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Vorlesung
Prof. Dr. Birte Kleine-Benne

Aktuelle Kunstgeschichte/n (#RKW)



Zugang zur Online-Veranstaltung:
https://moodle.uni-weimar.de/mod/bigbluebuttonbn/externaljoin.php?s=G4degp7LcVN3WvKxiCyRh5HqT0zrUIo8DPE6ZYsBFuJ1aXOwtf
Passwort: 2021/22_Kunstgeschichte/n

Montags, 15:15 bis 16:45 Uhr
Beginn: 18. Oktober 2021
Bauhaus-Universität Weimar, Fak. Kunst und Gestaltung



Die Disziplin Kunstgeschichte kann schon länger plural gedacht werden / hätte schon längst plural gedacht werden müssen / müsste stärker plural gedacht werden. Jeder dieser drei Sätze ist wahr, gemeinsam umreissen sie ein Problemfeld.

Ausgewählte Referent∗innen werden uns wöchentlich in ihre Forschungsperspektiven und damit in eine Kunstgeschichte Einblick geben, die sich in Kunstgeschichten auffaltet. Sie kann erzählt werden als Postkoloniale, Feministische, Islamische oder Digitale Kunstgeschichte, als Disability oder Queering Art Studies, als linke Kunstgeschichtskritik, als technische Bildwissenschaft, Neuro Art History oder Animal Art Studies, als Translokations- oder Provenienzforschungen, als Exil- und Migrationsforschungen, als Kontextforschungen, Engaged Art History, Art&Critical Ecologies oder ArtBioScience oder sogar als das "Ende der Kunstgeschichte" (EdK), wie sich eine kürzlich selbstorganisierte Gruppe von Kunstgeschichtsstudierenden in Köln und Berlin nennt.

In unseren Online-Gesprächen mit den Expert∗innen werden sich im besten Fall viele der drängenden Fragen klären lassen: warum die klassische Kunstgeschichte als eine anti- oder a-politische, eine entkontextualisierte bzw. entökologisierende Wissenschaft gilt, wie sie mit ihren kolonialen Gründungsprämissen umgeht, was sie zum Verschwinden bringt, welche Nachkriegserwartungen noch immer unerfüllt sind, ob sie sich mit ihren Setzungen und Grenzen auseinandersetzt oder auch, was sie mit Kunstpraktiken macht, die nicht in ihre Ordnung passen.

Anliegen der Veranstaltung ist, Andrea Frasers Lorraine O’Gradys Prognose zur Zukunft der Kunstgeschichte zu begegnen: "Art history is just going to implode. It will implode because the truth quotient that it contains is too low." Der Kunstgeschichte fehle ein stabilisierender Wahrheitswert? Kann Relevanz diese Funktion übernehmen? Diese Veranstaltung ist Auftakt des work in progress #RelevanteKunstwissenschaften #RKW.









li: lia perjovschi: Art History Theory And Criticism, diagram from ongoing series 1999-today.

re: CDF: Der Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818, Öl auf Leinwand, unsigniert, 94,8 x 74,8 cm, Hamburger Kunsthalle (Bildquelle >> ).







Vorab: Bei dem folgenden Programm kann es sich nicht um ein vollständiges, repräsentatives, abgeschlossenes Format handeln, sondern hier finden ausgewählte Perspektiven zusammen und werden Lücken gebildet, die wiederum Thema für eine nächste Veranstaltung sein können ...

Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, dass sie sich bereit erklärt haben, in diesem Rahmen in ihre Forschungen und Perspektiven zur Kunstgeschichte Einbick zu geben!





PROGRAMM:



18.10.2021: Einführung


Technisches, Organisatorisches, Thematisches, Methodisches

Leistungsnachweis siehe Vorlesungsverzeichnis:
1. regelmäßige und aktive Teilnahme mit 2 Fragen, die sich im Themenfeld der Vorlesung aufhalten, (mündlich oder schriftlich) pro Sitzung an die jeweiligen Referent*innen
2. nach vorheriger Absprache: zum Beispiel Kommunikation der Kernthesen der Einzelsitzungen via Twitter oder Instagram #RKW ODER Zeichnungen/Grafiken/Skizzen ODER Radiofeatures ODER Fotografien ODER ... zu den Kernthesen (BA: pro Sitzung 2 Tweets/2 Zeichnungen o.ä., Dipl/MA: pro Sitzung 3 Tweets/3 Zeichnungen o.ä.)
--> Bitte laden Sie Ihr Material als .pdf-Datei in den zugehörigen Ordner @ moodle, mit der folgenden Dateibezeichnung: Nachname-2021-xx-xx.pdf
--> Twitteraccount BetriebssystemK >> : #RKW, #RelevanteKunstwissenschaften
3. Kompilation von 1.+2. als Dokumentation zum Semesterende. Die Seminararbeit reichen Sie bitte nicht (!) als Papierversion ein, sondern mailen Sie mir bitte als .pdf-Dokument bis zum 31.03.2022.*
4. Ph.D.-Studierende: Stellen Sie bitte Ihre eigene Arbeit in den thematischen Rahmen der Vorlesung oder schreiben einen Aufsatz zu einem Thema der Vorlesung oder zum Vorlesungsthema (ca. 5.000 Wörter)

*Anmerkung:
3. heisst nicht 1. und 2. copy&paste in einem Dokument zusammenfügen (das wäre keine Leistung), sondern 3. als 1.+2., d.h. 3. als eine neue Qualität, die über 1. und 2. bzw. copy&paste hinausgeht, sich dabei aus 1. und 2. erschließt und zu 3. führt.
Bitte nehmen Sie die punktuellen Ergebnisse Ihrer Arbeitsschritte 1 und 2 und stellen Sie diese in den Zusammenhang z.B. einer selbstgestellten These, einer Frage, einer Beobachtung, einer anzuvisierenden, zukünftigen Aufgabe etc., z.B., wie es unter 4. heisst, "zu einem Thema der Vorlesung oder zum Vorlesungsthema selbst". 1. 2. und 3. bzw. 4. sollte bis zum Semesterende (31.3.3021) auf moodle hochgeladen werden, gern auch schon früher.

Empfehlungen zum wissenschaftlichen Schreiben >>
Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten und Abfassen von Seminararbeiten des Instituts für Kunstgeschichte der LMU München >>



"Yeah, we’re working out of an exclusionary tradition." Nell Irvin Painter
in: Dushko Petrovich Córdova: Where Should Art History Go in the Future? As Survey Courses Change, the Past Evolves, in: ARTnews, 28.7.2019 >>

Ariella Aïsha Azoulay: Potential History. Unlearning Imperialism, London und New York 2019.

"O’Grady: [...] Art history is just going to implode. It will implode because the truth quotient that it contains is too low.
Fraser: I think art history has been one of the most conservative disciplines in the humanities, frankly. Lorraine, do you agree??
O’Grady: Oh, I do.
Fraser: I think it is finally starting to change, but there was so much resistance within the field of art history in the United States to cultural studies, visual studies, postcolonial critique, decolonial critique, and critical race theory.
O’Grady:: You think it is starting to change? There is a sign of hope for you? I’m happy to hear that.
Fraser: I think so. I think, in terms of the art field, we have all these different subfields that are competing with each other and challenging each other. But I think one of the primary institutions of the art field is the institution of art discourse. Art discourse is one of the most powerful institutions in the art field - and the one that is hardest to examine, because it doesn’t have a building or a collection. It is sort of an archive in the mind. It is the institution that in some ways is most responsible for policing the boundaries of legitimacy, for maintaining and reproducing hierarchies. Art discourse does that much more than art institutions by defining what is legitimate to talk about, what is legitimate to reflect on, what is legitimate subject matter, how we engage with art, what we are allowed to think. And artists play a central role in that, because at this point, most wall labels and museums, if the artist is alive, they are just ventriloquizing the artist."
Artists Lorraine O’Grady and Andrea Fraser Talk Art World Activism and the Limits of Institutional Critique, in: ARTnews, 17.7.2021 >>



Ulrich Pfisterer 2020: Kunstgeschichte zur Einführung, Hamburg.

Ulrich Pfisterer (Hg.) 2011: Metzler Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart.

Hubertus Butin (Hg.) 2002: DuMonts Begriffslexikon zur zeitgenössischen Kunst, Köln.

Wolfgang Kemp 1991: Kontexte. Für eine Kunstgeschichte der Komplexität, in: Birte Kleine-Benne (Hg.) 2021: Kunst_Kontext_Kunst, Heidelberg, S. 163-178 >> .

Birte Kleine-Benne (Hg.) 2020: Dispositiv-Erkundungen | Exploring Dispositifs, Berlin >> .





Twitter-Thread vom 21.10.2021 zu unserer 1. Sitzung der Vorlesung >>

1/10 #KickOff #RKW #RelevanteKunstwissenschaften: Die Disziplin #Kunstgeschichte kann schon länger plural gedacht werden/hätte schon längst plural gedacht werden müssen/müsste stärker plural gedacht werden. Jeder dieser drei Sätze ist wahr, gemeinsam umreissen sie ein Problemfeld.

2/10 Uns interessieren u.a.: die verleugneten Annahmen und Überzeugungen, die uns davon abhalten, die Narrative, Blicke, Räume und Teilnehmer*innen zu ändern. Uns interessieren auch: die unerzählten und inkompatiblen Erzählungen.

3/10 Inspiriert von #RLW #RelevanteLiteraturwissenschaft und der Frage "Wie wird #Relevanz hergestellt?? (und nicht: Was ist relevant?) wollen wir uns den Be-/Gründungen der #Kunstwissenschaften nähern. Und wir wissen: An die Routinen von Prämissen ranzugehen, ist zumutungsreich.

4/10 #LorrainO’Grady: "Art history is just going to implode." #AndreaFraser: "I think it is finally starting to change [...]" O’Grady: "You think [...] there is a sign of hope for you? I’m happy to hear that."

5/10 Fraser: "Art discourse does that much more than art institutions by defining what is legitimate to talk about, what is legitimate to reflect on, what is legitimate subject matter, how we engage with art, what we are allowed to think." #LorrainO’Grady #AndreaFraser, 2021 >>

6/10 Unsere Fragen: Warum gilt die Kunstgeschichte als eine anti- oder a-politische, eine entkontextualisierte bzw. entökologisierende Wissenschaft? Wie geht sie mit ihren kolonialen Gründungsprämissen um? Was bringt sie zum Verschwinden?

7/10 Welche Nachkriegserwartungen sind noch immer unerfüllt? Setzt sie sich mit ihren Setzungen und Grenzen auseinander? Was macht sie mit Kunstpraktiken, die nicht in ihre Ordnung passen? ? Mit #Foucault (1978, 29): "Dem Diskurs die Machtfrage stellen, heißt [...]: wem nützt du?"

8/10 Nell Irvin Painter @PainterNell erinnert uns: "Yeah, we’re working out of an exclusionary tradition." >> und Ariella Aïsha Azoulay @AishaAriella öffnet "Potential History. Unlearning Imperialism", London/New York 2019

9/10 #RKW #RelevanteKunstwissenschaften #AktuelleKunstgeschichten, WiSe 2021/22, montags, 15:15-16:45, @bauhaus_uni, ONLINE via BBB, Zugangsdaten via >>

10/10 Unsere Gäst*innen: #edk, @ChristophBalzar, #IngeborgReichle, @kerstinschankw1, #RegineRapp @ArtLaboratoryB, @norasternfeld, #JuliaAllerstorfer, Thorsten Schneider & Wolfgang Brauneis, @bildoperationen, K.Lee Chichester & @BrigitteSoelch, #JessicaUllrich, #BurcuDogramaci



25.10.2012: Ende der Kunstgeschichte. Oder: Kunstgeschichte nach dem Ende der Kunstgeschichte. Oder doch: Kunsterzählungen.



Ende der Kunstgeschichte / edk ist eine seit 2019 bestehende Initiative aus Studierenden und Graduierten (der Kunstgeschichte), die sich für eine kritische Erneuerung und Erweiterung des Faches einsetzt ebenso wie für die Überwindung struktureller Ungleichheiten im Universitäts- und Kulturbetrieb. In verschiedenen Veranstaltungsformaten stellen wir zusammen mit unseren Gäst:innen die gesellschaftspolitischen Potenziale der Kunstgeschichte heraus.
Weiteres hier >>
und hier >>

edk_tagt: trans_positionen, online, 04.bis 06.11.2021 >>
Anmeldung via Mail an edk.koeln [at] posteo.de



Donna J. Haraway 1995: Situiertes Wissen. Die Wissenschaftsfrage im Feminismus und das Privileg einer partialen Perspektive, i:n dies. (Hg.): Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen, Frankfurt/Main, S. 73-97 >>

Hans Belting 1983: Das Ende der Kunstgeschichte, München.

Hans Belting 1995: Das Ende der Kunstgeschichte. Eine Revision nach zehn Jahren, München.

Verena Krieger (Hg.) 2008: Kunstgeschichte und Gegenwartskunst. Vom Nutzen und Nachteil der Zeitgenossenschaft, Köln.

Wolfgang Ullrich 2018: Kunst jenseits der Kunstgeschichte. Über zeitgenössische Aneignungspraktiken, in: ideenfreiheit >>



Twitter-Thread vom 1.11.2021 zu unserer 2. Sitzung der Vorlesung >>

1/12 Thread zu unserem #RKW_talk am 25.10.2021 (Weiteres: >> ) mit #edk, #EndeDerKunstgeschichte, einer Initiative aus Studierenden und Graduierten seit 2019 >>

2/12 Vorweg: Thread basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglichen Änderungswünschen von #edk. Die Eingangssystematisierungen der Tweets sind bis auf 12/12 Paraphrasen der Gastgeber*innen.

