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Vorlesung
Prof. Dr. Birte Kleine-Benne

Kunstgeschichte/n verlernen, umlernen, neulernen
#Relevante Kunstwissenschaften #RKW, Teil 2



Donnerstags, 13:30 bis 15:00 Uhr
Beginn: 20. Oktober 2022
Bauhaus-Universität Weimar, Fak. Kunst und Gestaltung
online
BigBlueButton >>
Externes Passwort: 2022-23_Ver-Um-Neu-Lernen



Am Ende unserer Vorlesung "Aktuelle Kunstgeschichte/n" im Wintersemester 2021/22 stand die Erkenntnis, dass wir Kunstgeschichte/n verlernen, umlernen, neulernen müssen. Mit dieser Formulierung nahmen wir Ariella Aïsha Azoulays Vorschlag, zu dem sie in "Potential History. Unlearning Imperialism" (London/New York 2019) ausführt, auf und planten, diesen Gedanken auf die Kunstgeschichte/n zu übertragen.

In diesem Semester wollen wir uns gemeinsam mit ausgewählten Referent*innen den Herausforderungen einer aktuellen, relevanten Kunstgeschichte sowohl inter-, als auch pluridisziplinär nähern: Wir wollen von den Expertisen unserer Gäste sowohl aus der Kunstgeschichte als auch zum Beispiel aus den Umweltwissenschaften, der politischen Theorie, der Architektur, der Biologie, der Demokratie-, Rassismus- und Diversitätsforschung lernen und diese für unser Fach produktiv machen.

Damit nehmen wir die Gründungen und Begründungen der Kunstgeschichte in den Blick und schauen gleichermaßen, wer und was die Kunstgeschichte mit welchen Begründungen zum Beispiel durch ihre Geschichten, Bilder und Tropen erzählt und legitimiert. Sind wir naiv, wenn wir fragen, ob wir die #Kunstgeschichte als #Kunstgeschichten wahrer, richtiger, bedachter und gelungener erzählen könn(t)en, indem wir ihre Historizität, unser Erbe, unsere Verantwortungen und die Nachbarschaftsverhältnisse (und damit sind nicht nur biologische, sondern auch soziale, affektive, politische und wirtschaftliche Umwelten gemeint) berücksichtigen?

Anmerkung: Diese Vorlesung ist nicht nur, aber auch für die Teilnehmenden der Vorlesung "Aktuelle Kunstgeschichte/n" im Wintersemester 2021/22 interessant.




David Vincent Frommhold, Kunstgeschichte, 2022. Zeichnung.







Leistungsnachweis siehe Vorlesungsverzeichnis:

1. regelmäßige und aktive Teilnahme mit 2 Fragen pro Sitzung an unsere Referent*innen, die sich im Themenfeld der Vorlesung aufhalten (mündlich direkt oder schriftlich im Chat)

2. nach vorheriger Absprache: zum Beispiel Kommunikation der Kernthesen der Einzelsitzungen via Twitter oder Instagram #RKW ODER Zeichnungen/Grafiken/Skizzen/Collagen ODER Radiofeatures ODER Fotografien ODER Podcasts ODER Harvests ... zu den Kernthesen (BA: pro Sitzung 2 Tweets/2 Zeichnungen o.ä., Dipl/MA: pro Sitzung 3 Tweets/3 Zeichnungen o.ä.)
--> Bitte laden Sie Ihr Material als .pdf- oder Bild-Datei in den zur Sitzung zugehörigen Ordner @ moodle, mit der folgenden Dateibezeichnung: Nachname-2022-xx-xx.pdf

3. Kompilation von 1.+2. als Dokumentation zum Semesterende. Die Seminararbeit reichen Sie bitte nicht (!) als Papierversion ein, sondern mailen Sie mir bitte als .pdf-Dokument bis zum 31.03.2023.*

4. Ph.D.-Studierende: Stellen Sie bitte Ihre eigene Arbeit in den thematischen Rahmen der Vorlesung oder schreiben einen Aufsatz zu einem Thema der Vorlesung oder zum Vorlesungsthema (ca. 5.000 Wörter). Wenn Sie ebenfalls zeichnen, illustrieren, harvesten ... wollen - please do not hesitate! Seien Sie aber bitte ebenfalls mit Ihren Fragen (1.) dabei.

*Anmerkung:
3. heisst nicht 1. und 2. copy&paste in einem Dokument zusammenfügen (das wäre keine Leistung), sondern 3. als 1.+2., d.h. 3. als eine neue Qualität, die über 1. und 2. bzw. copy&paste hinausgeht, sich dabei aus 1. und 2. erschließt und zu 3. führt.
Bitte nehmen Sie die punktuellen Ergebnisse Ihrer Arbeitsschritte 1 und 2 und stellen Sie diese in den Zusammenhang z.B. einer selbstgestellten These, einer Frage, einer Beobachtung, einer anzuvisierenden, zukünftigen Aufgabe etc., z.B., wie es unter 4. heisst, "zu einem Thema der Vorlesung oder zum Vorlesungsthema".
1. 2. und 3. bzw. 4. sollen bis zum Semesterende (31.3.2023) auf moodle hochgeladen werden, bitte mit der folgenden Dateibezeichnung: Nachname-2023-xx-xx.pdf - gern auch schon früher.

Empfehlungen zum wissenschaftlichen Schreiben >>
Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten und Abfassen von Seminararbeiten des Instituts für Kunstgeschichte der LMU München >>





Eine Anmerkung:
Bei unserem Semesterprogramm kann es sich nicht um ein vollständiges, repräsentatives, abgeschlossenes Format handeln, sondern hier finden ausgewählte Perspektiven zusammen und werden Lücken gebildet, die wiederum Themafür eine nächste Veranstaltung sein können ...

