.3.2020 >>



Performing Society, 25.1.-26.1.2020, Symposium, Museum für Moderne Kunst Frankfurt >>
"Societies are not givens, but take shape in a process of negotiation, regulation, governance and resistance. The symposium Performing Society is devoted to the question of how we can conceive of societies in their current dynamics as well as their future formations. Do we need new terminology or are we called upon to rethink that already at our disposal?"

Public Art - City. Politics. Memory, 31.1. bis 1.2. 2020, Symposium, Literaturhaus München >>
"Achtung! Das Symposium ist ausgebucht!"
"Who owns the spaces of the city and how do they change? What about the oft-quoted claim that public art is per se democratic, even political? And if it's true, who speaks and for whom? As they increasingly take over the role of classical monuments in the public space, how can contemporary art practices-whether performative, participatory or temporary-shape the sensitive balancing act of collective remembrance? Where exactly is the place of art-quite concretely, but also metaphorically?"



22.1.2020

Ökologisierung, Ökonomisierung, Digitalisierung oder auch Klima, Money und Medien, Teil 1



Gesellschaft für Künstlerische Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, gegründet 2018 >>
Kathrin Busch 2016: Ästhetische Amalgamierung, in: Judith Sigmund (Hg.): Wie verändert sich Kunst, wenn man sie als Forschung versteht?, Bielefeld, S. 163-178.

Jacques Rancière 2006: Die Aufteilung des Sinnlichen, Berlin:
ethisches Regime --> repräsentatives Regime --> ästhetisches Regime
"Dieses Regime qualifiziert die Dinge der Kunst nicht nach den Regeln ihrer Produktion, sondern nach ihrer Zugehörigkeit zu einem besonderen Sensorium und zu einem spezifischen Erfahrungsmodus."
Rancière 2008, S. 40f.

Forschungsmaschine. Verschränkte Verfahren von Kunst & Theorie. Symposion im Grünen Salon der Volksbühne Berlin, 19.-21.9.2019 >>

St. Lucas School of Arts Antwerp, Call for applications: Advanced Master in Artistic Research in a Social-Political Context, deadline 3.4.2020 >>



Bruno Latour 2010: Modernisierung oder Ökologisierung? Das ist hier die Frage?
"Die politische Ökologie lässt sich nicht als eine weitere Ausdifferenzierung der Moderne auffassen. Im Gegenteil, man muss sie als Alternative zur Modernisierung betrachten. Um dies tun zu können muss man sich von der falschen Vorstellung verabschieden, dass Ökologie etwas mit Natur an sich zu tun hat. Sie wird vielmehr in diesem Zusammenhang als neues Verfahren betrachtet, mit dem alle Dinge des menschlichen und nicht-menschlichen kollektiven Lebens gehandhabt werden können." (S. 12)
"Überall da, wo wir 'modernisiert' haben, müssen wir nun 'ökologisieren'." (S. 19)
in: ARCH+ 196/197, 2010, Die Stadt nach dem Öl - Die Geschichte der Zukunft der Stadt, S. 12-20 >>

Bruno Latour 2008: Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie, Frankfurt/Main.

Latour 2009: 'It's development, stupid!' or How to modernize modernization >>
"If you envision a future, in which there will be less and less of these imbroglios, you are a modernist. But if you brace yourself for a future in which there will always be more of these imbroglios, mixing many more heterogeneous actors, at a greater and greater scale and at an ever tinier level of intimacy requiring even more detailed care, then you are ... what?"

Pierre Huyghe
UUmwelt, 2019
Untilled 2011/12, doc 13
After ALife Ahead - Nach einem K-Leben vor dem, was kommt, 2017, Skulptur Projekte Münster >>
"Installation
Betonboden der Eishalle, Logikspiel, Ammoniak, Sand, Ton, phreatisches Wasser, Bakterien, Algen, Bienen, Aquarium, schwarzes schaltbares Glas, Weberkegel (Conus Textile), GloFish, Inkubator, menschliche Krebszellen, genetischer Algorithmus, Augmented Reality, automatisierte Deckenstruktur, Regen
Standort
Ehemalige Eissporthalle an der Steinfurterstr. 113-115
Temporäre Installation für die Dauer der Ausstellung





Félix Guattari 2012: Die drei Ökologien, hrg. v. Peter Engelmann, Wien.