3/12 #edk_prüft die gesellschaftliche Relevanz der #Kunstgeschichte, _zielt auf eine Inventarisierung des Fachs und _engagiert sich für eine Aktualitätsbefragung des Fachs, für Selbstkritik und gegen strukturelle Ungleichheiten.

4/12 #edk_fragt: Was sind die strukturellen Probleme der #Kunstgeschichte? Wie verschränken sich Inhalte und Strukturen? 1 Beispiel: Das Ich-lose Schreiben und die Unsichtbarkeit der Sprecher*innen-position in wissenschaftlichen Texten...

5/12 ...öffnen einen ganzen Problemkomplex: Ausweis von/Ansprüche an Wissenschaftlichkeit, Nicht/Repräsentation, Subjektfragen. Warum wird das schreibende Ich in der #Kunstgeschichte durchgestrichen&warum werden Subjektfragen und einhergehende Konsequenzen nicht hinreichend reflektiert?

6/12 #edk_schlägt vor: Statt Generalisierungen genaue Bestimmung der Erzählperspektiven. Das bedeutet auch, eigene Vorlieben für Gegenstände und Theorien, eigene Methodenbegrenztheiten und Wünsche zu reflektieren.

7/12 #edk_interessiert: Wie wird #Kunstgeschichte erzählt? Eine Bestimmung der Erzählperspektiven kann zeigen, wie #Deutungshoheit über das Fach und den Untersuchungsgegenstand "#Kunst" entsteht. Wie können bisher #ungehörteGeschichten in der #Kunstgeschichte erzählt werden?

8/12 #edk_sagt: #Kunstgeschichte basiert u.a. auf kulturellem Kapital: #Kunstknigge, Museums- und Ausstellungswissen als wichtige Ressourcen. Die Beleuchtung von Standpunkten und Grenzen sind wie die Kenntnis von Exklusionsmechanismen für die Umstrukturierung der Disziplin wichtig.

9/12 #edk_offene Fragen: Strategien gegen Homogenitäten? Was passierte in den 1980ern, dass die kritischen Ansätze der 1970er abgebrochen sind? Welche Probleme tauchen mit der Reflexion des Faches auf?

10/12 #edk_Tipps: Abhängigkeiten voneinander kennen, respektieren, schätzen lernen. Privilegien+strukturelle Ungleichheiten klären. Leerstellen wahrnehmen. Wissens- und Erfahrungsgrenzen kennenlernen. Fehler reflektieren. Gemeinsam Texte schreiben. Sich nicht entmutigen lassen.

11/12 #edk_meint: Wir müssen Fragen nach Ökologien, Queerness, Präkarisierung, Feminismen ... der #Kunstgeschichte vehementer stellen.

12/12 #edk_tagt: 4.-6.11.2021: trans_positionen >> : Um das Projekt #globaleKunstgeschichte oder #WeltKunst zu bestimmen, müssen eigene Subjektpositionen und Begriffsuniversalisierungen reflektiert werden. #Transkulturalität #EntangledArtHistory



"Es geht nicht darum, Fundamente als solche loszuwerden oder gar eine Position zu vertreten, die unter dem Namen Antifundamentalismus firmiert. Beide dieser Positionen gehören zusammen als verschiedene des Fundamentalismus und der skeptizistischen Problematik, die er umfasst. Vielmehr sollte gefragt werden, was von der theoretischen Bewegung, die Fundamente etabliert, autorisiert wurde und was genau sie ausschliesst oder verwirft."
Judith Butler 1992: Contingent Foundations: Feminism and the Question of Postmodernism, in: Judith Butler / J.W. Scott (Hrg.): Feminists Theorize the Political, New York and London, S. 3-12, hier: S. 7.



Oliver Marchart, 4.-6-10.2018, HKW, Conercerning Matters and Truths. Postmodernisms Shift and the Left-Right-Divide: >>
zum Thema Postfundamentalismus: ab min 21:04



01.11.2021: Un-Doing Art History und Engaged Art History



Christoph Balzar ist Kurator und Kunstwissenschaftler mit thematischen Schwerpunkten auf der Entstehung der Museen im 19. und 20. Jahrhundert und postkolonialer Theorie. In seiner Dissertation an der Universität Bonn untersuchte er das Verfahren der Musealisierung von Heiligtümern lebender Kulturen aus kolonialen Erwerbszusammenhängen hinsichtlich epistemischer und allochroner Gewalt. Balzar verfolgt eine Praxis der Kunstvermittlung und organisiert sozial engagierte Projekte und Ausstellungen im In- und Ausland. Er ist Mitinitiator von BARAZANI.berlin, dem Forum Kolonialismus und Widerstand >> . Balzar lehrt im Fachbereich Ästhetische Bildung/Kunst an der Universität Potsdam.

BARAZANI.berlin >>
Das Schloss >>
Kuppel und Kreuz >>
Christliches Spruchband >>
Chronik des Widerstands gegen Schloss und Humboldt-Forum >>
Fünf Thesen gegen Schloss und Humboldt Forum >>

Supporting Decolonisation in Museums, Museums Association 2021 >>



IACHACHIDUR_VERSION_SUB_BAJA from wild palms on Vimeo.

Das Medien Kollektiv Ñambi Rimai besteht aus 10 indigenen Anführern aus den Völkern der Awa, Inga, Kamëntsá, Quillacinga, Nasa und Siona, die in den Bundesstaaten Nariño, Lower Cauca und Putumayo leben. Die Initiative entstand 2019 aus der Zusammenarbeit zwischen Taita Hernando Chindoy und Felipe Castelblanco, mit Unterstützung von Ambulante Mas Allá - AMA.
about: Marina Sammeck: Ayenan - the smallest particle in the universe that jumpstarts live (Kamëntsá language), 2021 >>
Dank an wildpalms, Düsseldorf >> , Jorge Sanguion und Alexandra Meffert (More >> )




Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy: Kunst & Kolonialismus @ Jung & Naiv: Folge 514, 1.6.2021




Chimamanda Adichie Speech at the Humboldt Forum, 25.9.2021




Historiker Jürgen Zimmerer über deutschen Völkermord & Kolonialismus @ Jung & Naiv: Folge 538, 28.10.2021



Jörg Häntzschel: Humboldt-Forum Berlin: Mehr zu klären als Provenienzen, in: Süddeutsche Zeitung, 21.09.2021 >>

Ruth Sonderegger: Kants Ästhetik im Kontext des kolonial gestützten Kapitalismus. Ein Fragment zur Entstehung der philosophischen Ästhetik als Sensibilisierungsprojekt, in: Birte Kleine-Benne (Hg.): Dispositiv-Erkundungen | Exploring Dispositifs, Logos Verlag Berlin 2020, S. 301-316, >> .



Twitter-Thread vom 5.11.2021 zu unserer 3. Sitzung der Vorlesung >>

1/14 Thread zu unserem #RKW_talk am 1.11.2021 (Weiteres: >> ) mit @ChristophBalzar, #Kurator, #Kunstwissenschaftler, @Uni_Potsdam, Mitinitiator von #BARAZANI.berlin, Forum Kolonialismus und Widerstand >>

2/14 Vorweg: Thread basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #Balzar. 3/14 #Balzar_dekonstruiert die epistemische Gewalt kolonialer und neokolonialer Strukturen, in die kulturhistorische Museen und die #Kunstgeschichte und Völkerkundemuseen und die #Völkerkunde in #Komplizenschaft verwickelt sind. #Beutekunst #Kunstraub #kulturelleAneignung

4/14 #Balzar_meidet die Begriffe "ethnografische", "außereuropäische", "kulturell sensible" und "religiöse/sakrale/heilige" Objekte für Gottheiten und Gebeine. Weniger versachlichend sei der Begriff "Heiligtum/Heiligtümer" für "heilige Orte, Dinge, Handlungen"

5/14 #Balzar_rät, kulturspezifische Begriffe und Namen zu respektieren und anzuwenden: #Sewa #Tjurunga #Ngonnso

6/14 #Balzar_sagt: #Heiligtümer werden durch #Translokation, #Ästhetisierung, #Disziplinarisierung und #Historisierung von Phänomenen, die nicht für das Museum gemacht wurden, zu Museums-, Anschauungs- und Wissensobjekten

7/14 Wir stellen fest: Diese Kulturtechniken dürfen und sollen nicht gegen den Willlen der Kulturproduzent*innen angewendet werden, sondern nur in Einvernehmlichkeit mit den Autor*innenkulturen

8/14 #Balzar_fragt: Können Kolonial-/Völkerkundemuseen dekolonisiert werden? Nein, denn sie sind nicht aus ihrer kolonialen Matrix zu trennen. Er schlägt vor, sie als "Museen des Kolonialismus" selbstreflexiv neu zu rahmen und ihre Gewalt in den Fokus zu rücken #decolonizemuseums

9/14 #Museen werden aus rassistisch motivierter, kolonialer Überlegenheitsfantasie zwischen europäischen & nichteuropäischen Kulturgütern unterschieden, mit der Folge: die modernen Europäer, die die Kunst entwickelt haben vs. die wenig modernen Anderen/Veranderten #highlowculture



10/14 #Balzar_systematisiert: um etwas sammeln, erforschen, bewahren, ausstellen, vermitteln zu können, muss es vorher selektiert, transloziert, ästhetisiert, disziplinarisiert, historisiert werden #VerfahrenderMusealisierung. Das heißt: 1. Entwertung 2. Neubewertung



11/14 #Balzar_konstatiert: gewaltsam translozierte Heiligtümer lebender Kulturen werden im Museum nicht auf-, sondern abgewertet, da ihr zeremonieller Gebrauch verboten wird. Das ist ein #AktderGewalt

12/14 Der hier zugrundeliegende #Kunstbegriff schließt performative+rituelle Praxen aus, konzentriert sich auf Sichtbares. Die Bedeutung von #Heiligtümern erschließt sich nicht auf ästhetische Weise, sondern im Performativ und in der Erfahrung des Rituals und Zeremonie.

13/14 Problematische Konzepte wie #Weltkunst und #GlobalArt werden neu aufgelegt, um #Restitutionsdebatten zu überformen, ein erneuter #AktepistemischerGewalt mit dem Instrumentarium der #Kunstgeschichte und der Folge einer #Retraumatisierung

14/14 #Balzar_fordert: Alles zurückgeben. Eigentumsrechte überschreiben. Die Befürchtung leerer Museen ist sekundär. Anerkennung der zivilisatorischen Katastrophen. Trauern. Nicht in Universalismusdebatten verfransen. Aktuelle Katastrophen sehen: #Syrien #Irak #Afghanistan



Zusätzliche Empfehlungen:

Restitution - Absolution? Die Benin Bronzen und das koloniale Erbe
Mo., 8.11.2021, 20:00 Uhr: Online-Diskussion mit Jürgen Zimmerer, Andreas Görgen, Sharo Dodua Otoo und Bénédicte Savoy >>
Anmeldung per Mail ab sofort: kolonialismus@uni-hamburg.debr>
---> Stream der Veranstaltung hier >>

Online-Tagung: Transkulturelle Perspektiven in der Kunst(geschichte) / Transcultural Perspectives in Art (History)
12.-13.11.2021
Berliner Graduierten-Symposium für moderne und zeitgenössische Kunstgeschichte Freie Universität Berlin / Humboldt-Universität zu Berlin Registration deadline: Nov 11, 2021 >>

in Vorbereitung auf unsere Sitzung am 13.12.2021:
Ausstellung: Die Liste der "Gottbegnadeten". Kunst des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik, Deutsches Historisches Museum in Berlin, bis zum 5.12.2021 >>



Judith Butler 1993, Kontingente Grundlagen: Der Feminismus und die Frage der 'Postmoderne', in: Seyla Benhabib / Judith Butler / Drucilla Cornell / Nancy Fraser (Hg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Frankfurt/Main 1993, S. 31-58.
"Denn die Frage ist: Welches rationalistische Projekt legt vorab fest, was als Vereinbarung zählt?" (S. 36)
"[d]ie Aufgabe [...] eher darin zu fragen, was durch den theoretischen Schritt, Grundlagen festzulegen, autorisiert und was ausgeschlossen oder verworfen wird." (S. 37)
"[d]ekonstruieren meint nicht verneinen oder abtun, sondern in Frage stellen [...]." (S. 48)



08.11.2021: Ecocritical Art History



Ingeborg Reichle ist Professorin für Medientheorie an der Universität für angewandte Kunst Wien in der Nachfolge des Medientheoretikers und Künstlers Peter Weibel und lehrt zudem an der School of Visual Arts (SVA) in New York City. Der aktuelle Schwerpunkt ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit liegt auf dem relationalen Verhältnis von Gegenwartskunst und Naturproduktion in den Technowissenschaften (Biotechnologie und Synthetische Biologie). In ihrer jüngsten Publikation widmet sie sich dem Zusammenhang von Art, Activism and Plastic Pollution: "Plastic Ocean: Art and Science Responses to Marine Pollution" >> .

Weitere Publikationen von Ingeborg Reichle:
Plastic Ocean: Art and Science Responses to Marine Pollution, Berlin/Boston 2021 >> .
Bilderwissen - Wissensbilder. Zur Gegenwart der Epistemologie der Bilder, Berlin 2012.
Art in the Age of Technoscience. Genetic Engineering, Robotics, and Artificial Life in Contemporary Art, New York 2009.
Kunst aus dem Labor. Zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft im Zeitalter der Technoscience, Wien/New York 2005.