Ich danke allen Kolleg*innen, dass sie sich bereit erklärt haben, in diesem Rahmen in ihre Forschungen und Perspektiven Einbick zu geben und uns bei unserem Ver-/Um-/Neulernprozess zu unterstützen





20.10.2022: Einführung


Inhaltliches, Organisatorisches, Formales


Kyuhyun Kim: Wie man ohne Verzweiflung an die Existenz von Kunst glaubt, 2022, Zeichnung in 16 Einzelblättern.




Leslie Garcia, Designing Futures @Panke Gallery, 2022 >>


Hugh Courtney 2001: 20/20 Foresight, Boston.



Pre-enactment
"term for the artistic anticipation of a political event to come" (S. 177)
"The future society is brought into existence in the very moment in which it is pre-enacted." (S. 186)
Oliver Marchart: Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and Public Sphere, Berlin 2019.


A Brief Timeline of Art, Dadara (.eth/.tez) @Dadaratopia, Twitter, 7.7.2022 >>




Quelle: Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010.


Quelle: Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010.


Quelle: Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010.


Quelle: Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010.


Quelle: Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010.


Quelle: Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010.



David Summers 2003: Real Spaces: World Art History and the Rise of Western Modernism, New York.



Samella Lewis: Field, 1968, linocut #WomensArt @womensart1, @YoungerHegelian, Twitter, 5.10.2022 >>




Harvest, 2022, documenta fifteen.

"HARVEST heisst aus dem Englischen übersetzt ’Ernte’, bezeichnet im ruangru-pa-Wortschatz aber die Dokumentation von Versammlungen und Sitzungen. Die Teilnehmer*innen heissen Harvester. Man kann es auch metaphorisch lesen: ruangrupa bzw. die documenta sät, die Besucher*innen ernten.
Kunstforum 2022, Bd. 283: Glossar zur documenta fifteen >>


Harvest, 2022, documenta fifteen.


Harvest, 2022, documenta fifteen, ruruHaus.





27.10.2022


Programmatisches: #RKW #RelevanteKunstwissenschaften

Ariella Aïsha Azoulay 2019: Potential History: Unlearning Imperialism, New York.
" [...] [f]or these institutions to be transformed or reformed, [...] is [for] looting [to] be acknowledged as their infrastructure" (143)
"Potential history is not an alternative account of this already historicized world, but rather a deliberate attempt to pulverize the matrix of history, to disavow what was historicized by making repressed potentialities present again within the fabricated phenomenological field of imperial history, present to be continued" (288)
"The point is not giving voice to a silenced past and making the invisible visible but releasing the past from its ’pastness’ and letting it assume the vitality of what has always been there." (350)
they "have the right not to be forever perpetrators, hence the right to stop reproducing imperial violence and partaking in the destruction of our shared world." (569)

Audre Lorde 1984: The Master’s Tools Will Never Dismantle the Master’s House >>



Connecting Museums, Modern Art, Colonialism, and Violence. What role do art institutions play in inequality? Ariella Azoulay’s new book suggests the relationship is not as indirect as many may think, Hrag Vartanian, March 11, 2020, in: Hyperallergic >>



Ariella Aïsha Azoulay: THE NATURAL HISTORY OF RAPE [Die Naturgeschichte der Vergewaltigung], 2017/22
Vintage-Fotografien, Drucke, nicht aufgenommene S/W-Fotografien, Bücher, Essays, Zeitschriften, Zeichnungen, Maße variabel @Berlin Biennale 2022 >>









Revolution and Rehearsal in the Global South: Unlearning the Archive
Ariella Aïsha Azoulay, Sohail Daulatzai, Arash Davari, Mamadou Diallo, Bouchra Khalili, Elleni Centime Zeleke, in: Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East (2022) 42 (2): 517-530 >>
pdf >>




Einige Fragen:
Was müssen wir in der Kunstgeschichte verlernen? Was können wir nicht verlernen? Was sollten wir nicht verlernen? Wie können wir verlernen?
Wie können wir umlernen?
Was müssen wir neulernen? Wie können wir neulernen?
Wo existieren die Schwierigkeiten dieser Lernprozesse? Und wo existieren (personelle, infrastrukturelle, disziplinäre ...) Unterstützungen hierfür?
Gibt es neben den Lernprozessen des Ver-/Um- und Neulernen weitere, die hier hier nicht benannt sind, die aber ebenso berücksichtigt werden müssen?



Sara Ahmed 2022: "Relevance is not a wish. Relevance is exhausting." >>



#RKW, #RelevanteKunstwissenschaften

1. Twitter-Thread vom 21.10.2021 zu unserer 1. Sitzung der Vorlesung im Wintersemester 2021/22 >>

1/10 #KickOff #RKW #RelevanteKunstwissenschaften: Die Disziplin #Kunstgeschichte kann schon länger plural gedacht werden/hätte schon längst plural gedacht werden müssen/müsste stärker plural gedacht werden. Jeder dieser drei Sätze ist wahr, gemeinsam umreissen sie ein Problemfeld.

2/10 Uns interessieren u.a.: die verleugneten Annahmen und Überzeugungen, die uns davon abhalten, die Narrative, Blicke, Räume und Teilnehmer*innen zu ändern. Uns interessieren auch: die unerzählten und inkompatiblen Erzählungen.

3/10 Inspiriert von #RLW #RelevanteLiteraturwissenschaft und der Frage "Wie wird #Relevanz hergestellt?" (und nicht: Was ist relevant?) wollen wir uns den Be-/Gründungen der #Kunstwissenschaften nähern. Und wir wissen: An die Routinen von Prämissen ranzugehen, ist zumutungsreich.

4/10 #LorrainO’Grady: "Art history is just going to implode." #AndreaFraser: "I think it is finally starting to change [...]" O’Grady: "You think [...] there is a sign of hope for you? I’m happy to hear that."