Wolfgang Kemp 1991: Kontexte. Für eine Kunstgeschichte der Komplexität, in: Texte zur Kunst, 2. Jg./Nr. 2, S. 88-101.
Methodenprogramm:
1. Kunst nicht ohne Kontext (d.h. schallfrei, kontextlos) denken
2. (existentielles) Aufeinanderangewiesensein von KW und Kontext / System und Umwelt (strukturelle Determiniertheit und Kopplung) voraussetzen
3. "So wie der Text im Kontext situiert ist, so befindet sich der Kontext auch immer im Text wieder. Die Setzung des Werkes ist immer auch Besetzung, Gegensetzung, Fortsetzung, Übersetzung des Kontextes."
...

"Aber das ist nicht nur ein wissenschaftstheoretisches Problem, das sich mit einem besseren Methodenangebot sofort aus der Welt schaffen ließe. Dahinter steht eine Haltung, mehr noch eine Praxis, mit tiefgreifenden Folgen für die Untersuchungsobjekte."



Jean Clam 2002: Was heisst es, sich an Differenz statt an Identität zu orientieren. Zur De-ontologiiserung in Philosophie und Sozialwissenschaft, Konstanz.



Ökologisierungen
- Klima
- Money
- Medien

I'm not a nice girl, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, 18.1. bis 17.5.2020 >>
Eleanor Antin (Jhg. 1935)
Lee Lozano (1930-1999)
Adrian Piper (Jhg. 1948)
Mierle Laderman Ukeles (Jhg. 1939)
Martha Rosler (Jhg. 1943)

Mierle Laderman Ukeles
Maintenance-Manifest 1969 >>
Maintenance Art: Personal Time Studies: Log, 1973
Washing/Tracks/Maintenance: Outside, 23. Juli 1973, Wadsworth Atheneum Museum of Art Connecticut >>
Touch Sanitation, 1977-80



Oxfam-Studie >> und >>
Unbezahlte häusliche Arbeit für Frauen eine Armutsfalle, DLF, 20.1.2020 >>

Reading Group am 2.2., 1.3., 5.4., 26.4., jeweils 14.00-16.00 Uhr unter Leitung von Eva Busch >>




The Carbon Footprint of Contemporary Art, Art Basel, 18.6.2019

Eisberge in London, Bäume im Stadion: Wie klimaschädlich ist Klimakunst?
Immer mehr Kunsteinrichtungen befassen sich mit den Folgen des Klimawandels - dabei sind sie selbst Teil des Problems, Katharina Rustler, 21.10.2019, Der Standard >>
"Allerdings könnten sie ihre Zeigefinger auch auf sich selbst richten. Denn wie hat Elíasson die überdimensionalen Eisblöcke nach London gebracht? Wie würde die Biennale ohne den Andrang kunsthungriger Touristen aussehen? Und wieso kamen die Bäume des Littmann'schen Waldes nicht aus der heimischen Region, sondern aus Italien, Deutschland und Belgien?
Zwar setzte Ólafur Elíasson auf die schonendere Variante des Schiffstransports, dennoch verursachte die Reise der Eisblöcke rund 35 Tonnen CO2. Und wie sind die Weizenportionen von Agnes Denes vor 37 Jahren eigentlich gereist? Am Ende stellen die Klimakunstinstallationen ein Problem an den Pranger, zu dem sie selbst beitragen."