The Great Acceleration, 1750-2000, including measures of northern hemisphere average surface temperature, population, CO2 concentration, loss of tropical rainforest and woodland, GDP, water use, species extinctions, motor vehicles, paper consumption, fisheries exploited, ozone depletion, and foreign investment. Adapted from the Smithsonian, Quelle: e-flux



Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit >>

Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. >>

Mediating the Ecological Imperative, SNSF Sinergia 2021-2024 >>

Regine Rapp / Christian de Lutz, Art Laboratory Berlin >>

In Pictures: Jenny Holzer, Cornelia Parker, and Other Artists Call for Urgent Climate Action at the COP26 Summit in Glasgow.
Environmentally themed work are on view in Scotland and beyond.
John Gerrard, Flare (Oceania), 2021
Steuart Padwick, The Hope Sculpture, Beacon of Hope, and Hope Triptych, 2021
Mary Ellen Carroll / MEC Studios, indestructible language: IT IS GREEN THINKS NATURE EVEN IN THE DARK, 2021
Jenny Holzer, HURT EARTH, 2021
Cornelia Parker, HURRY UP PLEASE ITS TIME, 2021
Robert Montgomery in collaboration with Olafur Eliasson, GRACE OF THE SUN, 2021
Caroline Goldstein, November 10, 2021, in: artnet news >>

Dianna Cohen >>
Plastic Pollution Coalition (PPC) >>
Swaanje Güntzel >>
Max Liboiron >>
Mary Maggic >>
Reiner Maria Matysik >>
Robertina Sebjanic >>
Maarten Vanden Eynde >>
Victoria Vesna >>
Pinar Yoldas >>

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art 20a:
"Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung." >>
Bundes-Klimaschutzgesetz >>
Bundesverfasssungsgerichtsbeschluss vom 24.3.2021, der Teile des KSG für verfassungswidrig erklärte >>
Ergebnisse der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow >>


Twitter-Thread vom 12.11.2021 zu unserer 4. Sitzung der Vorlesung >>

1/16 Thread zu unserem #RKW_talk am 8.11.2021 (Weiteres >> ) mit #IngeborgReichle, #Professorin für Medientheorie >> < zu #EcocriticalArtHistory (als #UmbrellaTerm) #Ecocriticism # EnvironmentalHumanities

2/16 Vorweg: Thread basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #Reichle

3/16 #Reichle_prognostiziert mit Andrew Patrizio (2019): Eine bisher vernachlässigte ökokritische #Kunstgeschichte hat das Potential, bei der Anregung neuer Sensibilitäten, Politiken und Praktiken eine viel größere Rolle zu spielen.

4/16 #Reichle_plädiert für eine politische und ethische Neugestaltung der #Kunstgeschichte, die ihren Beitrag zu dringenden ökologischen Erfordernissen leistet.

5/16 #Reichle_schickt vorweg: Globale Herausforderungen wie #Klimawandel, #Pandemien, #Massenvernichtungswaffen, #Kollaps von Ökosystemen bedürfen neuer Studiengänge&Curricula ebenso wie neuer #Gouvernmentalitäten und _verweist auf die Bildung einer neuen #Regierungskoalition in D

6/16 #Reichle_zitiert Hubert Zapf (2016): #Ökokritik bedeutet die Integration von #kritischeTheorie, Aufmerksamkeiten für #ökologische Auswirkungen des Lebensstils, #Umweltgerechtigkeit, #postanthropozentrischesDenken, #planetarischeAusmaße

7/16 Wissenschaftler*innen der #EcocriticalArtHistory sind: Linda Weintraub, Andrew Brown, T.J. Demos, Heather Davis, Etienne Turpin, @AmandaBoetzkes, @MaxLiboiron

8/16 #Reichle_veröffentlicht: Plastic Oceans. Art and Science Responses to Marine Pollution >>



9/16 "...trillions of micro- and nanoplastic particles floating in the world&srquo;s oceans have created a novel, highly toxic ecological habitat..." (9) "...the amount of plastic pouring into the world&srquo;s oceans will nearly triple by 2040 to 29 million metric tons every year." (15)

10/16 Die Themen #WasteRegime #Müllproblematik #Abfallverwertung haben eine längere kunsthistorische Tradition. #Reichle_spricht zu 6 Gegenwartskünstler*innen der #PlasticPollution: Maarten Vanden Enyde, @bballengee, Mary Maggic, @MaxLiboiron, Pinar Yoldas, @daisyginsberg

11/16 ...Künstler*innen, die #CitizenScience #DIY/DIWO #SpeculativeBiologies #BioArt mit Installationen und Aktionen prägen, inter- und transdiszipinär sowie kollaborativ arbeiten: #PlasticPollutionCoalition #DiscardStudies #CLEAR @iGEM

12/16 #Reichle_resümiert: Künstler*innen&Designer*innen sind wichtig für #Perspektivenwechsel & #Bewusstseinsänderungen. "Sie müssen die aktuellen systemischen Herausforderungen begleiten" und _merkt an: Viele Akteur*innen der #Ökokritik sind nicht in der Academia anzutreffen.

13/16 Der Hebel künstlerischer Arbeit ist, dass Gewohnheiten und soziale Faktoren das Verhalten stark beeinflussen, allerdings sind mögliche Interventionen noch nicht ausreichend erforscht.

14/16 #Reichle_kontextualisiert: Themen und Forschungen wie #SyntheticAesthetics werden von Institutionen wie @medialab @mitpress @MuseumModernArt geframt und gehypt.

15/16 #Reichle_fragt: Wie müssen wir uns methodisch neu aufstellen, um die globalen Herausforderungen epistemologisch zu fassen und zu Lösungsansätzen zu kommen?

16/16 #Reichle_fordert: Neue Studiengänge und Unterrichtsformen entwickeln (project based learning). Einpreisungen erforschen. Wirkzusammenhänge von Lobbyismus und politische Stellschrauben kennen. Die Allianz #Kunstgeschichte und #Politikwissenschaften neu definieren.



Zusätzliche Empfehlungen:

2021/2022: Online-Workshop Series - Towards Ecocritical Art History: Methods and Practices

Addressing geo-historical and world-ecological problematics of the Anthropocene, art historians have already started to establish vital directions in the field of enquiry identified as environmental humanities. Yet the disciplinary territory is already complex, and perhaps even overwhelmingly disorientating for students and scholars alike. Numerous theoretical positions and conglomerate vocabularies have accumulated around art historical research, drawn from myriad and often incommensurate intellectual traditions. The health of future ecocritical art histories will rely to some degree on the ability to be able to navigate methodological tools that are cognisant of diverse global approaches.
The main objective of this series of workshops is to identify methods (including frameworks, paradigms, approaches and practices) that will facilitate the work of art historians engaged with the issues of environmental interrelation, sustainability, and justice, across all historical periods. Rather than repeat assertions of existing theoretical positions, we wish to encourage open and forward-looking dialogues on methods and practices for all those working in the field. The three workshops will take place over 2021-2022 and will lead to a publication.

Workshop 1: THE CHALLENGE OF METHOD, 3-4 December 2021, 5-8 PM (CET): The theoretical positions that inform much ecocritical art history are becoming increasingly familiar and well known (from new materialism, posthumanism, eco-Marxism, environmental justice and activism, eco-feminism, and many more). What existing methods in art history and visual studies can be adapted, re-tooled or revived to facilitate ecocritical inquiries in art history? We revisit canonical approaches (from formalism, feminism, queer theory, critical race and postcolonial studies, critical animal studies, psychology and perception studies) to consider the methods used therein and potential applicability to the ecocritical project in art history.

Workshop 2: THE CHALLENGE OF PLACE AND PLANET, 31 March - 1 April 2022, 5-8 PM (CET): How can art history reconcile methods developed through the study of a particular national culture with the impetus to engage on local, translocal, global and planetary scales? The challenge of scale and scalability is well-known within environmental humanities as a whole but when art historical accounts are dominated by both atomised individual practices or national boundaries, familiar methodological approaches seem strained or perhaps redundant now. We will seek to include global methods including indigenous approaches worldwide, and how to deal with positionality and fieldwork.

Workshop 3: THE CHALLENGE OF THE ANTHROPOCENE, 1-2 July 2022, 9 AM - 6 PM (CET): How are methods of art history as a humanities discipline challenged by the emergence of the term Anthropocene and what future methodological advances are possible? What are epistemic ramifications of such changes? How can art history overcome its anthropocentrism and provide some tools of navigation and route-making for those who work and study in the visual? What forms of publication and dissemination would be essential and useful?

Registration >>
Programm >>



12.-13.11.2021
Online-Tagung: Art, Critical Ecologies, and Multiscalar Engagement
Taipei National University of the Arts >>

11.-13. November 2021
Online-Tagung Klick! Kooperation, Kompetenz, Sichtbarkeit. Kunstwissenschaften und Wikipedia
Die Veranstaltungen finden per Zoom statt; eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Zoom-Link >>
Meeting-ID: 682 9873 9667 Kenncode: 369966
Konferenz-Hashtag #kuwiki2021

Gründung des Nachwuchsnetzwerks Junge Kunstgeschichte >>



15.11.2021: Bildwissenschaft im globalen und digitalen Kontext



Kerstin Schankweiler ist Professorin für Bildwissenschaft im globalen Kontext am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der Technischen Universität Dresden. Ihre Forschungsinteressen umfassen Digitale Bildkulturen, zeitgenössische Kunst aus Afrika, Kunstgeschichte und postkoloniale Theorie sowie Kunstgeschichte im globalen Kontext. Ihre neueste (auch Open Access) Publikation "Reading Objects in the Contact Zone" (zus. mit Eva-Maria Troelenberg und Anna Sophia Messner) ist eine kritische Betrachtung kunsthistorischer Narrative auf der Basis von transkulturellen Objekt-Biografien, die sich als methodischer Beitrag zu einer transkulturellen Kunst- und Kulturgeschichte versteht und auch für den Einsatz in der universitären Lehre konzipiert ist: >> .

Weitere Publikationen von Kerstin Schankweiler:
Körperbilder/Bildkörper herabsetzen: Formeln des Schmähens von Machthabenden in aktuellen Protestbewegungen, in: Uwe Israel / Jürgen Müller (Hg.): Körper-Kränkungen. Der menschliche Leib als Medium der Herabsetzung, Frankfurt a.M./New York 2021, S. 365-379 >>
Reading Objects in the Contact Zone (zus. mit Eva-Maria Troelenberg und Anna Sophia Messner), Heidelberg 2021 >>
Affective Witnessing. Special Issue der Zeitschrift Parallax, Volume 26, Issue 3, 2020, hg. von Kerstin Schankweiler und Michael Richardson >>
Bildproteste (Reihe: Digitale Bildkulturen), Wagenbach 2019 >>

Das Selfie als Protestwerkzeug @ Deutschlandfunk Kultur, 6.10.2019 >>


Kerstin Schankweiler: #ReactionImages, 2.11.2020, im Rahmen der Vorlesung Digitale Bildkulturen an der TU Dresden, Wintersemester 2020/21




Egyptian Tank Man, 2011



Bruhn M., Friedrich K., Kähny L., Queisner M.: Adaptivität. Begriffe des digitalen Bildes. Erster Band der neuen Schriftenreihe Begriffe des digitalen Bildes >>, Hildesheim, München 2021 >>



Twitter-Thread vom 19.11.2021 zu unserer 5. Sitzung der Vorlesung >>

1/14 Thread zu unserem #RKW_talk am 15.11.2021 (Weiteres >> ) mit #KerstinSchankweiler, @kerstinschankw1, #Professorin für Bildwissenschaft im globalen Kontext @tudresden_de >> zu #Bildwissenschaft im globalen und digitalen Kontext

2/14 Vorweg: Thread zu #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #KerstinSchankweiler

3/14 @kerstinschankw1 _schickt vorweg: #Bilder der sozialen Medien beeinflussen unsere Sehgewohnheiten; ihre Praktiken, Politiken und Trajektorien sind für die Gegenwartskunst wichtig. Denn: 95 Mio Bilder/Tag auf Insta, 350 Mio/Tag auf FB und 2014 1,8 Mrd. Bilder/Tag, heisst:...

4/14 Menschen machen alle 2min mehr #Fotos, als vor 150 Jahren insgesamt existierten. Die #Omnipräsenz von Bildern, ihre technischen Bedingungen, ästhetischen Qualitäten+transnationalen Ökonomien fordern die #Kunstgeschichte heraus, sich populären Bildkulturen zu widmen.

5/14 #DigitaleBildkulturen sind für die #Bildwissenschaft ein wegweisendes #Forschungsgebiet. Arbeitsfelder sind: ihre Historisierung, Bildpraktiken im #SocialWeb, Bildrepertoires und Ästhetiken, die sich global und transkulturell ausprägen.

6/14 @kerstinschankw1 _konzipierte mit @richardson_m_a #AffectiveWitnessing >> : #Blutzeugenschaft, #Augenzeugenschaft und beobachtende #Medienzeugenschaft beziehen sich aufeinander. #Affektzeugenschaft bezeichnet die affektive und emotionale Beziehung...

7/14 ...zwischen bezeugtem Ereignis, Zeug*innen+Co-Zeug*innen. #Affektzeugenschaften sind eine Praxis und eine Politik der #Affizierung, die sozialen Medien bilden die relationale Struktur für eine #Affektökonomie von #Bildzeugnissen.