5/10 Fraser: "Art discourse does that much more than art institutions by defining what is legitimate to talk about, what is legitimate to reflect on, what is legitimate subject matter, how we engage with art, what we are allowed to think." #LorrainO’Grady #AndreaFraser, 2021 >>

6/10 Unsere Fragen: Warum gilt die Kunstgeschichte als eine anti- oder a-politische, eine entkontextualisierte bzw. entökologisierende Wissenschaft? Wie geht sie mit ihren kolonialen Gründungsprämissen um? Was bringt sie zum Verschwinden?

7/10 Welche Nachkriegserwartungen sind noch immer unerfüllt? Setzt sie sich mit ihren Setzungen und Grenzen auseinander? Was macht sie mit Kunstpraktiken, die nicht in ihre Ordnung passen? Mit #Foucault (1978, 29): "Dem Diskurs die Machtfrage stellen, heißt [...]: wem nützt du?"

8/10 Nell Irvin Painter @PainterNell erinnert uns: "Yeah, we’re working out of an exclusionary tradition." >> und Ariella Aïsha Azoulay @AishaAriella öffnet "Potential History. Unlearning Imperialism", London/New York 2019

9/10 #RKW #RelevanteKunstwissenschaften #AktuelleKunstgeschichten, WiSe 2021/22, montags, 15:15-16:45, @bauhaus_uni, ONLINE via BBB, Zugangsdaten via >>

10/10 Unsere Gäst*innen: #edk, @ChristophBalzar, #IngeborgReichle, @kerstinschankw1, #RegineRapp @ArtLaboratoryB, @norasternfeld, #JuliaAllerstorfer, Thorsten Schneider & Wolfgang Brauneis, @bildoperationen, K.Lee Chichester & @BrigitteSoelch, #JessicaUllrich, #BurcuDogramaci



Vorlesung Aktuelle Kunstgeschichte/n (#RKW), Wintersemester 2021/22 >>


Hanna Hofmann, Still aus Videoessay zur Vorlesung Aktuelle Kunstgeschichte/n, Wintersemester 2021/22, 2022.



Letzer Twitter-Thread vom 06.02.2022 zu unserer 14. Sitzung der Vorlesung im Wintersemester 2021/22 >>

1/18 Finaler Thread zu unserem #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften im WiSe 2021/22, @bauhaus_uni, ONLINE via BBB, um die #Kunstgeschichte #plural zu denken: >>

2/18 Unsere Gäst*innen waren: #edk, @ChristophBalzar, #IngeborgReichle, @kerstinschankw1, @RegineRapp1 @ArtLaboratoryB, @norasternfeld, #JuliaAllerstorfer, #ThorstenSchneider & #WolfgangBrauneis, @bildoperationen, #LeeChichester & @BrigitteSoelch, #JessicaUllrich, #BurcuDogramaci

3/18 Im Folgenden ein Überblick unserer zusammenfassenden Threads der #RKW_talks im WiSe 2021/22:

4/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #edk #EndeDerKunstgeschichte: >>

5/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit @ChristophBalzar: >>

6/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #IngeborgReichle: >>

7/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit @kerstinschankw1: >>

8/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit @RegineRapp1 @ArtLaboratoryB: >>

9/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit @norasternfeld: >>

10/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #JuliaAllerstorfer: >>

11/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #ThorstenSchneider & #WolfgangBrauneis: >> und https://twitter.com/BetriebssystemK/status/1472859553654091777" target="_blank"> >>

12/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit @bildoperationen: >>

13/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #LeeChichester & @BrigitteSoelch: >>
#AddOn: >> und >>

14/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #JessicaUllrich: >>

15/18 #RKW_talk #RelevanteKunstwissenschaften mit #BurcuDogramaci: >>

16/18 Danke für die Einblicke in Ihre/Eure Forschungen, liebe Kolleg*innen, danke für die Antworten auf unsere Fragen & danke für die Inspirationen, weiter zu forschen.

17/18 Mit @AishaAriella und "Potential History. Unlearning Imperialism" (London/New York 2019) arbeiten wir mit #RelevanteKunstwissenschaften #RKW jetzt weiter an #UnLearningArtHistory #ReLearningArtHistory #DeLearningArtHistory und #NewLearningArtHistory

18/18 Will be continued: #RelevanteKunstwissenschaften #RKW




Xenia Meierson: RKW, 2021/22, 1 Blatt eines Fanzine.




Xenia Meierson: RKW, 2021/22, 1 Blatt eines Fanzine.



03.11.2022

Epistemologisches, Methodologisches und Genealogisches

Thorsten Schneider
"Nehmt Euch die Freiheit der Wissenschaft, entdeckt was Ihr wollt!"
Kunstgeschichte inter- & transdisziplinär?




Thorsten Schneider ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des interdisziplinären Graduiertenkollegs Kulturen der Kritik der Leuphana Universität Lüneburg. Dort arbeitet er in den letzten Zügen seiner Dissertation zum Thema "Ideologiekritik in der deutschsprachigen Kunstgeschichte um 1968 und ihr Potenzial für eine aktuelle Kunstkritik". Er unterrichtete u. a. an der EVH Bochum und den Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie derzeit an der Münster School of Architecture. 2018 erhielt er das Kuratoren-Stipendium des Landes NRW in Schloss Ringenberg, 2019 das artmagazine-Stipendium für junge Kunstkritiker:innen. Seit 2011 realisiert er Ausstellungen und Kunstprojekte. Als freier Kritiker schreibt er in diversen Formaten und co-produziert die Radiosendung des Institut für Betrachtung (IFB) in Köln >> . Seine Arbeitsschwerpunkte sind Ideologiekritik, Wissenschaftsgeschichte der Nachkriegskunstgeschichte, Cultural Studies, Kritische Theorien, Kunst und Zeitgenossenschaft.