In Wheatfield - A Confrontation, Agnes Denes, 1982 >>

Ólafur Elíasson, Ice Watch, 2018 >>
The glacier melt series 2002 >>
The glacier melt series 1999/2019 >>

Rugilė Barzdžiukaitė, Vaiva Grainytė und Lina Lapelyté, Sun & Sea (Marina), 2019, Venedig >>



Der Traum vom singenden Strand, 20.6.2019, Marie Luise Knott, perlentaucher >>
Wir zeigen, wie wir die Welt aufbrauchen, 6.6.2019 >>
The 100 Works of Art That Defined the Decade, Ranked: Part 4, 1.1.20202, artnet news >>

Klaus Littmann, For Forest. The Voice for Trees, Klagenfurt >>

Klimawandel und Kulturerbe. Kein Bewusstsein für die Gefahren, 26.12.2019, DLF Kultur >>
Wie nachhaltig deutsche Museen sind, Nadine Wojcik, 11.12.2019, DW >>
Wie der Kunstbetrieb mit Nachhaltigkeit hadert, Nicola Kuhn, 27.12.2019, Der Tagesspiegel >>

Energieverbrauch von Heiz- und Klimaanlagen
Beleuchtung
Flugreisen von KuratorInnen
Abfallmanagement
Leihverkehr von Kunstwerken
Energieeffizienz von Museumsgebäuden
Neubau von Museumsgebäuden
"Ist das Museum offen für alle Bevölkerungsgruppen? Ist es barrierefrei? Woher stammt die Sammlung, unter welchen Umständen ist man an die Kunstwerke gekommen? Wie nachhaltig sind die Arbeitsprozesse innerhalb des Museums? Wie stark ist man von Fördermitteln abhängig? " >>



Theater
Fachtagung Klima trifft Theater, 29.10.2019 >>
Festival zu globaler Kunst und Institutionskritik: Friendly Confrontations, 16.-19.1.2020, Münchner Kammerspiele >>

Brennende Erde bringt die Braunkohle auf die Bühne, Hans-Werner Kroesinger im Gespräch mit Susanne Burkhardt, 11.1.2020, DLF Kultur >>

Ausstellungsgenre Ecoexhibition
- Rethink - Contemporary Art & Climate Change, Kopenhagen, 2010 >>
- Earth: Art of a Changing World in der Royal Academy of Arts in London, zeitgleich zum Kopenhagener Klimagipfel 2009/2010 >>
- Klimakapseln. Überlebensbedingungen in der Katastrophe, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 2010 >>
- Ecovention Europe, Art to Transform Ecologies, 1957-2017, Cincinnati Contemporary Arts Center, 2018 >>
...
aktuell: Weather Report - Forecasting Future @ Museum of Contemporary Art Kiasma, 31.1. bis 16.8.2020 >>

Filmgenre Cli-Fi
The New Normal: How Hollywood Depicted the Decade of Extreme Weather, Lewis Gordon, 2.2.2020, Frieze >>



Aktuelles

Hebbel am Ufer 2019/20: Burning Futures. On Ecologies of Existence >>

Eco-Visionaries. Confronting a planet in a state of emergency. 23.11.2019 bis 23.2.2020, Royal Academy of Arts >>

Rimini Protokoll, win > < win, 2019 >>

Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich: Potential Worlds 1: Planetary Memories, 7.3.-31.5.2020, Potential Worlds 2: Eco-Fictions 13.6.-18.10.2020 >>

Serpentine: General Ecology >>




The Great Acceleration, 1750-2000, including measures of northern hemisphere average surface temperature, population, CO2 concentration, loss of tropical rainforest and woodland, GDP, water use, species extinctions, motor vehicles, paper consumption, fisheries exploited, ozone depletion, and foreign investment. Adapted from the Smithsonian >>

"Art and culture become creative industries; scientific innovations become national exports; social networks become advertising markets; psychological therapy becomes professional coaching; architecture and design becomes surplus value. The belief that the end goal of society is, and must always be, economic growth co-opts everything in its path." >>

Der Klimawandel wird Gerichte häufiger beschäftigen, 27.12.2019, Spiegel Wissenschaft >>