8/14 @kerstinschankw1 _stellt fest, dass #ikonischeBilder im Zeitalter sozialer Medien zum #Reenactment animieren. Das Paradigma der #generischenIkonen (D. Perlmutter) zeigt sich in #Memes (einer affizierenden Bildformel mit Wiedererkennungswert) und #Memefication.

9/14 @kerstinschankw1 _leitet ab: #Netzwerkstrukturen beeinflussen die Verbreitung von Bildern, z.B. in Form von #Bilderschwärmen #MehrAlsDieSummeIhrerEinzelteile. Einerseits wird der #Kanon dadurch befragt, andererseits wird er reproduziert, wenn #Memes sich auf Ikonen beziehen.

10/14 @kerstinschankw1 _registriert weitere #Ambivalenzen: einerseits #Empowerment der Vielen, andererseits #Plattformkapitalismus. Einerseits #Clicktivism, andererseits #Öffentlichkeitswirksamkeit #metoo. Einerseits ermöglichen Plattformen dissidente Inhalte in repressiven Regimen...

11/14 ...andererseits bestimmen deren Algorithmen, Filter und Infrastrukturen, was gesehen wird. Auch #Bildproteste sind politisch ambivalent, sie können sich in unterschiedliche politische Richtungen entwickeln.



12/14 @kerstinschankw1 _untersucht #aktuell #Voyerismen und #Repräsentationskritiken, z.B. im Bereich #Polizeigewalt: Was wird sichtbar? Was wird wie sichtbar? Was wird wie repräsentiert? Was wird reproduziert, wenn geteilt wird? Wie können wir dazu sensibel forschen?

13/14 @kerstinschankw1 _prognostiziert: Die #Ästhetik von #Bildnetzwerken ist zu bestimmen. Die #Kunstgeschichte, traditionell auf Einzelbildanalyse+Vergleiche ausgerichtet, steht vor methodischen Herausforderungen für die #Analyse von #Bildclustern. Wie gehen wir mit der...

14/14 ...Vielzahl von Bildern systematisch um? Eine Wissenschaft der #Bildnetzwerke ist erst noch zu entwickeln. Wichtig sind #SocialMediaWissen #Bilderwissen #Symbolwissen



22.11.2021: Hybrid Art Histories



Regine Rapp ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Co-Direktorin von Art Laboratory Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kunst im 20. und 21. Jahrhundert: Installationskunst, Künstlerbücher und Art & Science-Kollaborationen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle lehrte sie Kunstgeschichte. Als Mitbegründerin der internationalen Kunst-und Forschungsplattform Art Laboratory Berlin (2006) forscht und publiziert sie dort zur Kunst des 21. Jahrhunderts an der Schnittstelle von Wissenschaft und Technologie. Sie hat mehr als 40 Ausstellungsprojekte kuratiert und recherchiert (wie zum Beispiel die Reihen Time and Technology, Synaesthesia, [macro]biologies & [micro]biologies). Die Projekte Nonhuman Subjectivities und Nonhuman Agents mit Ausstellungen, Performances, Workshops und einer internationalen Konferenz reflektierten über Kunst und Wissenschaft in der post-anthropozentrischen Ära. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Biotechnologie der TU Berlin forschte sie zu Kunst und Wissenschaft im Projekt Mind the Fungi, dessen Projektpublikation sie 2020 mitherausgab >> . Derzeit forscht, kuratiert und publiziert sie zum Projekt "UNDER THE VIRAL SHADOW. Networks in the Age of Technoscience and Infection", für welches sie neben einer Gruppenausstellung und Workshops auch die gleichnamige internationale Konferenz im Oktober 2021 realisierte >> .

Kunst- und Forschungsplattform Art Laboratory Berlin >>
Forschung >>
Publikationen >>
Regine Rapp / Christian de Lutz: Trans-, Post- und darüber hinaus. Einige Reflexionen über Maschinen und das Biologische, in: HALF LIFE: Machines and Organisms, Artistic Positions in Times of Climate Change and Extinction, hg. v. K. Wenzel / M. Blohm, Hannover 2018 >>


Mind the Fungi, 2020 >>
Theresa Schubert und Fara Peluso >>


UNDER THE VIRAL SHADOW - Online Conference am 9.10.2021 >>



"It matters what thoughts think thoughts. It matters what knowledges know knowledges. It matters what relations relate relations. It matters what worlds world worlds. It matters what stories tell stories." Donna J. Haraway: Staying with the Trouble. Making Kin in the Chthulucene, London 2016, S. 35.

"The tentacular ones make attachments and detachments; they ake cuts and knots; they make a difference; they weave paths and consequences but not determinisms; they are both open and knotted in some ways and not others." Ebd. S. 31.

Donna J. Haraway: When species meet, Minneapolis 2008.
Donna J. Haraway: Awash in Urine: DES and Premarin® in Multispecies Response-ability, in: WSQ Women?s Studies Quarterly, 40 (1), 2012, S. 301-316.

Karen Barad: Verschränkungen, Berlin 2015.
Karen Barad: Meeting the Universe Halfway: Quantum Physics and the Entanglement of Matter and Meaning. Durham, North Carolina, 2007. Rosi Braidotti: The Posthuman, New York 2013.
John Gray: Straw Dogs: Thoughts on Humans and Other Animals, London 2004.
Lynn Margulis: Symbiotic Planet, 1999.



Twitter-Thread vom 25.11.2021 zu unserer 6. Sitzung der Vorlesung >>

1/14 Thread zu unserem #RKW_talk am 22.11.2021 ( >> ) mit #RegineRapp @RegineRapp1 @ArtLaboratoryB, #Kunsthistorikerin, #Kuratorin und Co-Direktorin von #ArtLaboratoryBerlin #ALB >>

2/14 Vorweg: Thread #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #RegineRapp @RegineRapp1 #ALB @ArtLaboratoryB 3/14 @RegineRapp1 definiert: #HybridArt ist eine zeitgenössische Kunstform, bei der Künstler*innen an den Schnittstellen von Wissenschaft + neuester Technologie arbeiten. Themen kommen aus der #Biologie #Robotik #Technologie, die #Forschungsansätze sind offensiv offen...

4/14 ...nicht monodisziplinär und metakritisch gegenüber akademischen Diskursen und wissenschaftlichen Forschungen. Disziplinen und Methoden werden kombiniert, denn: In einer komplexer werdenden Welt können wir nur noch #interdisziplinär arbeiten.

5/14@RegineRapp1 _stellt Beispiele für #HybridArt vor: @NicoleClouston, Spela Petric, @MaryMaggic, @SoundSpade, @vivianxwj, @dogma_design, @Treeza_0, @FaraPeluso, @roiiroiiro, @AlintaKK, @SasaSpacal und referenziert #DonnaHaraway #RosiBraidotti #KarenBarad

6/14 @RegineRapp1 _arbeitet @ArtLaboratoryB induktiv: mittels Thesen und Reihen ausgewählter künstlerischer Positionen, die sich mit #Lebenswissenschaften #Neurowissenschaften #KI beschäftigen...

7/14 ...und in die Wissenschaften gehen, die Forschungsfragen diskutieren sowie neue Methoden, Formate und Ästhetiken entwickeln.

8/14 @ArtLaboratoryB _stellt diese Positionen in #BerlinWedding aus, wendet Sehschulen an, arbeitet vor Originalen, befragt Positionen, sammelt Thesen und Diskurse, gleicht sie ab und schafft & publiziert neue.

9/14 Die Kunst- und Forschungsplattform #ALB ist eine "Mikro-Organisation mit Makro-Outcome", mit schlanker Admin und autonomer Themenwahl+Diskursvermittlung, mit Interesse an #TechnoScience (Synästhesie, Lebenswissenschaften, Biosphäre, Nonhumans), mit Hochschulkooperationen und öffentlichen Förderungen >>

10/14 #ALB _praktiziert das #Postanthropozentrische: #MultiSpeciesEntanglement mit Fokus auf zwischenartliche Koexistenzen, Dezentrierung des Menschen als Teil eines symbiotischen Netzes, bestehend aus Menschen/Pflanzen/Tieren/Umwelt, auf molekularer, organischer, ethischer und biopolitischer Ebene.

11/14 @RegineRapp1 _sagt: "Das Feld des Nichtmenschlichen ist erhellend, erfrischend und weitestgehend unerforscht." "I have become humble." #BecomingAnimal

12/14 @RegineRapp1 _betont das #ALB-Konzept #sharedknowledge: Webarchiv, Source Books, Panels, Konferenzen, die seit 2013 Natur- und Geisteswissenschaftler*innen mit Künstler*innen zusammenbringen und Theorie&Praxis verschmelzen, um Diskurse voranzutreiben.

13/14 @RegineRapp1 _teilt: Living with the Virus. #ONLINE-TALK von #ALB mit @CaitlinBerrigan, @whitefeather_h @ATinyGreenCell, 18.11.21 u.a. mit einer Kritik an der inhärenten Misogynie in biomedizinischer Forschung...


UNDER THE VIRAL SHADOW: Living with the Virus, Online Talk with Caitlin Berrigan, WhiteFeather Hunter, Sebastian Cocioba, 18.11.2021 >>

14/14 ...und _kündigt an: #ONLINE-TALK, heute!, 25.11.21, 20h, zur künstlerischen Forschung zum Thema #Virus und zu Auswirkungen der #Cov19Pandemie auf die künstlerische Praxis: #ViralGeographies, mit @NeumeyerSybille und Karolina Zyniewicz >>


Viral Geographies, Online Talk with Sybille Neumeyer, Karolina Zyniewicz, Do, 25.11.2021, 20Uhr >>



Zusätzliche Empfehlung:

BioMedien: Das Zeitalter der Medien mit lebensähnlichem Verhalten >>
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
04.12. bis 28.08.2022
"Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung BioMedien lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren."



29.11.2021: Kanonisierungen und Gegenkanonisierungen am Beispiel der Kunstausstellungsgeschichte



Nora Sternfeld ist Kunstvermittlerin und Kuratorin. Sie ist Professorin für Kunstpädagogik an der HFBK Hamburg. Von 2018 bis 2020 war sie documenta Professorin an der Kunsthochschule Kassel. Sie ist Co-Leiterin des /ecm - Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien, im Kernteam von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Mitbegründerin und Teilhaberin von trafo.K, Büro für Bildung, Kunst und kritische Wissensproduktion (Wien) und seit 2011 Teil von freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (London). In diesem Zusammenhang war sie auch eine der künstlerischen Leiter:innen der Bergen Assembly 2016 und 2020 BAK Fellow, basis voor actuele kunst (Utrecht). Sie publiziert zu zeitgenössischer Kunst, Bildungstheorie, Ausstellungen, Geschichtspolitik und Antirassismus. 2018 veröffentlichte Sternfeld "Das radikaldemokratische Museum", in dem sie von einer Krise der Repräsentation ausgeht und die Verschränkung von Kuratieren und Vermitteln als "postrepräsentatives Kuratieren" beschreibt, das die emanzipatorische Funktion des Museums aktiviert >> .

Sternfelds jüngstes Projekt "an anecdoted archive of exhibition lives" >> (zus. mit Irit Rogoff) fragt nach dem "Leben von Ausstellungen? Sind Ausstellungen Mikrokosmen der Welten, in denen man lebt? Sind Ausstellungen die Summe der ausgestellten Werke? Die Spuren der für sie betriebenen Forschung? Die großen Themen, auf die sie hinweisen können?" Und die Fragen gehen weiter: "Wie kann man über Ausstellungen nachdenken? Was nimmt man von ihnen mit in andere Gedanken, andere Welten?" Das "Anekdotische Archiv von Ausstellungserlebnissen" versammelt die Erzählungen von bedeutenden persönlichen Momenten mit Ausstellungen von 14 Betrachter:innen aus aller Welt.

Nora Sternfeld: Das radikaldemokratische Museum, 2018 >>







The Canon of Curating, Manifesta Journal, No. 11, 2010/11 >>
Simon Sheikh: On the Standard of Standards or, Curating and Canonization, a.a.O. S. 13-40 >>

Arge schnittpunkt (Hg.): Handbuch Ausstellungstheorie und -praxis, Wien 2013 >>

Lucy Steeds und die von ihr koordinierte Publikationsreihe Exhibition Histories (bei Afterall) >>
"Exhibition Histories addresses what happens when art becomes public."
Einleitung: Activating What Might Have Happened to Shape What Could Be >>



Zusätzliche Empfehlung:

2.-4.12.2021: Internationale Konferenz (POST)KOLONIALES SHAMING. PRAKTIKEN UND MATERIALITÄTEN DER HERABSETZUNG >>



Twitter-Thread vom 4.12.2021 zu unserer 7. Sitzung der Vorlesung >>

1/16 Thread zu unserem #RKW_talk am 29.11.2021 (Weiteres >> ) mit #NoraSternfeld @norasternfeld, #Kunstvermittlerin, #Kuratorin, Professorin f&uunml;r Kunstpädagogik @HFBKHamburg zum Thema #Kanon #Gegenkanon #AlternativerKanon #Kunstausstellungsgeschichte

2/16 Vorweg: Thread #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit#NoraSternfeld @norasternfeld >>

3/16 @norasternfeld _klärt die Prämissen: Aus radikaldemokratischer Perspektive ist der Grund umkämpft und umstritten und muss es immer bleiben. Auf die #Kanonbildung übertragen: Der #klassischeKanon tut so, als sei er universell, eindeutig, ewig, neutral, objektiv, dabei ist er...