"Aus der allgemeinen Universitätskrise der letzten Jahre entwickelten sich erstmalig nach dem Kriege Ansätze zur Selbstreflexion der Kunstgeschichte als Wissenschaft. Von einer unkritischen, in ihrer Ideologie befangenen und beschränkten Professorenschaft alleingelassen oder massiv bekämpft, gingen diese Impulse bisher von einigen Studenten aus.
Es zeigte sich, dass Kunstgeschichte das exemplarische Beispiel einer reaktionären Wissenschaft darstellt und dass der Widerstand gegen eine neue Fundierung des Faches umso größer war, je unverhohlener die ideologischen Elemente in den Arbeiten der Professoren bloßgelegt wurden.
Effektiv konnten bisher nicht einmal die Ansätze einer kritischen Kunstwissenschaft vermittelt werden - der Schein trügt: Die vermeintlich fortschrittlichen Bestrebungen innerhalb des wissenschaftlichen Apparates, die irrationale Übernahme eines intellektualistischen Vokabulars und 'moderne' Fragestellungen auch auf dieser Tagung (Kunsthsitorikerkongress) sind nichts als der Abklatsch einer Bewegung, die im Kern nicht verstanden wurde."
Franz Verspohl, Horst Bredekamp: Zur bürgerlichen Ideologie der Kunstgeschichte, in: Tendenzen, Jg. 11, 1970, Nr. 65, S. 6-10, hier S. 6.

"Die bildende Kunst der Gegenwart ist eine nicht nur intermediale, sondern auch inter- und transdisziplinäre Angelegenheit geworden. Ein reflektierter Umgang mit Wissen sowie eine forschende, analytische, diskursive Haltung sind hier ebenso wichtig geworden, wie die Beherrschung künstlerischer Techniken an der Leinwand oder am Computer (die ihrerseits natürlich gesättigt sind mit explizitem wie implizitem Wissen.) Mehr noch: die aktuelle und akute Verschränkung von analytischen, manuellen, entwerfenden und dokumentierenden skills in der zeitgenössischen Kunst macht alte Unterscheidungen von Kopf und Bauch, wie sie den Kunstdskurs bis heute periodisch heimsuchen, vollends obsolet."
Tom Holert, Kunst und die Politik des Wissens, in: Magdalena Taube, Krystian Woznicki (Hg.), Modell Autodidakt, Berlin 2011, S. 81- 89, hier S. 86.



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Einige Sätze von Thorsten Schneider, 3.11.2022:

Auch an den Universitäten in Deutschland fand nach 1945 eine Re-Demokratisierung statt: Diese startete jedoch nicht als eine Stunde 0, sondern es bedurfte eines großen Aufwandes, um die Vorstellung von Wissenschaft neu zu erlernen.

Die Institutionskritik, die m.E. bis heute nicht abgeschlossen ist und stattdessen weitere, neue Probleme mit sich gebracht hat, wurde in den 1960er Jahren maßgeblich von der Kritischen Theorie aka Frankfurter Schule angestoßen. Die Kunstgeschichte hinkte weit hinterher, Innovationen [sic] kamen aus den Sozialwissenschaften und der Soziologie, die sich philosophischen Fragestellungen öffneten und sich als kritische Theorie in eine marxistische Tradition stellten.

Das Problem der nationalsozialistischen Vergangenheit in Bezug auf die Kunstgeschichte ist, das sie unbewältigt geblieben ist: Reformbewegungen haben sich bis heute zu Tode gesiegt oder sind in der Glorifizierung von Einzelereignissen stecken geblieben.

Es existierten einige Öffnungsversuche, z.B. der fast schon mythische Kunsthistoriker-Kongress in Köln 1970, auf dem eine kritische Wissenschaft gegründet werden sollte. Zeitgleich fanden im Kölnischen Kunstverein Fluxushappenings statt, auf denen Inter- und Transsexualität Thema der Kunst waren, wie es in der Kunstgeschichte unvorstellbar gewesen wäre. Ebenfalls zeitgleich: die interdisziplinäre Ausstellungsreihe "Jetzt." in der Kunsthalle Köln, z.B. Arbeiten von Jean Marie Straub, die die deutsche Biederkeit und das verkrustete Nachkriegsdeutschland sehr viel deutlicher in die Kritik nahm, als es in kunsthistorischen Forschung der damaligen Zeit der Fall war.

Künstlerische Impulse, die zu der Zeit aufgenommen hätten werden können, sind erst einmal weitflächig von der akademischen Kunstgeschichte übersehen worden und wurde in dem, was man heute Kunstbetrieb nennt, diskutiert. Künstler*innen, Kurator*innen und Kritiker*innen brachten sie in den Diskurs der universitären Kunstgeschichte ein. Diese Versäumnisse haben bis heute Nachwirkungen.

Der Anspruch auf Transdisziplinarität wird spätestens seit den 1990er Jahren in die Kunstgeschichte, in die verschiedenen Ausprägungen der Kunstgeschichte, in die deutschen Diskussionszusammenhänge als Herausforderung und Erstrebenswertes eingebracht. Gleichzeitig findet immer auch eine Gegenreaktion statt, die eine Zerstreuung und Unschärfe des Methodenapparates bemängelt und die alte Kunstgeschichte, was auch immer das sein mag, bedroht sieht.

Wir können nicht anders, als inter- und transdisziplinär zu denken und zu arbeiten. Andernfalls wäre es nicht möglich, das, was wir heute als zeitgenössische Kunst bzw. Gegenwartskunst diskutieren, überhaupt nur ansatzweise einzuholen. Denn im Zweifel sind Künstler*innen schon zwei, drei Schritte voraus.

Um klarzumachen, warum ich die Frage nach der nationalsozialistischen Vergangenheit mit der Frage nach den Cultural Studies und den postkolonialen Theoriediskussionen in Deutschland verknüpfe: Hito Steyerl hat jüngst im Zusammenhang mit der documenta fifteen die These formuliert - und ich teile sie -, dass es in Deutschland eine starke Tendenz gibt, die Erinnerungskultur und das nationale Erbe gegen die postkolonialen Diskurse auszuspielen. Nur wenn wir die Problemlagen gemeinsame als ein und dasselbe Problem aus zwei unterschiedlichen Richtungen anschauen, nur dann werden wir Lösungen und Perspektiven für die Zukunft finden.