29.1.2020

Klima, Money und Medien, Teil 2

Berechnung des ökologischen Fussabdrucks >>



Hito Steyer, Power Plants, Serpentine Sackler Gallery, 11.4. bis 6.5.2019 >>

Nan Goldin / PAIN (Prescription Addiction Intervention Now), seit 2018: Sackler, Purdue Pharma, Oxycontin >> , >>



MoMA

Guerrilla Girls (seit 1985) >> , Twitter >>
2019, NY >>
Guerrilla Girls Target MoMA Trustees With Ties to Jeffrey Epstein in an Ad Takeover, Hakim Bishara, 12.11.2019, hyperallergic >>

Leon Black, Glenn Dubin, Laurence Fink, Steven Tananbaum, Trustees des MoMA >>

Das neue Museum of Modern Art in NYC, Wenn nur die anderen nicht wären, Lukas Hermsmeier, 8.12.2019, taz >>

In Letter to MoMA, 37 Artists in Gulf Wars Exhibition Target Trustees, Hakim Bishara, 14.1.2020, hyperallergic >>

Artist Michael Rakowitz Paused His Video at MoMA PS1 as an Act of Protest. After He Left, the Museum Turned It Back On, Talyor Dafoe, 13.1.2020, artnet.com >>

Statement Rakowitz 13.1.2020 >>
"I've decided to press the pause button on my video, RETURN, so that we can discuss some recent events"
"I kindly request that Larry Fink and Leon Black please divest from these companies so that I may unpause my video and press play. If this is not possible, then I kindly ask that MoMA please divest from Larry Fink and Leon Black as trustees so that I may unpause my video and press play."

Rakowitz 19.1.2020 >>
"That era in which the work was made is happening now. And MoMA PS1 is part of the battleground. MoMA's just rebuilt itself. It could rebuild its board and lead the way."



Whitney

Adam Weinberg, 3.12.2018
"As members of the Whitney community, we each have our critical and complementary roles: trustees do not hire staff, select exhibitions, organize programs or make acquisitions, and staff does not appoint or remove board members." >>

Waren Kanders, 3.12.2018
"The staff letter implies that I am responsible for the decision to use these products. I am not. That is not an abdication of responsibility, it is an acknowledgement of reality. We sell products to government institutions, domestically and internationally, all of which must be certified to purchase and use these products. Domestic buyers must be bona fide law enforcement agencies. In the case of international clients, we are required to obtain export licenses from the Department of State for every shipment. In other words, our business is highly regulated to ensure that our products are only sold to government-approved users." >>

Forensic Architecture, Triple-Chaser, 2019 >>

The tear gas biennial, statement from Hannah Black, Ciaran Finlayson and Tobi Haslett regarding Warren Kanders and the 2019 Whitney Biennial, 17.7.2019, Artforum >>

Forensic Architecture becomes aighth exhibitor to withdraw from Whitney Biennial, 20.7.2019, Artforum >>

Michael Rakowitz, 1.3.2019
"Museen reden heutzutage immer über best practices, also das beste Verfahren, um Kunstwerke zu zeigen. Es gibt Richtlinien, welche klimatischen Bedingungen ein Werk braucht, und man würde es niemals unter unsicheren Bedingungen zeigen. Warum sollte man dann Bedingungen akzeptieren, in denen sich Künstler und Mitarbeiter unsicher fühlen? Ethische Richtlinien für Mäzenatentum wären einfach und wir können sie zusammen aufstellen."
Michael Rakowitz im Interview: Wir brauchen ethische Richtlinien fürs Mäzenatentum, in: Monopol, 1.3.2019 >>



Stichwort Dana Schutz auf Perlentaucher >>
Weitere Arbeiten von Dana Schutz >> und >>

The Whitney Biennial >>

Hanna Magauer über Dana Schutz bei CFA, Berlin: Ausflüge ins Postprivate >>

Bildmaterial: Whitney-Biennale in New York: Proteste gegen Open Casket von Dana Schutz, 2017, Monopol >>

Emmett Till's Murder, and How America Remembers Its Darkest Moments, By Audra D.S. Burch, Veda Shastri, Tim Chaffee, 20.2.2019, The New York Times >>

Open Casket, Dana Schutz, Öl auf Leinwand, 39 x 135 cm >>

Open Letter, Hannah Black: The painting must go. >>
"I am writing to ask you to remove Dana Schutz's painting Open Casket and with the urgent recommendation that the painting be destroyed and not entered into any market or museum."