4/16 ...umkämpft, kontingent, situiert, in Veränderung und immer innerhalb der bestehenden Machtverhältnisse. Daher darf der #Kanon nicht entleert oder entmündigt, sondern muss in seiner Umkämpftheit ernst genommen, bearbeitet und erweitert werden.

5/16 @norasternfeld _komprimiert: Die Vorstellung einer nicht mehr zu umkämpfenden Struktur ist Problem statt Lösung. #MultiperspektivischeKanonsituationen stellen keinen Raum des Streits her.

6/16 @norasternfeld _will sich des #Kanons bewusst werden, sich den #Kanonproblemen stellen und selbst #Kanon setzen - im Bereich der #Ausstellungsgeschichte.

7/16 @norasternfeld _historisiert: Die #Ausstellungsgeschichte hielt spät&überfällig in die #Kunstgeschichte Einzug: mit kuratorischen Lehrgängen Ende 20.Jhd/Anfang 21.Jhd, neuen Berufsbildern, Biennalisierungen+systemischen Entkrustungen durch #Neoliberalisierung. Bis dahin...

8/16 ...herrschte eine "kollektive Amnesie der eigenen Geschichte im kuratorischen Diskurs" Vgl. Arge schnittpunkt (Hg.): Handbuch Ausstellungstheorie und -praxis, Wien 2013. Noch immer herrscht eine euro-amerik. Perspektive vor, obwohl in Havanna+Dakar prÄziser ausgestellt wird.

9/16 @norasternfeld _nimmt mit dem Versuch einer #Timeline der #Ausstellungsgeschichte 1895-2022 künstl., kulturelle, soziale und polit. Zusammenhänge in den Blick, verschränkt synchrone Meilensteine (Ausstellungen) mit diachronen Strukturen (Kunst- und Ausstellungsfeld) und...

10/16 ...entwirft mit einer Typologie ein komplexeres Bild, mit Kontinuitäten und Brühen. Wichtig dafür: Lucy Steeds und die Publikationsreihe #ExhibitionHistories (@AfterallJournal) >>

11/16 @norasternfeld _hält fest: Die #Politisierung der #Ausstellungsgeschichte kann nicht allein, nur kollektiv stattfinden und _lädt zum Aufbruch des umstrittenen #Kanons ein, um damit eine andere mögliche Zukunft denkbar zu machen.

12/16 @norasternfeld _diagonistiziert 2 tote Winkel der #Ausstellungsgeschichte: #NS-Kontinuitäten (zeigen, wie komplizitär+defizitär die #Kunstgeschichte mit Wertschöpfungen nationaler Kunstdiskurse in D umgeht >> ) und #Antikommunismus

13/16 @norasternfeld _stellt fest, dass die #Ausstellungsgeschichte mittlerweile Teil der #Kunstgeschichte ist, zahlreiche #Kunstmuseen ihre Sammlungsausstellungen neustrukturieren, ihre Erzählungen entprovinzialisieren+Erkenntnisse über kuratorische Vorgangsweisen gewinnen.

14/16 Beispiel: "An Anecdoted Archive of Exhibition Lives", zusammen mit @irit_rogoff, seit 2017, mit Interviews dazu, wie Ausstellungen verändern und _sagt hierzu: "Es gibt kein Projekt, das nicht auch ein Kanonisierungsprojekt ist."

15/16 @norasternfeld _entwirft einen "situierten Universalismus": Die Idee von #Alle #entwestlichen und #dezentrieren, da das jetzige #Alle ein falsches ist und es ein anderes #Alle geben muss.

16/16 @norasternfeld _fordert: Die Arbeit von #Bildungsinstitutionen muss sein, dass nicht nur der bestehende #Kanon eingetrichtert wird, sondern zu zeigen, das #Kanon gemacht, umkämpft&auslassend ist und jede/r Teil von #Geschichtsschreibung und damit von #Kanon sein kann.



06.12.2021: "The West and the Rest"



Julia Allerstorfer ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin. Seit 2016 ist sie Assistenzprofessorin am Institut für Geschichte und Theorie der Kunst an der Katholischen Privatuniversität Linz. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung umfassen zeitgenössische künstlerische Praktiken in Iran und in der globalen iranischen Diaspora, künstlerische Positionen im Kontext von Globalisierung, Migration und Postkolonialismus sowie Strömungen des Exotismus in der Kunst der Moderne in Österreich (Habilitationsthema). Zu ihren Publikationen zählen u. a. der mit Monika Leisch-Kiesl herausgegebene Band "Global Art History. Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft" (Bielefeld 2017) und die publizierte Dissertation "Visuelle Identitäten. Künstlerische Selbstinszenierungen in der zeitgenössischen iranischen Videokunst" (Bielefeld 2018). Derzeit arbeitet sie gemeinsam mit Karolina Majewska-Güde und Monika Leisch-Kiesl an der Herausgabe des Sammelbandes mit dem Arbeitstitel "Central and Eastern European Art and Art History. Imperial Pasts/ Neoliberal Presences/ Decolonial Futures".



Stuart Hall: The West and the Rest. Discourse and Power, in: Stuart Hall und Bram Gieben (Hg.): Formations of Modernity, Cambridge 1992, S. 275-331.
Gayatri Chakravorty Spivak: Can the Subaltern Speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation, Wien und Berlin 2008.
Viktoria Schmidt-Linsenhoff: Das koloniale Unbewusste in der Kunstgeschichte, in: Irene Below und Beatrice von Bismarck (Hg.): Globalisierung / Hierarchisierung. Kulturelle Dominanzen in Kunst und Kunstgeschichte, Marburg 2005, S. 19-38.
Viktoria Schmidt-Linsenhoff: Postkolonialismus, in: Ulrich Pfisterer (Hg.): Metzler Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2011, S. 348-352.
Julia Reuter und Alexandra Karentzos (Hg.): Schlüsselwerke der Postcolonial Studies, Wiesbaden 2012.
Christian Kravagna: Transmoderne: Eine Kunstgeschichte des Kontakts, Berlin 2017.
Ruth Sonderegger: Kants Ästhetik im Kontext des kolonial gestützten Kapitalismus. Ein Fragment zur Entstehung der philosophischen Ästhetik als Sensibilisierungsprojekt, in: Birte Kleine-Benne (Hg.): Dispositiv-Erkundungen | Exploring Dispositifs, Logos Verlag Berlin 2020, S. 301-316, >> .



Twitter-Thread vom 10.12.2021 zu unserer 8. Sitzung der Vorlesung >>

1/16 Thread zu unserem #RKW_talk am 6.12.2021 (Weiteres >> ) mit #JuliaAllerstorfer, #Kunsthistorikerin, #Kuratorin, #Autorin, #Assistenzprofessorin KU Linz zu #TheWestAndTheRest, Postkoloniale Revisionen von Kunst+Kunstgeschichte(n) #Dekolonisierung

2/15 Vorweg: Thread #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #JuliaAllerstorfer >>

3/15 #JuliaAllerstorfer _startet mit Stuart Hall: The West and the Rest, 1992 (dt. 1994): Das historische (nicht geografische) Konzept des "fortschrittlichen" Westens basiert auf der Opposition "moderne" westliche Zivilisation vs nicht-westlicher Rest. Diskurs des Westens operiert dabei mit...

4/15 ...groben+vereinfachten Unterscheidungen und Differenzvorstellungen. Mittels #Wissensproduktion, #Machtzirkultationen und Prozessen der #Stereotypisierungen wurde ein sog. #Wahrheitsregime zu etablieren versucht, das die europ. Kolonialisierung stützte. Dieser Diskurs ist bis heute wirkmächtig.

5/15 #JuliaAllerstorfer _überträgt Hall auf die #Kunstgeschichte: Sie ist eine institutionalisierte Form westlicher Wissensgeneration über die Kunst der Anderen, gestützt von visuellen Repräsentationssystemen, die mit #Alteritätskonstruktionen und #Stereotypisierungen operieren.

6/15 #JuliaAllerstorfer _fasst zusammen: Postkol. Theorien untersuchen Prozesse von #Kolonialisierung und #Dekolonisierung, #Neokolonialismus und #Rekolonisierungstendenzen,...

7/15 ...sie dienen als produktives #Problematisierungsinstrument (Reuter/Karentzos 2012), mit dem die koloniale Verwobenheit der Wissenschaften und die neokolonialen Bezüge aktueller Forschungsinhalte herausgearbeitet werden können.

8/15 #JuliaAllerstorfer _dekonstruiert: #Künste und #Kunstgeschichte waren&sind am Legitmierungsprogramm kolonialer Ideologien maßgeblich beteiligt. Daher sind die Konstruktionen von kulturellen Differenzen und Hierarchien von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart zu untersuchen...

9/15 ...ebenso die kunsthistorische #Kanonbildung, #Museen, #Ausstellungswesen, #Großausstellungen, #Biennalen, #Kunstkritik, der eurozentrische #Kunstbegiff und #Vokabular.

10/15 #JuliaAllerstorfer _stellt fest, dass das Resultat dieser Monopolisierung der westl-europ. Kunstgeschichtsschreibung und Kanonbildung eine Marginalsierung des Kunstschaffens #Anderer war - obgleich es immer wieder #Aneigungsprozesse aussereurop. Künsten gegeben hat, die verschwiegen wurden.

11/15 #JuliaAllerstorfer _fragt: Wie können wir #Dekolonialisierungsprozesse des #Eurozentrismus unseres Fachs vorantreiben?...

12/15 ...und _fordert statt einer Globalisierung des Kanons eine Revision der Kriterien. Beispiele für de- und postkoloniale Interventionen im Feld der #Kunsttgeschichte sind die Forschungen von...

13/15 ...#MonicaJuneja @UniHeidelberg zu einer transkulturell-translatorischen Kunstgeschichte und zu "Konfigurationen von Verwobenheit" und von #ChristianKravagna (Wien) zu einer transkulturellen Kunstgeschichte des Kontakts, hier zu Austauschmomenten und Kontaktzonen

14/15 #JuliaAllerstorfer _stellt gegenüber: einerseits fand der #postcolonialTurn nicht als Turn statt, andererseits gibt es viele Studien&Forscherinnen aus der Schule Viktoria Schmidt-Linsenhoffs+transdiszipl. Dekol.-Kooperationen von #Kunstgeschichte #Architektur #Stadtplanung

15/x15 #JuliaAllerstorfer _resümiert: Es liegt noch viel Arbeit vor uns: Repräsentationskritik, Zeugniskultur kolonialer Zeiten, rechtliche Aneigungsfragen, Umstrukturierung der Curricula, Koop. mit Universitäten&Fachbereichen, dekoloniale Didaktik im Ausstellungsbereich...



13.12.2021: Kunst und Kunstgeschichte in der Nachkriegs-BRD



Thorsten Schneider ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des interdisziplinären Graduiertenkollegs Kulturen der Kritik der Leuphana Universität Lüneburg. Dort arbeitet er an seiner Dissertation zum Thema "Ideologiekritik in der deutschsprachigen Kunstgeschichte um 1968 und ihr Potenzial für eine aktuelle Kunstkritik". Er unterrichtete u. a. an der EVH Bochum und den Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie derzeit an der Münster School of Architecture. 2018 erhielt er das Kuratoren-Stipendium des Landes NRW in Schloss Ringenberg, 2019 das artmagazine-Stipendium für junge Kunstkritiker:innen. Seit 2011 realisiert er Ausstellungen und Kunstprojekte. Als freier Kritiker schreibt er in diversen Formaten und co-produziert die Radiosendung des Institut für Betrachtung in Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Ideologiekritik, Wissenschaftsgeschichte der Nachkriegskunstgeschichte, Cultural Studies, Kritische Theorien, Kunst und Zeitgenossenschaft.

Wolfgang Brauneis ist Kunsthistoriker und Kurator in Köln und Berlin. Er ist Mitarbeiter von a-Musik, Mitbetreiber des Institut für Betrachtung (IFB)und Redakteur des Meakusma Magazins. Von 2015 bis 2017 war er Gastprofessor an der Kunstakademie Münster und lehrte zur Kunst im NS und in der Bundesrepublik. 2019 verfasste er das Konzept zu der Ausstellung "Die Liste der 'Gottbegnadeten'. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik", die er 2021 am Deutschen Historischen Museum in Berlin kuratierte >> .

Schneider und Brauneis thematisieren zusammen offene Fragen zur Kunstgeschichte in der Nachkriegs-BRD bis in den 1970er Jahre, mit Ausläufern in die 1980er Jahre.



Die Liste der Gottbegnadeten. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik, 27.08.-5.12.2021, Deutsches Historisches Museum Berlin >>

"Viele renommierte Protagonisten des nationalsozialistischen Kunstbetriebs waren auch nach 1945 hauptberuflich als bildende Künstler tätig. Sie produzierten Werke für den öffentlichen Raum, erhielten lukrative Aufträge von Staat, Wirtschaft und Kirche, lehrten an Kunstakademien, nahmen an Wettbewerben teil und waren in Ausstellungen vertreten. Dabei konnten sie auch von dem antimodernistischen Klima der Nachkriegsjahrzehnte profitieren. Ausgangspunkt für die erste Ausstellung zu diesem Thema ist die 1944 im Auftrag von Adolf Hitler und Joseph Goebbels zusammengestellte 'Gottbegnadeten-Liste'. Die darauf verzeichneten 114 Bildhauer und Maler galten als 'unabkömmlich' und blieben vom Front- und Arbeitseinsatz verschont. Nachkriegskarrieren 'gottbegnadeter' Künstler wie Willy Meller, Adolf Wamper, Richard Scheibe, Arno Breker, Hermann Kaspar, Werner Peiner, Rudolf Hermann Eisenmenger oder Paul Mathias Padua konterkarieren das Bild des kunstpolitischen Neuanfangs nach 1945. In der Ausstellung werden ihre Karrieren in der Bundesrepublik und in Österreich, ihre Netzwerke, die Wahl der Bildthemen und die Rezeption der Arbeiten gleichermaßen betrachtet. Somit lassen sich Fragen der Kontinuitäten, Erwartungshaltungen und Anpassungsleistungen adäquat, aus gleichzeitig zeitgeschichtlicher und kunstgeschichtlicher Perspektive erfassen."

