Autor*innen wie Stuart Hall und andere haben gezeigt, wie mit visuellem Material, ohne den Kunstbegriff zu brauchen, gearbeitet werden kann und dass ihre Analysen und Arbeitsweisen an kunsthistorische Fragestellungen anschlussfähig wären. Umgekehrt sind die Aufnahmen der Cultural Studies in die kunstgeschichtlichen Diskussionen noch nicht so intensiv bemüht worden, wie ich es mir wünschen würde. Diese Einführungen in die Kunstgeschichte kommen allenfalls summarisch vor, in der Breite der kunstgeschichtlichen Ausbildung spielen sie keine Rolle.

In Gesprächen mit Kolleg*innen erlebe ich eine Spaltung: die einen, die traditionelle Kunstgeschichte betreiben, sich für Fragen der Inter- und Transdisziplinarität nicht interessieren und in ihrem Arbeitspektrum unterwegs sind. Die anderen, die Inter- und Transdisziplinarität schon längst praktizieren, haben wiederum kein Interesse an der deutschen Kunstgeschichte. Aus einer epistemologischen und institutionskritischen, machtkritischen Position wäre nach dem Warum zu fragen.

Ob ich Kunstgeschichte studiere oder für eine Professur arbeite - ich werde immer wieder damit konfrontiert, was das akademische Bild von Kunstgeschichte ist. Und das kann sehr schmerzvoll sein, weil darin all die Fragen einer politischen Zeitgenossenschaft keinen Platz finden. Um den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft Rechnung tragen zu können, ist eine Inter-, Trans- und Pluridisziplinarität, egal aus welcher Perspektive, zwingend notwendig. Umgekehrt sage ich auch, dass Fragen der Genderstudies auch in den klassischen Fächern eine Rolle spielen müssen. Bei allen Fragen, bei Einführungsveranstaltungen, Tutorien ... wird immer wieder neu verhandelt, was gewusst und was nicht gewusst wird. Wenn wir alles, was Spaß macht, aus der Kunstgeschichte rausschreiben, überlassen wir den Leuten einen riesigen Machtapparat, die z.B. das Berliner Stadtschluss mitaufbauen ...

Wann ist die Beschäftigung mit der eigenen Gegenwart abgerissen? Das musste erst nach dem 2. Weltkrieg wieder gelernt werden ...

Nur durch diese Arbeit kann ich dem Fach überhaupt noch etwas abgewinnen und es für mich zukunftsfähig machen. Es aufzugeben, wäre die Aufgabe von sehr vielen Gegenständen, sehr vielen politischen Problemlagen, aber auch methodischen Zugriffen, über die die Kunstgeschichte verfügt und produktiv ins Gespräch mit anderen (wer auch immer die anderen sind) einbringen könnte.

Auf der Grundlage von Donna Haraways "situated knowledge" ist es wichtig, sich mit den Gegenden der eigenen Disziplin, Denkweise und Identität auseinanderzusetzen. Da komme ich von der kritischen Theorie: immer die gesellschaftlichen Verstrickungen einbringen, voraussetzen, immer involviert zu sein, sich nicht auf eine Neutralität zurückziehen.

Mir sind die Ansätze von Spivak, Hall und Gilroy wichtig, die sagen, dass wir nicht hinter uns lassen, sondern aus den Verletzungen, Widersprüchen und Gewalttätigkeiten der Vergangenheit lernen, um im Blick zu halten, was man selbst bzw. was ich mit meiner eigenen Praxis weiter tue. Mir sind die Ansätze näher, die versuchen, aufzugreifen und zu verwandeln. Deswegen schließe ich aber Positionen wie von Ahmed u.a. nicht aus, die versuchen, nicht mehr ’alte weisse Männer’ zu zitieren, sondern diejenigen, die auf der Seite der Emanzipation stehen oder noch zu wenig zitiert wurden. Das halte ich ebenfalls für sehr gute Ansätze. Einen von beiden als universelle Lösung darzustellen, wäre für mich keine Lösung, da plädiere ich für Austausch und Fehlbarkeit.

Kunst, Theater, Kultur, Subkulturen ... sind Teil symbolischer Ordnungen und Teil von Aushandlungsprozessen. Daher ist es wichtig, sie ernst zu nehmen. Denn Kunstproduktion sollte immer auch die Freiheit sein auszuprobieren und zu testen, gleichzeitig sollten sie aber auch nicht so ernst genommen werden, darin schon fertige Lösungen für Probleme finden zu können, die dringend gebraucht werden.

Privilegien sind etwas zweischneidiges: man kann sie einsetzen oder man kann sich draufsetzen. Manche Privilegien wird man auch nicht los, wie man auch Beschränkungen nicht los wird, im eigenen Denken, in der eigenen ökonomischen Basis.

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10.11.2022

Kunst und Architektur

Anh-Linh Ngo ist Architekt, Architekturtheoretiker, Mitherausgeber und Chefredakteur der ARCH+.
Er ist Mitinitiator und (Ko-) Kurator zahlreicher Ausstellungs- und Forschungsprojekte wie "projekt bauhaus", das sich von 2015-2019 mit den Ideen des Bauhaus auseinandersetzte, wie "An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaftens" im Kunstraum Bethanien (ifa, 2018), "1989-2019 - Politik des Raums im Neuen Berlin" im Neuen Berliner Kunstverein und "Cohabitation: Solidarität von Tieren und Menschen im Stadtraum" im silent green Berlin (2021).
Anh-Linh Ngo ist Kuratoriumsmitglied der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart, der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und des Goethe-Instituts (Bildung und Diskurse), seit 2022 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Sektion Baukunst. 2023 wird er im Team an der Akademie der Künste Berlin das Ausstellungs- und Publikationsprojekt "Die große Reparatur" kuratieren. Ebenfalls 2023 wird Anh-Linh Ngo zusammen mit ARCH+ und den Architekturbüros Summacumfemmer und Büro Juliane Greb den Deutschen Pavillon auf der 18. Architekturbiennale kuratieren.