Das Bild muss weg, Julia Pelta Feldman, 1.10.2017, DLF >>

Serge Guilbaut 1982: How New York stole the Idea of Modern Art. Abstract Expressionism, Freedom, and the Cold War.

The Appropration Debates, Candice Hopkins, Mousse Magazine 60 >>

'Open Casket' and the Question of Empathy, Aruna D'Souza, Mai 2018, Longreads >>

George Baker on Painting, Critique, and empathy in the emmett till / Whitney Biennial Debate, 12.4.2017, Texte zur Kunst >>
"I don't know what it is like to be black in America but I do know what it is like to be a mother. Emmett was Mamie Till's only son. The thought of anything happening to your child is beyond comprehension. Their pain is your pain. My engagement with this image was through empathy with his mother. [...] Art can be a space for empathy, a vehicle for connection. I don't believe that people can ever really know what it is like to be someone else (I will never know the fear that black parents may have) but neither are we all completely unknowable."

Gegen den Kanon, Wolfgang Ullrich, 15.01.2019, Pop-Zeitschrift >>

Vorwurf der Verharmlosung indigener Geschichte. Galgen-Skulptur wird vergraben (statt verbrannt), 5.9.2019, Monopol >>



Against NYC's Five Major Museums

"The closed ecosystem is heavily influenced by well-connected collectors, galleries, art dealers, auction houses, and does not benefit artists or the art-loving public."
Robert Cenedella, 20.12.2018, hyperallergic >>

Robert Cenedella >> , >>
Can an Outsider Artist Win His $100 Million Lawsuit Against NYC's Five Major Museums? Zachary Small, 20.12.2018, hyperallergic >>
Artist's $100 Million Lawsuit Is "Completely Baseless," Says Lawyer for Five Top Museums, Daniel A. Gross, 22.3.2018, hyperallergic >>


A poster that Robert Cenedella sent to 200 museums before filing his lawsuit, Quelle >>



Hans Haacke, New Museum Visitors Poll, 2019/20 >>

Call for applications: Site-Specific Art, University of Applied Arts Vienna, 24.-28.2.2020 >> und >>



Hito Steyerl: Is a Museum a Battlefield, 2013, Video-Lecture

Is the Museum a Battlefield from Museum Battlefield on Vimeo.


Documentation of Hito Steyerl's lecture, first shown at 13th Istanbul Biennial

"Is a Museum a Batttlefield? Most will say of course not, on the contrary it is an ivory tower secluded from social reality. It is a playground for the five percent. If artists have to do anything with social reality, whatsoever, then certainly not within a museum. So how could such a secluded and isolated place be a battlefield, and of what battle? But then, museums are of course battlefields. They have been throughout history." 00:35 - 01:38

Hito Steyerl: Die Kunst dient oft der Geldwäsche, im Interview mit Tobias Timm, 20.11.2019, Die Zeit Nr. 48/2019 >>

Unkritisierte Verstrickungen, Paul Buckermann, 1312.2018, jungle.world >>



Hito Steyerl: Duty Free Art, 2015, Video-Lecture und Publikation 2017: Duty Free Art. Kunst in Zeiten des globalen Bürgerkriegs, Zürich.

S. 86
"Zeitgenössische Kunst wird ermöglicht durch das neoliberale Kapital plus Internet, Biennalen, Kunstmessen, parallel dazu gestrickter Geschichten und zunehmende Einkommensungleicheit. Zu ergänzen wären noch asymmetrische Kriegsführung - als einer der Gründe für die enorme Umverteilung von Reichtum, Immobilienspekulation, Steuerflucht, Geldwäsche und deregulierte Finanzmärkte."