Twitter-Thread vom 20.12.2021 zu unserer 9. Sitzung der Vorlesung >> und >>

1/31 Thread zu unserem #RKW_talk am 13.12.2021 (Weiteres >> ) mit #ThorstenSchneider und #WolfgangBrauneis, #Kunsthistoriker, #Kuratoren zum Thema #Kunst und #Kunstgeschichte in der #NachkriegsBRD, #Wissenschaftsgeschichte der #Nachkriegskunstgeschichte

2/31 Vorweg: Thread #RKW #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #ThorstenSchneider und #WolfgangBrauneis, beide sind mit dem Institut für Betrachtung @esgehtumsganze >> assoziiert

3/31 #WolfgangBrauneis _informiert als Kurator von "Die Liste der 'Gottbegnadeten'. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik" @DHMBerlin zur Ausstellung; #ThorstenSchneider _gibt Einblicke in seine Forschungen zur #Nachkriegskunstgeschichte der BRD

4/31 Die Verzahnung beider Perspektiven ist in der Lage, einen #Nachkriegskunstbetrieb und eine #Nachkriegskunstgeschichte (in) der BRD nachzuzeichnen, die von einer Politik des #Verschweigens und der #Ignoranz zeugt.

5/31 Klar und eindeutig: Eine #StundeNull gab es in der #Kunstgeschichte nicht. [Unser Wunsch: eine nächste, gemeinsame Ausstellung? Eine Publikation? Ein Film? Ein Radiofeature? Mit dem Thread als Script ;)]

6/31 #Brauneis' Herausforderung war, die Ausstellungsmaterialien sowohl als #Kunstwerke als auch als #historischeQuellen zu betrachten; #Schneiders Herausforderung war, die #Leerstellen in den akademischen Texten der #Kunstgeschichte zu markieren

7/31 #Brauneis: wenn das Material nach langer Suche gefunden wurde, gab es kaum Leihprobleme; #ThorstenSchneider: es gab&gibt keine Bemühungen der #Kunstgeschichte, sich ihrer NS-&Nachkriegszeit zu stellen, ausser von einzelnen Persönlichkeiten an den Rändern von #Institutionen

8/31 #Brauneis _benennt die Grundlage der Ausstellung: die Liste der Gottbegnadeten, im Auftrag Hitlers+Göbbels 1939 begonnen, 1944 finalisiert. Gut 100 Bildhauer+Maler, die wg ihrer Aufträge, Ausstellungen, Professuren vom Einsatz an der Front+in der Rüstungsind. befreit wurden

9/31 #Brauneis _informiert über 1939 als Peak des NS-Kunstbetriebs: seit 3 Jahren #GroßeDeutscheKunstausstellung @HausderKunst, viele #KunstAmBauProjekte, mehrere Stationen der #EntarteteKunstAusstellung, viele Kunstzeitschriften, Kunstpublikationen, Kunstdrucke, Postkarten...



10/31 ...etwa 1/3 der "Gottbegnadeten" haben die 1950/60er erlebt, beinahe alle haben hauptberuflich als bildende Künstler @BRD gearbeitet. Sehr erfolgreich waren Hermann Kaspar, Willy Meller, Arno Breker, Werner Peiner - alle nicht Teil des #Nachkriegskanons der #Kunstgeschichte

11/31 #Brauneis _berichtet: Viele zogen ins Rheinland oder Ruhrgebiet, da hier etablierte Netzwerke, auch an den #Kunstakademien existierten. Das #Kunstsystem nach 1945 war personell nationalsozialistisch geprägt

12/31 #Brauneis _erzählt die Ausstellung: 1000qm @DHMBerlin, 2 Etagen, 1. Kapitel: Thema #Auftragskunst: Arbeiten von 12 ausgewählten Künstlern, Debatten, Wettbewerbe, Juryentscheidungen, Leserbriefe, Biografieinseln, Fotos aus dem NS + nach 1945, digitale Werkübersichten...

13/31 2. Kapitel: Thema #Ausstellungen: verhalten kritische Rezensionen, nur 1 krit. Kunstzeitschrift: tendenzen, Protest gegen nur 1 Breker-Schau 1981, antimodernistische Literatur, viele Preise, Breker-Büsten der Sammler Ludwig, Fotodokumentation von 300 Arbeiten im halb-/öffentl. Raum



14/31 #Brauneis _stellt fest: Die Inhalte sind während und nach dem NS die gleichen (Figuren, Symbole, Attribute wie Pallas Athene, Frau Musica) - formalästhetisch passen sich die Künstler der Zeit an

15/31 #Brauneis _stellt klar: Ziel der Ausstellung war nicht zu diffamieren, daher auch der Verzicht auf Begriffe wie NaziKunst oder NaziKünstler, sondern systematisch die Zusammenhänge zu zeigen, dass Künstler sowohl während als auch nach dem NS erfolgreich sein konnten

16/31 Sprecherwechsel...

17/31 #Schneider _verweist auf §131 von 1951, der die Rückkehr von nationalsoz. belasteten Hochschullehrer*innen an BRD-Institute ermöglichte und _spricht von Sonderregelungen, sodass bevorzugt Personen engagiert wurden, die während des NS aktiv publiziert haben

18/31 #Schneider _führt aus: Das positivistische Selbstverständnis der #Kunstgeschichte nach '45 war nicht nur #unpolitisch, sondern #apolitisch. Primäres Interesse galt Formanalysen und der Analyse von Einzelwerken, es ging um das Festschreiben eines #Regelkanons, ausgehend...

19/31 ...vom einzigartigen, genialen Einzelwerk und männlichen Schöpfermythos. Nach #Horkheimer war die #Kunstgeschichte eine #traditionelleWissenschaft, die Kritiken am #Kunstbegriff oder #Forschungsansatz austrennte. Es existierten...

20/31 ...keine Untersuchungen der nationalsoz. Vergangenheit oder der eigenen Historizität (Vgl. #GuernicaGesellschaft #JahrbuchKunstundPolitik)

21/31 #Schneider: "Die #Kunstgeschichte hat versucht, sich geschichtsvergessen als Disziplin zu positionieren." Ebenso gibt es keine Berührungspunkte zu dem, was heute als #zeitgenössischeKunst beschrieben wird. Die kunsthistorische Forschung ist bis heute meist ahistorisch

22/31 #Schneider _historisiert: Erstmalig 1970 auf dem #Kunsthistorikertag in Köln wurden in der Sektion "Das KW zwischen Wissenschaft und Weltanschauung" von #MartinWarnke und #LeopoldEttlinger Fragen zum Geschichtsverständnis und der Methodik der #Kunstgeschichte gestellt...

23/31 ...aber: Innerhalb des Fachs hat eine Mythologisierung der Sektion eingesetzt: es sei etwas geleistet worden, das damit auch abgeschlossen sei. Eine systematische Aufbereitung von Kritik hat es nicht gegeben

24/31 #Schneider weiter: Mit der Zeitschrift "Ästhetik und Kommunikation" und der Gruppe aus Frankfurt+Gießen 1970 ((#PeterGorsen u.a.) hätte es Anknüpfungen an die britischen #CulturalStudies der #BurminghamSchool mit #StuartHall geben können...

25/31 ...aber: Während in den 1980ern der #Historikerstreit tobte, gab es in der #Kunstgeschichte keine vergleichbare Diskussion. Und in den 1990ern wurden die kunsthistorischen Institute der DDR abgewickelt (Vgl. #IreneBelow #DanielaHammerTugenhat)

26/31 #Schneider _verweist auf 2 desillusionierte Publikationen: die Dokumentensammlung "Kunstgeschichte gegen den Strich gebürstet" @UlmerVerein 1978, eine Rückschau der Fachgeschichte. Ebenso auf eine jüngere Rückschau @UlmerVerein 2014...

27/31 ...demnach befinden wir uns nach einem Aufbruch in den 1980ern in einem Backlash (Vgl. #DanielaHammerTugenhat #NorbertSchneider #IrisGröteke #ChristianFuhrmeister)

28/31 Sprecherwechsel... 29/31 #Schneider und #Brauneis _fassen zusammen: Wir haben ein historisches Interesse, die #Kunstgeschichte mit ihrem verdrängten&ausgestoßenen Material zu konfrontieren. Im Sinne Foucaults wäre eine Genealogie zu schreiben, die nicht nach den Ursprüngen fragt, sondern...

30/31 ...das Schreiben von Geschichte und das Erinnern als einen Prozess selbst in Frage stellt. Statt einer Ignoranz gegenüber der Kritik an der #Kunstgeschichte...

31/31 ...müsse sich die #Kunstgeschichte "am Schopf packen und aus dem Sumpf ziehen, um eine Relevanz zu entwicken, indem sie sich zu den drängenden Fragen der Zeit verhält". #RelevanteKunstwissenschaften



03.01.2022: Operative Bildlichkeit



Roland Meyer ist Kunst- und Medienwissenschaftler mit den Arbeitsschwerpunkten Geschichte und Theorie operativer Bildlichkeit, Medialität räumlicher Dispositive in Architektur, Design und Kunst, Bild- und Wissensgeschichte der Visuellen Kommunikation. Er lehrt als Akademischer Mitarbeiter am Institut für Bau- und Kunstgeschichte der BTU Cottbus-Senftenberg. Sein Interesse an "Operativen Porträts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit", mit denen er 2017 promoviert wurde, setzte er jüngst in der Publikation "Gesichtserkennung" fort >> .





Twitter-Thread vom 8.1.2022 zu unserer 10. Sitzung der Vorlesung >>

1/23 Thread zu unserem #RKW_talk am 3.1.2022 (Weiteres >> ) mit #RolandMeyer @bildoperationen, #Kunst- und Medienwissenschaftler, Akademischer Mitarbeiter am Institut für Bau- und Kunstgeschichte @BTU_CS zu Geschichte und Theorie #OperativeBildlichkeit

2/23 Vorweg: Thread #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit @bildoperationen >>

3/23 @bildoperationen _stellt vorweg: Begriff #OperativeBildlichkeit orientiert sich an #HarunFarockis Begriff #OperativesBild in #Beobachtung eines neuen Typs #TechnischerBilder, die #Welt nicht repräsentieren, sondern in sie eingreifen.

4/23 @bildoperationen _entwickelte in "Operative Porträts" (2019) eine Entsprechung für Porträts: statt #Repräsentation, #Verdoppelung, #Stellvertretung dienen #OperativePorträts der Einspeisung in technische Abläufe und der massenhaften Auswertung... 5/23 ...Porträts #repräsentierennichtmehr, sondern sind in vernetzte #Datenprofile eingebettet..



6/23 @bildoperationen _aktualisiert: mittels @SeditionHunters, Twittr, Insta, FB werden Haftbefehle wegen #j6 erlassen und _verweist auf die Fa. #Clearview + Recherchen @adamhrv: Bilder von Gesichtern sind zur Ressource geworden, die Behörden+Unternehmen systematisch abgeschöpfen



7/23 @bildoperationen _systematisiert: Wir haben es heute mit 2 dominanten Modellen operativer Bildlichkeit zu tun, die sich einerseits widersprechen, andererseits verwoben sind: mit (1) vernetzten und (2) verdichteten Bildern...

8/23 ...zu (1): Unter den Bedingungen digitaler Vernetzung steht kein Bild mehr für sich allein. Ob als #Instagram-Feed, virtualisiertes Album oder personalisiertes Profil: digitalisierte Bilder sind immer schon mit anderen Bildern und Daten verkn¨pft.

9/23 ?zu (2): thispersondoesnotexist.com ist ein Bsp. für #GenerativeAdversarialNetworks, die Bilder computergeneriert auf Grundlage von #MachineLearning produzieren. Hier findet aus der Analyse v Bildern eine Verdichtung statt. Jedes #Bild kann in die Generierung neuer einfließen.

10/23 @bildoperationen _komprimiert: digitale Techiken der #Bilderkennung, #Bildverknüpfung, #Bildgenerierung, #Bildoptimierung, #Bildmanipulation basieren auf selben Grundlagen: auf künstlichen neuronalen Netzen, die mit großen Bildermengen zur #Mustererkennung trainiert werden.

11/23 @bildoperationen _historisiert: bildhistorische Vorläufer hierfür existieren seit dem 18. Jhd., mit den Schattenrissen + #JohannCasparLavater, Begründer der modernen Physiognomik...

12/23 ...Im Unterschied dazu werden heute keine anatomischen Merkmale mehr erfasst & im Bild vermessen, sondern nach visuellen Ähnlichkeiten gesucht, die statistisch ausgewertet werden #Übereinstimmungswahrscheinlichkeiten

13/23 @bildoperationen _weist darauf hin, dass für #Gesichtserkennungsalgorithmen und #AutomatisierteBilderkennung die soziale Netzwerke die wichtigsten Trainingsfelder sind, ...