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Einige Sätze von Anh-Linh Ngo, 10.11.2022:

Die Reparatur eignet sich als ein neues Paradigma, da es uns erlaubt, die Disziplinen neu zu denken.

Wie können wir zu einem neuen Gesellschaftsbild kommen? Mit dem Begriff der Reparturgesellschaft, eingeführt von Wilfried Lipp zu Beginn der 1990er Jahre, bewegen wir uns weg von den Narrativen der Informations- oder Konsumgesellschaft hin zu einer anderen Idee des Gesellschaftlichen: zu der Reparatur dessen, was schon existiert.

Reparatur ist keine nahtlose Wiederherstellung eines früheren und vermeintlich ganzheitlichen, final erreichbaren Ideal- oder Originalzustands: Es handelt sich um eine Praxis der Anerkennung des Schadens, die auf Aneignung, Zusammenfügung und Improvisation setzt. Dabei wird das saubere Image und die klare Trennung der Moderne in Frage gestellt.

Reparatur ist ein prozessualer, immer wieder stattfindender Aushandlungsprozess und ein sozialer Akt.

Sechs Ethiken prägen das neue Paradima der Reparatur: Suffizienz (Sufficiency), Langlebigkeit (Longevity), Solidarität (Solidarity), Wiederaneingung (Reappropriation), Pluralität (Plurality), Pflege (Care).

Zu Suffizienz: Wir müssen uns der eigenen Wissensbestände vergewissern, sie in einen neuen Kontext stellen und neu denken. Die Menschheit muss mit weniger auskommen, wir dürfen nicht mit Hilfe des Fortschritts immer mehr produzieren, sondern müssen einen sorgsamen Umgang praktizieren mit dem, was bereits existiert. Der soziale Aspekt muss dabei mitberücksichtigt werden, das heisst, es handelt sich auch um eine Frage der Umverteilung.

Zu Wiederaneingung: Die terrritoriale und kulturelle koloniale Gewalt ist eine der unabdingbaren Vorausetzung für die Produktion der "Cheap Nature". Wir müssen die Wiederaneingung des Entwendeten und Entwerteten berücksichtigen. Dabei handelt es sich um Orte, Objekte, Territorien, kulturelle Praktiken und Episteme.

Zu Pluralität bzw. Pluriversität: Die Reparatur problematisiert die Einseitigkeit der technowissenschaftlichen Rationalität und strebt nach Pluralität. Sie verfolgt einen dekolonialen Ansatz in der Wissensproduktion und öffnet sich für verschiedene Wissenssysteme und Praktiken, die durch den Kolonialismus verdrängt wurden. Dabei handelt es sich um Praktiken, die auf indigenes, handwerkliches, Bricoleurhaftes Wissen basieren, mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen Probleme lösen, dabei die Expertenposition in Frage stellen und die Akteurskonstellation verändern. Statt auf Neuheit und individuelle Urheberschaft setzt das plurale Denken auf kollaborative Fomen der Wissensproduktion und Selbstermächtigung.

Zu Pflege: Es geht um die Frage, wie wir Pflege (Care) neu denken können und müssen. Prozesse der Pflege, Wartung und Instandhaltung, die in der Raum- und Architekturpraxis ausgeblendet werden, werden nun verkehrt und ins Zentrum gestellt. Diese Praktiken brauchen wir in Zukunft und müssen sie daher neu bewerten. Dies betrifft nicht nur die gebaute Umwelt, sondern die größere Umwelt als unsere Lebensräume: Who takes care of whom?

Die Praxen des Reparierens müssen verstärkt diskutiert werden. Dabei handelt es sich um:
Repairing by Doing Nothing
Repairing Modernist Legacies
Repair Against Demolition
Repairing by Decarbonizing and Localizing the Supply Chain
Repair as Social Act.

Die Praxis der Reparatur ist auch im Umgang mit der Disziplin Architektur sinnvoll. Hierbei handelt es sich um die Autorrepair-Praxis, die eigene Reparatur. Denn die Architektur als Disziplin hat die Ausbeutungslogik der kapitalistischen Produktion verinnerlicht, sowohl in Bezug auf ihre Arbeitsobjekte wie Gebäude, Städte, Landschaften und Territorien, als auch auf ihre Arbeitssubjekte, die Architekten und Stadtplaner.

Zum Beispiel muss gefragt werden, wie Architekturarbeit zu bewerten ist: Architektur wurde als kreative Disziplin verklärt, der Beruf wurde als Berufung verklärt und diese Verklärung führte zu Ausbeutungsverhältnissen. Nicht nur die Frage, wie wir Architektur praktizieren, sondern auch, wie wir die eigene Arbeit als einen sozialen Akt gestalten, muss unter dem Aspekt der Reparatur zur Debatte gestellt werden. Das heisst zum Beispiel: Repairing the Office! Repairing the Curriculum!

Frage der Lehre sind zu diskutieren: Welches Ideal wird in der Lehre vermittelt und wie können wir Wissensproduktion, Wissensvermittlung oder auch Kritik anders handhaben?

Architektur ist nicht als ein fertiges Produkt anzusehen, sondern als ein Archiv von Reparaturarbeiten zu begreifen, als Ansammlungen und Schichtungen, die die Dimension der Zeit mitdenken.

Seit zwei Jahrzehnten geht es vielfach um diese Fragen: Welche Daseinsberechtigung hat die Architektur heutzutage und wie können wir sie vor dem Hintergrund der Veränderung neu denken und reparieren? Auch die Frage nach den Institutionen und Instrumenten ist zentral, da sich neu erfundene Formate ansonsten nicht verstetigen. Hierfür bedarf es neuer institutioneller Einrichtungen und Instrumente.