S. 193f.
"Die Ökonomien der Kunst lenken Investitionen um, fort von nachhaltiger Schaffung von Arbeitsplätzen, Bildung und Forschung, und externalisieren die gesellschaftlichen Kosten und Risiken. Sie laugen Stadtteile aus, zahlen miserabel, treiben die Preise und bieten entsetzlichen Quatsch feil. Das gilt nicht nur für die Klasse der Kunstinvestoren und Kunstmanager. Auch der Lebenstitil vieler Kunstarbeiter unterstützt eine technische (und antisoziale) Unternehmensinfrastruktur, die Profite flugs in steuerrechtliche Bananenrepubliken verschieben. Apple, Googel, Uber, Airbnb, Ryanair, Facebook und andere hippe Anbieter zahlen in Irland, Jersey oder unter anderen halbgeheimen Gerichtsbarkeiten so gut wie keine Steuern. [...] Gegenwartskunst ist nur ein Hastag für alles, was undurchsichtig, unverständlich und unfair ist, für den Klassenkampf von ober nach unten und für schrankenlose Ungleichheit. Sie ist die Spitze eines Eisbergs, der als Speer fungiert."

S. 196
"Was nun? Wohin geht es von hier aus weiter? [...] Wenn Kunst eine alternative Währung ist, skizziert ihre Zirkulation auch eine operationale Infrastruktur. [...] Wie steht es mit einem Mindestmaß von Regeln im Markt - Galerieverträge, Mindestausschlussfristen für den Wiederverkauf, Künstlergebühren, bezahlten Praktika? Mit der Einführung von Blockchain-Registern für die Produktion, Transaktion und Lokalisierung von Kunstwerken, um Steuerbetrug und Geldwäsche einzudämmen? Mit der Möglichkeit, auf die demütigendsten Beziehungen zu Sponsoren und Mäzenen zu verzichten [...]? Könnte Kunst als alternative Währung, jenseit ihrer Zirkulation innerhalb bestehender Systeme, sogar noch nicht existierenden Ökonomien (Öffentlichkeiten, Institutionen, Märkte, parallele Kunstwelten usw.) ins Leben rufen?"

S. 198
"Selbst das Gros der Künstler, das es sich nicht leisten kann, ein Verdienstangebot auszuschlagen, könnte Zeit sparen, indem es sich nicht dazu hergibt. Ein Sponsoring dieser Art abzulehnen, könnte ein erster Schritt sein, um die nicht-nachhaltige und demütigende Abhängigkeit von spekulativen Operationen zu erschüttern, die indirekt autoritäre Gewalt und Spaltung vergräßern. Verbringt eure Feizeit lieber damit, Kollegen zu unterstützen, anstatt unbezahlt Arbeit für Bankstiftungen zu leisten."



bei Interesse an dem Thema Medien >>



5.2.2020

Klausur 30/45 Minuten für 3 ECTS
Freie Antworten, Single-choice-Aufgaben (eine Antwort korrekt), Multiple-choice-Aufgaben (mehrere Antworten korrekt)
Bitte denken Sie an Ihren Lichtbildausweis und kommen zunächst ab 12 Uhr direkt auf mich zu.
Auch Erasmus- und Programmstudierende, die sich nicht über LSF anmelden konnten, kommen bitte auf mich zu.















Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten, Institut für Kunstgeschichte der LMU München >>

Weitere und aktuelle Informationen finden Sie auf der Institutswebseite unter Studium aktuell >> und in dem Institutsblog >>

Für einen Leistungsnachweis gilt neben einer erwünschten Anwesenheit und Pünktlichkeit die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung >> .

B.A. Hauptfach Kunstgeschichte, Studienordnung 2012 und PStO 2010 (3 ECTS)
ERASMUS-StudentInnen
Klausur am 5.2.2020, 30 Minuten
Bewertung: bestanden/nicht bestanden

Master Kunstgeschichte (3 ECTS)
Klausur am 5.2.2020, 45 Minuten
Bewertung: bestanden/nicht bestanden













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