14/23 ...denn künstliche neuronale Netze werden heute nicht mehr mit standardisierten, für diesen Zweck erstellten Bilddatenbanken trainiert, sondern mit #LabeledFacesInTheWild - Bildern aus dem Netz, die ursprünglich für andere Zwecke erstellt wurden #Clearview #Ever

15/23 @bildoperationen _führt zusammen: Gesichtserkennung bzw. automatisierte Bilderkennung ist Produkt einer digitalen Bildkultur, die massenhaft gelabelte (also mit Daten angereicherte) Bilder verfügbar gemacht hat.

16/23 @bildoperationen _verdeutlicht: Das Labeling der Bilder wird von Menschen geleistet, ohne unsere Mitwirkung blieben viele Techniken des maschinellen Sehens blind.

17/23 @bildoperationen _ ist beunruhigt über den Trend der Wiederkehr physiognomischen Denkens, nun unter Bedingungen von #BigData & #DeepLearning, der an #CesareLombrosos #Kriminalanthropologie (1876) und #FrancisGaltons Kompositporträt des "kriminellen Typus" (1880) anknüpft...

18/23 ...Das positivistische Versprechen speist sich damals wie heute aus der Kombination von technischen Medien (damals #Fotografie, heute #BigData #DeepLearning), #Statistik und dem Wunsch nach mathematischer #Beherrschbarkeit der Welt.

19/23 @bildoperationen _verweist auf @jovialjoy @MIT, die zu #RacialBias & #AlgorithmicBias forscht sowie auf @trevorpaglen: #MachineReadableHito 2017 >> : @HitoSteyerls 100e Gesichter wurden von #Gesichtsanalysesoftware zw. 60%male & 90%female identifiziert

20/23 @bildoperationen _stellt fest, dass das die Theorie bestätigt: Geschlechtsidentität ist #Maskerade. Und: #kulturelleStereotypen + #Geschlechterklischees werden #algorithmisch verstärkt. Je mehr #Steyerl lächelt, desto eindeutiger wird sie als #weiblich identifiziert

21/23 @bildoperationen _weist auf die Zusammenhänge zwischen #Rohstoffausbeutung, #DataColonialism, #NordSüdUngleichheit, #Datenkapitalismus, Sicherung von #Eigentumsverhältnissen und #Überwachungstechnologien hin.

22/23 @bildoperationen _finalisiert für die #Kunstgeschichte: #OperativeBildlichkeit ist dem kunsthistorisch geprägten, auf das Einzelbild ausgerichteten #Bildbegriff entgegengesetzt. Die Verabsolutierung des Einzelbildes der #Bildtheorie bringt uns methodisch nicht weiter, ...

23/23 ...es geht nun um Infrastrukturen von #Bildlichkeiten, nicht mehr um formale Eigenschaften oder ikonische Differenzen. Aber: #OperativeBilder sind immer noch #Bilder und nicht bloße #Datensätze, sie gehen nicht #restlos in automatisierten Prozessen auf.



10.01.2022: Feministische Kunstgeschichtsschreibung

#bellhooks, 1984: "Feminism is the struggle to end sexist oppression."

K. Lee Chichester ist Kunsthistorikerin und freie Kuratorin in Berlin mit Schwerpunkt Kunst und Wissenschaft der Frühen Neuzeit sowie des 19. und 20. Jahrhunderts. Brigitte Sölch ist Professorin für Architektur-­ und Neuere Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg mit Schwerpunkt auf politischer Ideengeschichte sowie Architektur­ und Problemgeschichte des Öffentlichen aus historisch und kulturell vergleichenden Perspektiven. Sie sind Herausgeberinnen des 2021 erschienenen Bandes "Kunsthistorikerinnen 1910 - 1980. Theorien, Methoden, Kritiken" (Leseprobe >> ).





Marylène Patou-Mathis: Weibliche Unsichtbarkeit. Wie alles begann, München 2022 >>

Serie Digital Warriors, Republik >>
Folge 1: Deborah Raji, Berkeley @rajiinio >>
Folge 2: Meredith Whittaker, New York/Washington @mer__edith
Folge 3: Veena Dubal, San Francisco @veenadubal
Folge 4: Timnit Gebru, San Francisco @timnitGebru
Folge 5: Francesca Bria, Rom @francesca_bria

Womensart1 @Twitter, curated by freelance writer and art historian @PL_Henderson1 >>
Womensartblog >>

Linda Nochlin 1971: Why have there been no great women artists? >>

Lu Märten 1914 / 1919: Die Künstlerin, hg. v. Chryssoula Kambas, Bielefeld 2001.

The Oxford Handbook of Transnational Feminist Movements, Ed. Rawwida Baksh and Wendy Harcourt, 2015 >>

Kritische Berichte, Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften
Mitteilungsorgan des Ulmer Vereins - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. >>
Die Kunsthistorikerin? Bilder und Images, Heft 4.2021
Hrsg. von Brigitte Sölch, Jo Ziebritzki und Anja Zimmermann
Inhaltsverzeichnis >>
online bestellen >>

Why Have There Been No Great Female Art Historians?
21. Internationale Tagung des Verbandes österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker (VöKK) --> Great Female Art Historians / Große Kunsthistoriker*innen
4.-7. November 2021 >>

DFG-Netzwerk: Wege - Methoden - Kritiken: Kunsthistorikerinnen 1880-1970 >>
AG @UlmeVerein: Kunsthistorikerinnen vor 1970: Wege - Methoden - Kritiken >>

Sabine Weier: Benachteiligung von Künstlerinnen: Schieflage im Kunstbetrieb, taz 12.9.2021 >>

Umgang mit sexueller Belästigung und Gewalt in der Kultur- und Medienbranche >>

Texte zu Heterosexim/Racism/Ethnocentrism/Classism/Sexism @academia.edu >>



Twitter-Thread vom 16.1.2022 zu unserer 11. Sitzung der Vorlesung >>

1/4 Thread zu unserem #RKW_talk am 10.1.2022 (Weiteres >> ) mit #LeeChichester @HumboldtUni und @BrigitteSoelch @UniHeidelberg, Herausgeberinnen von "Kunsthistorikerinnen 1910-1980. Theorien, Methoden, Kritiken", Berlin 2021 >>

2/4 #RelevanteKunstwissenschaften #RKW basiert auch auf der #Erforschung von #Kunsthistorikerinnen und der #Diversifizierung von Methoden, Themen und Perspektiven durch andere Sozialisierungen, Netzwerke, Praktiken, Schreibstile, Wirkungsfelder und Medien.

3/4 Es geht um die Disziplin #Kunstgeschichte und u.a. ihrer #Anerkennungssysteme, die unter Einbeziehung der Forschungsmethoden und -praxen auch von #Kunsthistorikerinnen eigens zu befragen sind.

4/4 Der nachfolgende Thread ist den #23Kunsthistorikerinnen der Publikation, mit je einem ihrer Texte gewidmet und ist ein Dankeschön für die #Grundlagenforschung der beiden Herausgeberinnen und der Autor*innen des Bandes:
>>

1/24 #RelevanteKunstwissenschaften
#LeeChichester und @BrigitteSoelch (Hg.): Kunsthistorikerinnen 1910-1980. Theorien, Methoden, Kritiken, Berlin 2021 >>

2/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Gertrud Kantorowicz (1876-1945) >>
Über den Märchenstil der Malerei und die Sienesische Kunst des Quattrocento, 1910

3/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Marie Luise Gothein (1863-1931) >>
Geschichte der Gartenkunst, 1914

4/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Hedwig Fechheimer (1871-1942) >>
Die Plastik der Aegypter, 1914

5/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Rosa Schapire (1874-1954) >>
Carl Einstein: Negerplastik, Rezension, 1915

6/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Stella Kramrisch (1896-1993) >>
Grundzüge der Indischen Kunst, 1924

7/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Lu Märten (1879-1970) >>
Arbeiter und Film, 1928

8/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Josepha Weitzmann-Fiedler (1904-2000) >>
Die Aktdarstellung in der Malerei, 1934

9/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Gisèle Freund (1908-2000) >>
Photographie und bürgerliche Gesellschaft, 1936/1968

10/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Carola Giedion-Welcker (1893-1979) >>
Moderne Plastik, 1937

11/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Lucia Moholy (1894-1989) >>
Hundert Jahre Fotografie, 1939

12/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Hanna Levy-Deinhard (1912-1984) >>
Künstlerischer und historischer Wert, 1940

13/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Helene Wieruszowski (1893-1978) >>
Art and the Commune in the Time of Dante, 1944

14/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Anni Albers (1899-1994) >>
Constructing Textiles, 1946

15/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Lotte H. Eisner (1896-1983) >>
Die dämonische Leinwand, 1951/1955

16/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Lottlisa Behling (1909-1989) >>
Die Pflanze in der mittelalterlichen Tafelmalerei, 1957

17/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Anneliese Bulling (1900-2004) >>
A Landscape Representation of the Western Han Period, 1962

18/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Wilhelmina Lepik-Kopaczynska (1915-1962) >>
Die antike Malerei, 1963

19/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Katharina Otto-Dorn (1908-1999) >>
Kunst des Islam, 1964

20/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Eleanor von Erdberg-Consten (1907-2002) >>
Grundsätze des Wohnens im westlichen und östlichen Raum, 1964

21/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Anna Teut (1926-2018) >>
Architektur im Dritten Reich, 1967

22/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Sibyl Moholy-Nagy (1903-1971) >>
Die Stadt als Schicksal, 1968/1970

23/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Jutta Held (1933-1971) >>
Die Genrebilder der Madrider Teppichmanufaktur und die Anfänge Goyas, 1971

24/24 #RelevanteKunstwissenschaften
Karin Hirdina (1941-2009) >>
Pathos der Sachlichkeit, 1974/1981



Zweiter Twitter-Thread vom 16.1.2022 zu unserer 11. Sitzung der Vorlesung >>

1/23 Zweiter Thread zu unserem #RKW_talk am 10.1.2022 (Weiteres >> ) mit #LeeChichester @HumboldtUni und @BrigitteSoelch @UniHeidelberg, Herausgeberinnen von "Kunsthistorikerinnen 1910-1980. Theorien, Methoden, Kritiken", Berlin 2021

2/23 Vorweg: Thread #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #LeeChichester und @BrigitteSoelch >>

3/23 #LeeChichester & @BrigitteSoelch _führen vorab aus: Einschlägige Handbücher zur Geschichte des Fachs stellen nur männliche #Kunsthistoriker vor: Dilly (Hg.) 1990, Sitt (Hg.) 1990, Pfisterer 2007.

4/23 Das Metzler Kunsthistoriker Lexikon 1999, Neuauflage 2007 nennt 3 Fachfrauen unter 210 Einträgen. Bei Kultermann 1981 kommen Frauen nur als Helferinnen&Assistentinnen vor. Wood 2019: A History of Art History notiert wenige #Kunsthistorikerinnen am Rande.

5/23 #LeeChichester fragt: Welche Spuren haben Frauen, die ab 1908 zum Studium der #Kunstgeschichte in Preußen zugelassen wurden, in der #Fachgeschichte hinterlassen? Denn schon vor 1950 haben über 471 #Kunsthistorikerinnen im Fach promoviert und arbeiteten...

6/23 ... in der Kinder- und Erwachsenenbildung, als Autorin, Kunstmessenleiterin, Kustodin, Forscherin, Professorin, Kunstkritikerin, Dozentin, Sammlerin, Mentorin, Kunsthändlerin.

7/23 ... und das, obwohl sie keinen Zugang zu Männerbünden hatten, Bildungslücken von Mädchenschulen kompensieren mussten (fehlendes Altgriechisch), soziale Räume geschlossen blieben.

8/23 ... und das, obwohl ein #Kunstgeschichtsstudium kostenintensiv war: Erforderlich waren ein Studium an 3-4 Orten, Reisen, fotografische Reproduktionen der Forschungsobjekte.

9/23 @BrigitteSoelch _weitet den Blick vergleichend in den US-amerikan. Raum, auf 4 Protagonistinnen und das Forschungsdesiderat Architektur, Stadt, Raum/Territorium und _fragt damit auf die #Kunstgeschichte zurück: Mit welchen Vorstellungen von Kunst und durch welche (populäre) Bilder und Images von ...

10/23 ... #Kunsthistorikerinnen werden wir als breite Gesellschaft wann und wie sozialisiert? Mit welchen #LongDuree prägenden Motiven (im Stillen+im Innenraum arbeitend) sind wir ausgestattet? Mit welchen Anerkennungssystemen? Was macht das mit unserer Wahrnehmung der #Kunstgeschichte/n? ...

11/23 ... Wie verstellt unser Blick den Blick auf die Geschichte und die Arbeits- und Forschungspraktiken von #KunstundArchitekturhistorikerinnen? Antworten darauf sind für das #Empowerment wichtig, denn hier geht es um #klassistische, #rassistische, #partriarchale Strukturen.

12/23 Band 1 von "Kunsthistorikerinnen 1910-1980" konzentriert sich auf deutschsprachige #Kunsthistorikerinnen und die Fachgeschichte, druckt Auszüge wichtiger Texte ihrer Zeit ab, die auch heute #Relevanz haben. Denn obwohl diese Positionen präsent waren, sind sie in Vergessenheit geraten ...

13/23 Die Hg. wollen keinen #Kanon schreiben: Noch fehlt die Forschungsgrundlage, um eine informierte Auswahl zu treffen. Statt einer Wertigkeit geht es um eine polyperspektivische Weitung der Fachgeschichte: ...