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17.11.2022

Biologie und Gender

Heinz-Jürgen Voß ist Biologe und Sozialwissenschaftler und hat an der Hochschule Merseburg >> die Professur für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung inne. In seiner Publikation Making Sex Revisited (2010) setzt er sich mit Geschlechtertheorien und Geschlechterkonstruktionen in Biologie und Medizin von der Antike bis zur Gegenwart auseinander. Seine Publikation Geschlecht. Wider die Natürlichkeit (2011) ist eine Einführung in die Geschlechterforschung. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Dekonstruktion der scheinbar eindeutigen Bestimmung des Geschlechts durch Gene und Chromosomen: "Ein Denken von Entwicklung, eine Betonung von Entwicklungsprozessen geht ab von wenigen kleinen vorbestimmenden Einheiten. Vielmehr wird es notwendig, den gesamten Organismus und dessen Wechselwirkungen mit der Umwelt zu betrachten. [...] ’Gene’, DNA sagen eben nicht die Entwicklung eines Organismus bzw. hier eines ’Genitaltraktes’ voraus. Vielmehr stellen sie lediglich einen Faktor im komplexen Zusammenspiel von Faktoren der Zelle dar."

Trans*, Inter* und geschlechtliche Non-Binarität für Curricula: Markt der Möglichkeiten >>
alphabetisch sortierter Überblick ¨ber relevante Organisationen und Inhalte, die grundlegend für die Fortentwicklung von Curricula von Aus-, Fort- und Weiterbildung im Hinblick auf die Themenfelder Trans*, Inter* und Non-Binarität sind. Die Auswahl erfolgte durch das Organisationsteam der Hochschule Merseburg (verantwortliche Leitung: Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß)

Heinz-Jürgen Voß 2022: Nur zwei Geschlechter? Zur Dekonstruktion des Geschlechts in der Biologie >>

Heinz-Jürgen Voß 2022: Die vielen Geschlechter der Biologie >>





WDR: Junge oder Mädchen? Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt?, 2018 >>
zwischen min 5:19 und 9:58


Beyond XX and XY: The Extraordinary Complexity of Sex Determination
twitter: @sirens_dream, 7.11.2022 >>
Pitch Interactive and Amanda Montañez; Source: Research by Amanda Hobbs; Expert review by Amy Wisniewski University of Oklahoma Health Sciences Center, Sept. 1, 2017 >>



SPECIAL ISSUE: Proximities: Reading with Judith Butler (Edited by Debarati Sanyal, Mario Telo, Damon Ross Young), Volume 158, Issue 1, Spring 2022 >>




Themenheft II der Kuntchronik: Kunstgeschichten und ihre Akteure,
75. Jahrgang / Heft 8 / August 2022 >>




Preisverleihung Deutscher Buchpreis 2022 an Kim de l’Horizon "Blutbuch", hier: 45:35 bis 58:00



24.11.2022

Crip, Queer und KI

Katharina Klappheck M.A.: Ist behinderte Politikwissenschaftler*in. They beschäftigt sich mit Behinderung, Queernes und KI, sowie Design als Politik. Katharina Klappheck arbeitete hierzu unter anderem an der Technischen Universität Dresden und dem deutschen Bundestag. Momentan ist Katharina Klappheck Head of Feminist Internet Policy am Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung. Dort baut They momentan ein Crippled Low-Tech Lab. auf.
Weitere Themen von Katharina Klappheck >>



Queering the Crip, Cripping the Queer
Eine Ausstellung zu Geschichte, Kultur und Aktivismus von Querness & Behinderung
2.9.2022 - 30.1.2023
Schwules Museum Berlin >>
Anajara Amarante, Mel Baggs, Pelenakeke Brown, Claire Cunningham, TJ Cuthand, Justin LeBlanc, Riva Lehrer, Charles Ryan Long, Ono Ludwig, Rita Mazza, Perel, Brontez Purnell, Sindri Runudde, SchwarzRund, Steven Solbrig, Joey Solomon, Dirk Sorge, Elizabeth Sweeney, RA Walden, Syrus Marcus Ware, Kah Mendoza, Weethee, Quintan Ana Wikswo, Quiplash, Lorenza Böttner, Raimund Hoghe, Audre Lorde

10 Grundsätze der Disability Justice, Sins Invalid 2015 >>
Intersektionalität, Führung der am meinsten Betroffenen, Antikapitalistische Politik, Engagement für übergreifende Organisation, Anerkennung der Ganzheit, Nachhaltigkeit, Engagement für Solidarität mit allen behinderten Menschen, Interdependenz, Kollektive Zugänglichkeit, Kollektive Befreiung


Interview featuring Give Me a Reason to Live, 2016, created and performed by Claire Cunningham,
video: 4:26, light design: Karsten Tinapp, sound design: Zoë Irvine, cello: Matthias Herrmann, video courtesy of Perth Festivals, Westaustralien


Raimund Hoghe, Swan Lake excerpt, 2008,
video: 2:46, courtesy of Numeridanse and the estate of Raimund Hoghe, courtesy of Rosa Frank


Syrus Marcus Ware, Ancestors, Can You Read Us? (Dispatches from the Future), 2019,
multi-channel video: 3:16, courtesy of the artist



Queerness in Photography
17. Sep 2022 - 18. Jan 2023
c/o Berlin >>
- Under Cover. A Secret History of Cross-Dressers. Sébastien Lifshitz Collection
- Casa Susanna. Cindy Sherman Collection
- Orlando. Curated By Tilda Swinton

IMAG(IN)ING QUEER UTOPIAS >>
Panel Discussion + Performances von House of Living Colors
Sa, 14. Jan - So, 15. Jan 2023



Margaret Middleton 2020: Queer Possibility, Journal of Museum Education, 45:4, 426-436 >>

Margaret Middleton >> 2022: Looking for Queer Possibiltiy in the Museum. a guide to help you make queer connections in museums and record your queer experiences >>