14/23 ...Von Interesse sind die #Diversifizierung von Methoden, Themen und Perspektiven durch andere Sozialisierungen, Netzwerke, Praktiken, Schreibstile, Wirkungsfelder und Veröffentlichungsmedien (Radio, Zeitschriften, Volksbildung).

15/23 Dabei dient den Hg. der Begriff #Frau - bei aller Kritik hieran - als einsetzbare, sozial konstruierte Kategorie, ohne Genderdimorphismus zu praktizieren. Queere Kunsthistoriker*innen wurden als Frau gelesen, Homosexualität bei Männern verhinderte eine Karriere in der #Kunstgeschichte nicht.

16/23 #LeeChichester & @BrigitteSoelch _räumen auf der Grundlage der Publikation Klischeés aus: Das #Kunstgeschichtsstudium diente nicht der Qualifikation für den Heiratsmarkt. Auch #Kunsthistorikerinnen studierten an mehreren Orten. ...

17/23 ...Ihre Themen und Methoden entsprachen denen der männlichen Kollegen, wenngleich sie auch die Perspektiven und Gegenstandsbereiche weiteten. #Klassismus war zwar wichtig, aber nicht ausschlaggebend, um als #Kunsthistorikerin aktiv zu sein.

18/23 #LeeChichester's & @BrigitteSoelch's Forschungsergebnisse in Stichworten: Oft existiert kein Nachlass oder er wird im Nachlass männlicher Kollegen oder der Ehemänner gefunden. #OralHistory kann nach Lehransätzen, Exkursionsarten oder dem wissenschaftlichen Alltag von #Kunsthistorikerinnen fragen. ...

19/23 ...Aufgrund der starken #Frauenbewegungen im angelsächsischen Raum hatten hier manche #Kunsthistorikerinnen mit Studium in Europa bessere Karrierechancen #Intersektionalität #GlobalArtHistory. Es existierten viele erdenkliche Biografien: ...

20/23 ...alleinlebend, in größeren Familienstrukturen, mit vielen Kindern und Personal, verlassene Familien, Scheidungen, mit viel älteren Partnern, sehr viele kinderlos. #Klassismusfrage ist für das Fach auch heute noch sehr wichtig: ...

21/23 ...Die große Breite zu Studienbeginn verengt sich sukzessive. In Deutschland existieren kaum statistische Erhebungen für das Fach #Kunstgeschichte und für #Kunsthistorikerinnen (zB zum #GenderPayGap).

22/23 Der geplante Band 2 wird Strukturen untersuchen, um #LindaNochlin’s Frage von 1971 zu beantworten: Why have there been no great women artists [#arthistorians]?: Warum sind #Kunsthistorikerinnen nicht in die Handbücher des Fachs eingegangen? Wurden sie aktiv aus der #Fachgeschichte herausgeschrieben/verschwiegen?

23/23 Zu befragen sind nun auf der Basis einer besser erschlossenen #Quellenlage: #Netzwerke, gemeinsame Projekte, #Ausstellungen, Publikationsmedien, #Museen, #Galeriewesen? Diese #Strukturuntersuchungen haben von und für #Architektinnen schon stattgefunden.



17.01.2022: Animal Art Studies



Jessica Ullrich ist derzeit Vertretungsprofessorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Kunstakademie Münster und Gastdozentin für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung an der Universität der Künste Berlin. Neben der akademischen Forschung und Lehre hat sie Ausstellungen und Videoscreenings im In- und Ausland kuratiert, internationale Konferenzen organisiert und publiziert regelmäßig zu Themen der zeitgenössischen Kunst. Seit 2012 ist sie Herausgeberin von "Tierstudien", dem ersten akademischen Journal für Animal Studies in Deutschland. Ausserdem ist sie in verschiedenen Animal Studies-Forschungsverbünden engagiert und war von 2012 bis 2020 Repräsentantin von Minding Animals Germany. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Kunst vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, Eco und Environmental Art, die Tier-Mensch-Beziehungen in den Künsten und der Ästhetik, Ästhetik jenseits des Menschlichen, Tierphilosophie bzw. Tiertheorien, (Critical) Animal Studies, ökokritsche Kunstgeschichte, Ecocriticism, Taxidermie, Ecocinema, Land Art, Performance Art, Bio Art, Plant Art, Materialästhetik, kritischer Posthumanismus, Multispecies Studies, Affekttheorien und Afrofuturismus.



Donna J. Haraway:
Awash in Urine: DES and Premarin® in Multispecies Response-ability, in: WSQ Women’s Studies Quarterly, 40 (1), 2012, S. 301-316.
When species meet, Minneapolis 2007.
The Companion Species Manifesto. Dogs, People, and Significant Otherness, Prickly Paradigm Press 2003.
Modest_Witness@Second_Millennium.The FemaleMan©_meets_OncoMouseTM, New York 1996.
Ein Manifest für Cyborgs. In: Donna Haraway: Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen, Frankfurt am Main 1995, S. 33-72.

Primate Visions: Gender, Race, and Nature in the World of Modern Science, New York 1989.
Manifesto for Cyborgs: Science, Technology, and Socialist Feminism in the 1980s, in: Socialist Review, Band 80, 1985, S. 65-108.

Donna Haraway. Cyborgs, Dogs and Companion Species 2000.



Pierre Huyghe, Untilled, Alive entities and inanimate things, made and not made. documenta 13, 2012
PH @ Esther Schipper >>
doctv13 >>









Pierre Huyghe, After ALife Ahead, Nach einem K-Leben vor dem, was kommt, Skulptur Projekte Münster, 2017
Skulptur Projekte Archiv >>
PH @ Esther Schipper >>
Vernissage TV >>


artribunetv, 10.6.2017 veroeffentlicht





Dirk Baecker 2021: Catjects, Berlin.



Twitter-Thread vom 19.1.2022 zu unserer 12. Sitzung der Vorlesung >>

1/18 Thread zu unserem #RKW_talk am 17.1.2022 (Weiteres >> ) mit #JessicaUllrich, #Forscherin #Kuratorin #Herausgeberin von #Tierstudien zum Thema #AnimalStudies

2/18 Vorweg: Thread #RelevanteKunstwissenschaften basiert auf nachgehörter Aufzeichnung und nachträglicher Abstimmung mit #JessicaUllrich, aktuell Vertretungsprofessorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik #KunstakademieMünster >>

3/18 #JessicaUllrich _informiert: #AnimalStudies (auch #HumanAnimalStudies #Anthrozoology #CriticalAnimalStudies #Tierstudien #Tiertheorien) sind eine transdiszipl. Forschungsrichtung seit den 1980ern im angelsächsischen Bereich, seit 2000 auch in deutschsprachigen Ländern ...

4/18 ... und _definiert: #AnimalTurn erkennt #Tiere als historische, soziale und kulturelle Akteur*innen, mit Eigenwert, Agency, Handlungs- und Wirkmacht an. Viele Forschungsinitiativen, Zeitschriften und Studiengänge haben das Thema für sich entdeckt.

5/18 #JessicaUllrich _betont: #Tierthemen gewinnen gesamtgesell. Relevanz angesichts der Krise des #Anthropozän’s #Klimawandel, Verlust von #Habitats + #Biodiversität, #Umweltverschmutzung, #Überfischung, #Massentierhaltung, #Zoonosen, #Pandemien.

6/18 Dabei formulieren die #AnimalStudies #Kritik an #Speziesismus, #Anthropozentrismus, menschlichem #Exzeptionalismus und den gängigen Kriterien anthropologischer #Differenz (wie Vernunft, Sprache, Kunst).

7/18 #JessicaUllrich _stellt fest, dass über Mensch-Tier-Verhältnisse die dringlichen Fragen des #Anthropozän’s adressiert werden können, um eine solidarische #Koexistenz von Menschen, Tieren+Pflanzen zu erreichen.

8/18 #JessicaUllrich _arbeitet die hier aktiven Diskurse heraus: #Tierethik, #KritischerPosthumanismus, #Ökofeminismus, #Postrukturalsimus, #NewMaterialism, #Primatologie, #Verhaltensforschung, #Biowissenschaften.

9/18 #JessicaUllrich _stellt den Text "Why look at Animals?" von #JohnBerger von 1980 als Impuls der #Kunstgeschichte für eine #Tiersensibilität heraus, der auf die Bedeutung von Tieren als Grundlage für die #Kunst hinwies und _historisiert Bergers Beobachtungen: ...

10/18 ... #Tiere vor dem #AnimalTurn waren Motiv, Muse, Medien, Material (für Pigmente und Leim), Metapher und Medium der #Kunst, #Tiere nach dem #AnimalTurn können auch Mitarbeiter*innen und Mitautor*innen sein.

11/18 #JessicaUllrich _ systematisiert die typischen Fragestellungen der #AnimalStudies in der #Kunstgeschichte: ...

12/18 (1) historisch/ideengeschichtlich/materiell handelt es sich u.a. um die Rekonstr. von Lebensbedingungen von Tieren durch #Kunstwerke od. die Untersuchung, wie #Tierbilder rückwirken: #Bambi 1942 löste #AntiJagdaktivismus aus, #Jaws 1975 führte fast zum Aussterben von #Haien.

13/18 (2) ethisch/politisch/normativ handelt es sich u.a. um tierethische Aspekte in Kunstproduktion&-rezeption, die zu Regelwerken führen: #CollegeArtAssociation 2011 + #MindingAnimalsGuidelines 2017 fordern, Tiere nicht zu schädigen, zur Schau zu stellen, visuell zu verhöhnen.

14/18 (3) ästhetisch/kunsttheoretisch/epistemologisch handelt es sich u.a. um Kritik an der universellen Kategorie Mensch, dem #Anthropozentrismus des #Kunstbegriff’s und den Ästhetiken zB von Kugelfischen, Bienen und Laubenvögeln, denn: ...

15/18 #JessicaUllrich: "Der #Mensch ist eine veränderbare #Spezies und verwoben mit anderen Tieren."

16/18 #JessicaUllrich _ordnet #Kunstbeispiele zu: Kim Jones, Rat Pieces 1976, von @maja_smrekar >> , von Ute Hörner&Mathias Antflinger&ihren Papageien im Kollektiv #CMUK, Krõõt Juurak&Alex Bailey mit ihren Performances for Pets.

17/18 #JessicaUllrich _verweist auf #MichaelKelly, Hg. EncyclopediaOfAesthetics, 2018: #AnimalAesthetics ist eine der aktuell 2 wichtigsten Ästhetiken und _prognostiziert ein #UndoingSpecies (nach Butler), bei dem das #Tierwerden mit Deuleuze/Guattaris #1000plateaus ein ...

18/18 ... Ausbruch aus dem Identitätsgefängnis sein könnte. #JessicaUllrich _führt zusammen: Die #AnimalStudies ermöglichen der #Kunstgeschichte eine wissenschaftskritische Reflexion ihrer Ein- und Ausschlüsse sowie ihrer Begriffe.



24.01.2022: Kunstgeschichte im migratory turn: Widerständige Kunst-Geschichte(n) der Migration



Burcu Dogramaci ist Professorin für Kunstgeschichte an der LMU München mit Schwerpunkt Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Ihre Schwerpunkte sind Exil, Flucht und Migration in Geschichte und Gegenwart, Geschichte und Theorie der Fotografie, Textile Künste, Architektur, Urbanität, Geschichte der Kunstgeschichte, Live Art. In ihrem ERC-Projekt "Relocating Modernism: Global Metropolises, Modern Art and Exile (METROMOD)" forscht Burcu Dogramaci mit ihrem Team zu sechs globalen Metropolen als Ankunftsstädte für geflüchtete Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts >> . Damit werden Exil-, Moderne- und Stadtforschung zusammengeführt. Sie ist seit Juni 2021 Co-Direktorin am Käte Hamburger Kolleg "Dis:konnektivität in Globalisierungsprozessen". Gemeinsam mit einem Team aus Künstler*innen und Kunsthistorikerinnen bereitet sie für 2022/2023 das Ausstellungs- und Katalogprojekt "Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe Perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt" vor.



Burcu Dogramaci (Hg.): Migration und Künstlerische Produktion, Bielefeld 2013 >>


Burcu Dogramaci / Birgit Mersmann (Eds.): Handbook of Art and Global Migration. Theories, Practices, and Challenges, Berlin/Boston 2019 >>
hierin: Burcu Dogramaci: "Toward a Migratory Turn. Art History and the Meaning of Flight, Migration and Exile" S. 17-37 >>




Semra Ertan - (english subtitles) from cana bilir-meier on Vimeo.
Cana Bilir-Meier: Semra Ertan, 2013, 7 Min. 16 sek.



Spot 'Bestes Gericht'/'En iyi mahkeme'/ 'Best court ever' from cana bilir-meier on Vimeo.
Cana Bilir-Meier: Bestes Gericht, 2017, 3 Min 04 sek.





Thema des diesjährigen CIHA in São Paulo: Motion: Migrations >> , 17.1. bis 21.1.2022



31.01.2022: Klarheiten & Unklarheiten, Antworten & Offene Fragen, Zukünftiges



Angela Matthies, A Viewing of Zombies in the House of Art, 2020 >>
Kennwort: Am I a Zombie?
Begleitmaterial >>
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michelle_rttr: Mein Denkraum. Zwischen Kunst und Philosophie >>


#HowIsArtHistoryMade?, 4.1.2021, Quelle Twitter, Birgit Matter >>















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