Visual Essay: There’s Something Wrong with My House?, Bridget Moser, Nov. 22, 2022 >>







Unsere nächsten Sitzungen:

01.12.2022 (Achtung, diese Sitzung findet wegen des Zeitzonenwechsels um 16:30 Uhr statt):
African diasporic art history
Nana Adusei-Poku, Assistant professor in African Diasporic Art History in the Department of History of Art, Berkeley University >>

08.12.2022: Rethinking Art History through Disability
Charlotte Matter, Laura Valterio, Virginia Marano, Universität Zürich, Kunsthistorisches Institut >>

15.12.2022: Kollaborative & Spekulative Forschung & Produktion an den Schnittstellen Kunst, Architektur, Raum, Bild, Sound und Text
Mona Mahall, Architektin und Professorin für Darstellungsmethodik im Entwerfen an der Bauhaus-Universität Weimar & Asli Serbest, Professorin für Temporäre Bauten an der HFK Bremen >> und >>

05.01.2023: Perspektiven der Neurokognitionsforschung
Christian Dobel, Diplompsychologe, Professur für Experimentelle HNO Wissenschaft am Uniklinikum Jena >>

12.01.2023: Postkoloniale Politiken
Eric Otieno Sumba, Soziologe und Politikwissenschaftler >>

19.01.2023: Petro-Modernität
Laura Hindelang, Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern >>

26.01.2023: Koloniale Machtdiskurse
Christopher Nixon, Kurator und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Dresden >>

02.02.2023: Abschluss und Aussichten



Weitere Empfehlungen im Wintersemester 2022/23:

Tagung Kanonforschung heute: Wiederentdecken, Lesen, Edieren und mehr >>
#breiterkanon >>
9.-12. November 2022
@ Goethe-Universität Frankfurt/Main
Programm >>
Anmeldung zur Teilnahme per Zoom: wernli [at] lingua.uni-frankfurt.de

KONGRESS Die Zukunft der Kritik >>
18. - 19. November 2022: Bundeskunsthalle, Bonn
24. - 26. November 2022: Akademie der Künste, Berlin
Eintritt frei, mit Anmeldung:
Bonn: buchung [at] bundeskunsthalle.de
Berlin: kongress [at] adk.de

Ringvorlesung Equity@Bauhaus >>
donnerstags, 18 bis 19:30 Uhr
Kasseturm, Goetheplatz 10, Weimar oder
Oberlichtsaal, Geschwister-Scholl-Str. 8A, Weimar

Ringvorlesung Image Protests / Bildproteste >>
TU Dresden, FB Kunstgeschichte
wöchentlich montags, 18:30-20 Uhr (CET)
via Zoom
Anmeldung >>

Ringvorlesung Unter Beschuss: Kunsthistorische Revisionen im Zeichen des Ukrainekrieges >>
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kunst- und Bildgeschichte
mittwochs, 26.10.2022 - 15.02.2023, 18-20 Uhr
Vorträge >>
Informationen zum Livestream >>

Ringvorlesung On Art and Resistance in Ukraine >>
Organised by Natalya Stupka and Denis Uhreniuk, Hamburg / Lviv / Kyiv, students of Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg
Hamburg/online
2 Nov 22, 15 Dec 22, 19 Jan 23, 19 Uhr
Programm >>

Beiträge zur Institutionsgeschichte >>
Veranstaltungsreihe im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprojektes im Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft im Nationalsozialismus
Nürnberg/online
Die URLs zu den einzelnen Terminen werden im Vorfeld auf der Webseite des Kunstvereins veröffentlicht >>

Ringvorlesung Kritik als Praxis. Praxis als Kritik >>
Graduiertenkolleg 2638: Normativität, Kritik, Wandel
FU Berlin, Hörsaal 1a, Habelschwerdter Allee 45
Donnerstags von 18:15 bis 19:45 Uhr
Stream >>

Ringvorlesung Andere Ideen von Afrika / Other Ideas of Africa >>
Universität Duisburg-Essen, Institut für Kunst und Kunstwissenschaft
02.11.2022-25.01.2023
mittwochs 16-18.00 Uhr, Hörsaal R11 T00 D01
Links zu den Online-Vorträgen >>

Ringvorlesung RES(T)ITUIEREN. Provenienz, Sammlung, Verantwortung >>
RES:TITUTE | RES:ITUATE. Provenance, Collection, Responsibility
Ruhr-Universität Bochum, Kunstgeschichtliches Institut, Universitätsstr. 150, HGA 30
27.10.2022 bis 08.02.2023
Mittwochs, 18-20 Uhr
Kontakt ringvorlesung-restitution [at] rub.de

Ringvorlesung Forschungen am Objekt. Heritage Science, Restaurierung und Kunstgeschichte im Gespräch >>
Freie Universität Berlin, Kunsthistorisches Institut, Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
24.10.22 bis 13.2.23
Montags, 16-18 Uhr
Online per Anmeldung >>
Programm >>

Vortragsreihe Intersektional. Prekär. Widerständig. >>
Beiträge zur Zukunft poststrukturalistisch geprägter "Studies" in Deutschland
Schwerpunkt: Disability Studies
ZeDiSplus. Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung
18. Oktober 2022 bis 31. Januar 2023
Dienstags, 18 - 19:30 Uhr via Zoom
Anmeldung >>

Lecture series Black German Studies: Transatlantic Perspectives >>
Co-organized by the Chair for German Literature, Comparative Literary Studies and Transatlantic Literary History and the Chair for English, Postcolonial and Media Studies in partnership with the Transatlantic Studies Network
Dec. 2022 - Feb. 2023



Weiteres Material:

Research Seminar with Joris van Gastel (University of Zurich) from Bibliotheca Hertziana on Vimeo.
Joris van Gastel: Southern Discomfort - Art and Abjection at the Birth of a Discipline, 30.9.2022









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